Ford S Max 2.0 Tdci Startet Nicht
Es war ein Dienstagmorgen. Der Himmel war grau, wie so oft in Nordrhein-Westfalen. Ich stand vor meinem treuen Ford S-Max, Baujahr 2016, ein Raumschiff für die Familie, ein Panzer gegen den morgendlichen Pendelverkehr. Zumindest, wenn er anspringt.
Ich drehte den Schlüssel. Nichts. Nur ein leises Klicken. Keine freudige Melodie des Motors, kein Dröhnen, das versprach, die Kinder pünktlich zur Schule und mich rechtzeitig zum Meeting zu bringen. Nur Stille. Verräterische Stille.
Mein erster Gedanke? Panik. Mein zweiter Gedanke? „Nicht schon wieder!“ Denn mein Ford S-Max 2.0 TDCi hatte schon öfter entschieden, dass der Start in den Tag ohne ihn stattfinden sollte. Er war, sagen wir mal, etwas launisch.
Die Odyssee beginnt
Normalerweise ist mein technisches Wissen ungefähr so ausgeprägt wie das eines Goldfisches über Quantenphysik. Aber Not macht erfinderisch, oder in meinem Fall zumindest verzweifelt genug, um YouTube-Tutorials zu konsultieren. Die ersten fünf Videos zeigten irgendwelche Herren in blauen Overalls, die von Anlassern, Relais und der Wichtigkeit von sauber gefetteten Batteriepolen schwadronierten. Ich verstand nur Bahnhof.
Ich rief meinen Nachbarn Jürgen an, einen Mann, der alles reparieren kann, von Rasenmähern bis hin zu Eheproblemen (angeblich). Jürgen kam rüber, beäugte den S-Max mit professionellem Blick und sagte: "Klingt nach Batterie."
Das war mir fast schon zu einfach. "Aber Jürgen," protestierte ich, "ich habe erst vor einem Jahr eine neue Batterie eingebaut!"
Jürgen zuckte mit den Achseln. "Batterien sind wie Ehemänner. Manchmal geben sie einfach so den Geist auf."
Der Batterie-Bluff
Also gut. Jürgen holte sein Überbrückungskabel, kramte ein paar Schimpfwörter über die angeblich mangelnde Qualität moderner Batterien hervor und schloss das Ding an seinen alten Golf an. Die Spannung stieg. Ich drehte den Schlüssel. Der Ford hustete einmal kurz, dann... nichts. Nur ein noch leiseres Klicken. Jürgen kratzte sich am Kopf.
"Okay," sagte er. "Dann ist es doch nicht die Batterie. Aber wir können es ja mal versuchen, ihn anzuschieben."
Jetzt wurde es absurd. Jürgen und ich, zwei gestandene Männer mittleren Alters, die eigentlich wichtigere Dinge zu tun hätten, standen hinter meinem S-Max und versuchten, ihn in Gang zu bringen. Das Ergebnis war nicht nur erfolglos, sondern auch urkomisch. Wir sahen aus wie zwei Walrosse, die versuchten, ein gestrandetes Boot zu bewegen. Meine Kinder, die das Spektakel aus dem Fenster beobachteten, brachen in schallendes Gelächter aus.
"Papa, du bist der lustigste Abschleppdienst, den ich kenne!" rief meine Tochter.
In diesem Moment musste ich selbst lachen. Der Ford S-Max, mein Stolz und meine Freude (meistens), hatte mich mal wieder vorgeführt. Aber er hatte auch dafür gesorgt, dass wir als Familie etwas zu lachen hatten.
Der Held der Stunde
Schließlich rief ich den ADAC. Ein freundlicher junger Mann in leuchtend gelber Jacke kam vorbei, schloss seinen Computer an den S-Max an und sagte: "Ah, da haben wir's. Der Anlasser ist defekt."
Der Anlasser. Natürlich. Warum nicht gleich der Anlasser? Es hätte ja auch zu einfach sein können. Der ADAC-Mann schleppte meinen geliebten Ford ab, und ich fuhr mit dem Taxi zur Arbeit.
Ein paar Tage später holte ich den reparierten Ford S-Max ab. Der Mechaniker, ein Mann mit ölverschmierten Händen und einem wissenden Lächeln, sagte: "Der Anlasser war komplett hinüber. Hat wahrscheinlich schon seit Wochen rumgezickt."
Ich nickte. Das erklärte einiges. Der launische Ford hatte mir wahrscheinlich subtile Hinweise gegeben, die ich einfach ignoriert hatte. So wie meine Frau, wenn sie mir sagt, dass ich mal wieder den Müll rausbringen sollte.
Der Ford S-Max 2.0 TDCi sprang an. Das vertraute Dröhnen erfüllte die Werkstatthalle. Ich grinste. Er lebte wieder. Und dieses Mal hoffentlich etwas zuverlässiger.
Die Moral von der Geschichte? Erstens, YouTube-Tutorials sind kein Ersatz für einen guten Mechaniker. Zweitens, Batterien können wirklich wie Ehemänner sein. Und drittens, selbst ein defekter Ford S-Max kann für gute Unterhaltung sorgen. Solange man Humor hat.
P.S. Jürgen hat mir übrigens angeboten, meinen Rasenmäher zu reparieren. Ich glaube, ich lasse das lieber. Vielleicht ist er ja verhext.
