Externes Dvd Laufwerk Spielt Dvd Nicht Ab
Es begann mit einer simplen Mission: Einen alten Disney-Film für meine Nichte abspielen. "Tante!", hatte sie gequengelt, mit dem unerbittlichen Charme einer Sechsjährigen, "Ich will 'Die Schöne und das Biest' sehen!" Kein Problem, dachte ich. Ich hatte doch dieses externe DVD-Laufwerk. Staubgefangen zwar, aber es sollte seinen Zweck erfüllen. Dachte ich zumindest.
Die Odyssee des DVD-Laufwerks
Also, DVD rein, Laufwerk angestöpselt. Ein leises Brummen, die grüne Lampe blinkt erwartungsvoll… und dann: Nichts. Absolut nichts. Der Computer erkannte das Laufwerk, das war schon mal was. Aber er spielte die DVD einfach nicht ab. "Komisch," murmelte ich, während meine Nichte schon ungeduldig auf dem Sofa hin und her rutschte. "Vielleicht braucht er nur einen Moment."
Ein Moment wurde zu Minuten. Minuten wurden zu einer kleinen Ewigkeit, in der ich versuchte, mein Laptop mit sanfter Gewalt (und einem leichten Hauch von Verzweiflung) davon zu überzeugen, dass DVDs eben keine Dinosaurier sind. Ich probierte verschiedene Programme, aktualisierte Treiber, googelte kryptische Fehlermeldungen. Meine Nichte malte unterdessen mit Filzstiften ein beeindruckendes Porträt des Biests, das immer grimmiger aussah, je länger die Tortur dauerte.
Irgendwann warf ich einen Blick auf das externe DVD-Laufwerk. Es wirkte… beleidigt. Als hätte es die lange Zeit in der Schublade persönlich genommen. Ich pustete den Staub weg, als wollte ich mich entschuldigen. "Komm schon, altes Ding," flüsterte ich, "du schaffst das!"
Ich testete eine andere DVD. Eine Musik-DVD von ABBA. Und siehe da! Mamma Mia, es funktionierte! Agnetha und Anni-Frid sangen mir fröhlich entgegen, während meine Nichte mich ungläubig anstarrte. "ABBA?", fragte sie, mit der Verachtung einer Sechsjährigen für Musik, die älter ist als sie selbst. "Ich will doch 'Die Schöne und das Biest'!"
Also wieder zurück zu Disney. Und wieder: Nichts. War das Laufwerk etwa ein heimlicher ABBA-Fan? Hatte es eine Allergie gegen Zeichentrickfilme?
Die Lösung (und ein bisschen Selbstironie)
Nach einer weiteren Stunde Frickelei, in der ich kurz davor war, das Laufwerk aus dem Fenster zu werfen (und vielleicht ein kleines "Tschüss, du störrisches Ding!" zu rufen), kam mir eine Idee. Ich hatte noch einen anderen Laptop. Ein älteres Modell, aber vielleicht würde es ja funktionieren.
Und tatsächlich! Ich schloss das externe DVD-Laufwerk an den alten Laptop an, legte die DVD ein, und – *tada*! – "Die Schöne und das Biest" begann zu spielen. Meine Nichte jubelte, ich atmete erleichtert auf. Das Biest war gerettet, meine Ehre wiederhergestellt.
Aber warum hatte es auf meinem neuen Laptop nicht funktioniert? Die Antwort war so banal wie peinlich: Ich hatte vergessen, auf meinem neuen Laptop die DVD-Wiedergabe-Software zu installieren. Ja, wirklich. In Zeiten von Streaming-Diensten war mir das komplett entgangen. Mein Hightech-Laptop, unfähig, eine simple DVD abzuspielen, weil ich zu blöd war, die Software zu installieren. Die Ironie des Ganzen war einfach zu köstlich.
"Tante, du bist lustig!", sagte meine Nichte, während Belle und das Biest auf dem Bildschirm tanzten. Und in diesem Moment war ich froh, dass ich sie zum Lachen gebracht hatte, auch wenn es auf meine Kosten ging.
Das externe DVD-Laufwerk, einst ein Quell der Frustration, wurde so zum unfreiwilligen Komödianten in unserer kleinen Familienkomödie. Es erinnerte mich daran, dass Technologie manchmal unberechenbar ist, dass man sich nicht immer auf die neuesten Gadgets verlassen kann, und dass es manchmal die einfachsten Lösungen sind, die einem am wenigsten in den Sinn kommen. Und vor allem: Dass selbst die größte Tech-Panne mit einer ordentlichen Portion Humor und der Liebe einer Nichte erträglich wird.
Und was das externe DVD-Laufwerk angeht? Nun, es steht jetzt wieder in der Schublade. Aber dieses Mal weiß ich, dass es nicht beleidigt ist. Es wartet nur auf seinen nächsten großen Auftritt. Vielleicht mit einer ABBA-DVD. Oder mit einer weiteren Disney-Herausforderung. Wer weiß?
