Feature Writing Article Example
Ach, Feature-Artikel. Diese kleinen, glänzenden Juwelen des Journalismus. Wir alle haben sie gelesen. Wir alle haben sie (hoffentlich) genossen. Aber mal ehrlich, wer hat sich nicht schon mal gefragt: Sind sie nicht ein bisschen...überbewertet?
Ich weiß, ich weiß. Unpopuläre Meinung. Ich riskiere hier wahrscheinlich, von einem Mob wütender Journalisten mit ihren Notizbüchern gejagt zu werden. Aber hört mich an!
Das ewige Dilemma: Information vs. Unterhaltung
Ein Feature-Artikel soll informieren UND unterhalten. Eine edle Aufgabe, gewiss. Aber manchmal fühlt es sich an, als würde die Unterhaltung die Information mit einem Baseballschläger aus dem Park hauen. Da sind diese unglaublich langen Einleitungen, die sich anfühlen, als würden sie sich im Kreis drehen. Da sind die übertriebenen Metaphern, die einen zum Augenrollen bringen. Und da sind die...nun ja, sagen wir mal "kreativen" Fakten.
Okay, okay, ich übertreibe vielleicht ein bisschen. Aber kommt schon! Habt ihr jemals einen Feature-Artikel über Blumenkohl gelesen, der sich anfühlt wie ein Thriller von Stephen King? Ich schon. Und danach habe ich mich gefragt, ob ich jemals wieder Blumenkohl essen kann. Danke auch.
Das Mysterium des "Human Interest"
Feature-Artikel lieben Human Interest. Und das ist ja auch gut so. Geschichten über Menschen, die Herausforderungen meistern, die unglaubliche Dinge tun, die einfach...menschlich sind. Aber manchmal...nun ja, manchmal ist es einfach zu viel. Zu rührselig. Zu konstruiert.
Da ist der Held, der jeden Tag ehrenamtlich in einem Tierheim arbeitet. Da ist die Heldin, die Krebs besiegt hat und jetzt Marathon läuft. Da ist der...ach, ihr wisst schon. Alles super Geschichten, aber irgendwann ist man einfach nur noch müde von der ganzen Perfektion. Gibt es keine Feature-Artikel über Leute, die einfach nur...nichts Besonderes tun?
Ich meine, ich hätte gerne einen Artikel über den Mann, der seit 20 Jahren jeden Morgen den gleichen Kaffee bestellt. Oder die Frau, die perfekt darin ist, Socken zusammenzulegen. Das sind doch auch Geschichten! Oder?
Die Macht der kleinen Details (oder auch nicht)
Feature-Artikel leben von Details. Der Geruch des alten Leders in der Bibliothek. Das Klicken der Nadeln beim Stricken. Das Geräusch, wenn jemand eine Dose Cola öffnet. All diese kleinen Dinge sollen uns in die Geschichte eintauchen lassen.
Aber manchmal...ich wiederhole mich, ich weiß...sind es einfach zu viele Details. Ich brauche nicht zu wissen, welche Farbe die Socken der Hauptfigur haben, während sie einen wichtigen Anruf tätigt. Ich will wissen, was sie sagt! Konzentriert euch auf das Wesentliche, Leute!
Ein Lichtblick: Die Ausnahme bestätigt die Regel
Bevor ihr mich jetzt steinigt, lasst mich sagen: Es gibt natürlich auch großartige Feature-Artikel. Artikel, die einen wirklich berühren, die einen zum Nachdenken anregen, die einen sogar zum Handeln bewegen. Artikel, die das Herzstück des guten Journalismus ausmachen.
Aber diese Artikel sind wie Einhörner. Selten und schwer zu finden. Die meisten Feature-Artikel sind einfach...naja, okay. Nicht schlecht, aber auch nicht umwerfend. Sie erfüllen ihren Zweck. Sie füllen die Seiten. Aber sie hinterlassen selten einen bleibenden Eindruck.
Vielleicht ist das Problem auch einfach, dass ich zu kritisch bin. Vielleicht sollte ich einfach die Schönheit der geschriebenen Worte genießen und aufhören, mich über Kleinigkeiten aufzuregen. Aber hey, das ist doch meine unpopuläre Meinung. Und ich stehe dazu!
Also, was denkt ihr? Sind Feature-Artikel wirklich so toll, wie alle sagen? Oder sind sie nur überbewertete Luftblasen, die bald platzen werden? Lasst es mich wissen! Ich bin gespannt auf eure Meinungen (auch wenn sie mich wahrscheinlich für verrückt erklären werden).
P.S. Wenn jemand einen Feature-Artikel über den Mann schreibt, der seit 20 Jahren den gleichen Kaffee bestellt, sagt mir Bescheid. Ich bin dabei!
