Fend Funktionen Von Schule
Mal ehrlich, wer hat in der Schule wirklich gelernt, wie man eine Steuererklärung macht? Oder wie man eine Waschmaschine repariert? Vermutlich die wenigsten. Und genau da fängt das kleine, freche Murmeltier in mir an, leise zu kichern. Denn die angeblichen Funktionen von Schule sind manchmal... nun ja, sagen wir mal, leicht überbewertet.
Die heilige Kuh der Allgemeinbildung
Klar, Allgemeinbildung ist wichtig. Sonst würden wir alle in Höhlen wohnen und mit Stöcken auf Mammuts werfen. Aber musste es wirklich so viel Pythagoras sein? Brauchte ich wirklich jedes Detail über den Dreißigjährigen Krieg? Ich behaupte: Nein. Ich erinnere mich eher an den Spott meiner Freunde, wenn ich mal wieder eine Geschichtszahl durcheinandergebracht habe.
Das Abitur: Der Schlüssel zu allem?
Das Abitur ist ja angeblich der Schlüssel zu allem. Zum Studium, zur Karriere, zum persönlichen Glück. Aber ist das wirklich so? Ich kenne einige hochintelligente Leute ohne Abitur, die wahnsinnig erfolgreich sind. Und ich kenne Abiturienten, die nach dem Abschluss erst mal ein Jahr lang die Welt bereisen, um sich selbst zu finden. Was ja auch okay ist, aber irgendwie widerspricht das dem "Schlüssel zu allem"-Versprechen, oder?
Die soziale Funktion: Ein zweischneidiges Schwert
Schule soll uns ja auch sozialisieren. Uns beibringen, wie man mit anderen Menschen klarkommt. Gruppenzwang, Mobbing, Cliquenbildung... oh ja, die soziale Funktion hat bei mir definitiv funktioniert! Allerdings nicht immer im positiven Sinne. Ich habe gelernt, mich anzupassen, manchmal auch zu verbiegen. Ob das wirklich die beste Vorbereitung auf das "echte" Leben war, wage ich zu bezweifeln.
Freundschaften fürs Leben... oder auch nicht.
Man sagt ja auch, in der Schule schließt man Freundschaften fürs Leben. Das stimmt auch oft. Aber manchmal sind es eben auch nur Bekanntschaften, die mit dem Schulabschluss im Sand verlaufen. Und das ist auch in Ordnung. Menschen verändern sich, Interessen ändern sich. Muss man das krampfhaft festhalten, nur weil man jahrelang zusammen in der letzten Reihe gesessen hat?
Praktische Kompetenzen: Fehlanzeige!
Kommen wir zum Knackpunkt: Die praktischen Kompetenzen. Oder besser gesagt, das Fehlen derselben. In der Schule habe ich gelernt, Gedichte zu interpretieren und komplizierte Matheaufgaben zu lösen. Aber niemand hat mir gezeigt, wie man eine Glühbirne wechselt oder einen Nagel in die Wand haut, ohne den halben Putz abzuklopfen.
Wirtschaft und Finanzen: Ein Buch mit sieben Siegeln
Das Thema Wirtschaft und Finanzen? Ein absolutes Tabu! Niemand hat uns erklärt, wie Zinsen funktionieren, wie man ein Budget erstellt oder wie man sich vor Schulden schützt. Stattdessen haben wir über die Epochen der Literaturgeschichte diskutiert. Auch wichtig, keine Frage. Aber vielleicht hätte man einen Nachmittag opfern können, um uns die Grundlagen des Lebens beizubringen.
Das liebe Notensystem
Das Notensystem! Ein ewiges Streitthema. Klar, irgendwas muss ja die Leistung messen. Aber ist eine Zahl wirklich ein aussagekräftiges Urteil über die Fähigkeiten eines Menschen? Ich glaube nicht. Ich kenne Leute, die in der Schule schlechte Noten hatten und später im Leben wahnsinnig erfolgreich geworden sind. Und umgekehrt.
Kreativität und Individualität: Bleibt auf der Strecke
Das Problem ist, dass das Notensystem oft Kreativität und Individualität unterdrückt. Wer aus der Reihe tanzt, wird abgestraft. Wer nicht perfekt ins System passt, hat es schwer. Und das ist schade. Denn gerade die Querdenker, die Unangepassten, die sind es doch, die die Welt verändern.
Also, was ist die Lösung? Ich habe keine Patentantwort. Aber ich glaube, wir sollten die Funktionen von Schule mal kritisch hinterfragen. Mehr Praxisbezug, mehr Förderung von Individualität, weniger stures Auswendiglernen. Vielleicht würde dann auch das Murmeltier in mir etwas leiser kichern.
Vielleicht ist es an der Zeit, die "heiligen Kühe" der Bildung zu hinterfragen und sich zu trauen, neue Wege zu gehen. Und vielleicht, ganz vielleicht, lernen wir dann endlich auch, wie man eine Steuererklärung macht.
