Förderspiele Für Menschen Mit Behinderung
Hallo liebe Reisefreunde! Nachdem ich selbst jahrelang mit meiner Familie unterwegs war, darunter auch mein Bruder mit einer körperlichen Behinderung, möchte ich heute meine Erfahrungen und Tipps mit euch teilen. Es geht um Förderspiele für Menschen mit Behinderung auf Reisen – Spiele, die nicht nur unterhalten, sondern auch die Entwicklung fördern und die Reise angenehmer gestalten können. Vergesst die langweiligen Autofahrten und frustrierenden Wartezeiten! Mit den richtigen Spielen kann jede Reise zu einem positiven und bereichernden Erlebnis werden.
Die Bedeutung von Förderspielen auf Reisen
Warum Förderspiele? Ganz einfach: Reisen sind oft eine Herausforderung, besonders für Menschen mit Behinderung. Unbekannte Umgebungen, lange Transportwege, Reizüberflutung – all das kann Stress auslösen. Förderspiele bieten hier eine wunderbare Möglichkeit, abzulenken, zu beruhigen und gleichzeitig die kognitiven und motorischen Fähigkeiten zu trainieren. Sie sind nicht nur Beschäftigung, sondern auch wertvolle Lerninstrumente. Sie fördern die Kommunikation, die soziale Interaktion und das Selbstvertrauen.
Denkt daran, dass die Auswahl der Spiele immer individuell auf die Bedürfnisse und Fähigkeiten des Einzelnen abgestimmt sein sollte. Was für den einen perfekt ist, kann für den anderen überfordernd sein. Beobachtet genau, welche Spiele Freude bereiten und welche eher Frustration auslösen. Flexibilität ist hier der Schlüssel!
Spiele für unterwegs: Kreativität und Sinneswahrnehmung
Für lange Autofahrten oder Zugreisen eignen sich besonders Spiele, die die Kreativität und die Sinneswahrnehmung anregen. Hier sind ein paar meiner Favoriten:
- "Ich sehe was, was du nicht siehst": Ein Klassiker, der immer funktioniert! Variiert das Spiel, indem ihr nicht nur Farben, sondern auch Formen oder Materialien beschreibt. Das schärft die Beobachtungsgabe und erweitert den Wortschatz.
- Geräusche-Raten: Nehmt verschiedene Gegenstände mit, die Geräusche machen (z.B. eine Rassel, eine Knisterfolie, eine Spieluhr). Lasst die Person mit verbundenen Augen raten, um welches Geräusch es sich handelt. Das fördert die auditive Wahrnehmung.
- Fühlbox: Eine einfache Kiste, in die ihr verschiedene Gegenstände mit unterschiedlichen Texturen legt (z.B. einen Stein, eine Feder, ein Stück Stoff). Die Person kann blind in die Kiste greifen und erraten, was sie fühlt. Das schult den Tastsinn.
- Knete: Knete ist ein tolles Material, um die Feinmotorik zu trainieren und die Kreativität auszuleben. Lasst die Person Figuren formen, Muster legen oder einfach nur mit der Knete spielen.
- Malen und Zeichnen: Ein Zeichenblock und ein paar Stifte nehmen wenig Platz weg und bieten unendliche Möglichkeiten. Vielleicht könnt ihr sogar ein Reisetagebuch gestalten und die Erlebnisse mit Bildern festhalten.
Wichtig: Achtet darauf, dass die Spiele sicher sind und keine Kleinteile enthalten, die verschluckt werden könnten.
Spiele für den Urlaubsort: Bewegung und Interaktion
Am Urlaubsort angekommen, gibt es natürlich noch viel mehr Möglichkeiten für Förderspiele. Hier stehen Bewegung und Interaktion im Vordergrund:
- Schatzsuche: Versteckt kleine Gegenstände im Garten, am Strand oder im Hotelzimmer und lasst die Person danach suchen. Gebt Hinweise, die auf die Fähigkeiten der Person abgestimmt sind (z.B. "Der Schatz ist in der Nähe von etwas Rotem" oder "Der Schatz ist unter etwas Weichem").
- Bewegungsspiele: Spiele wie "Fangen", "Verstecken" oder "Hüpfspiele" fördern die motorischen Fähigkeiten und die Koordination. Passt die Spiele an die körperlichen Möglichkeiten der Person an und achtet auf eine sichere Umgebung.
- Spiele mit Wasser: Wasser ist ein faszinierendes Element, das viele Möglichkeiten für sensorische Erfahrungen bietet. Lasst die Person im Pool plantschen, mit Wasser spritzen oder mit verschiedenen Gefäßen Wasser umfüllen.
- Musikinstrumente: Wenn ihr Platz habt, nehmt ein kleines Musikinstrument mit (z.B. eine Trommel, eine Rassel oder eine Ukulele). Gemeinsames Musizieren macht Spaß und fördert die rhythmische Wahrnehmung.
- Besuch auf einem Spielplatz: Viele Spielplätze sind heutzutage barrierefrei gestaltet und bieten auch für Menschen mit Behinderung tolle Spielmöglichkeiten. Informiert euch vorab, welche Spielplätze in der Nähe eures Urlaubsortes barrierefrei sind.
Denkt daran: Der Spaß sollte immer im Vordergrund stehen! Lasst euch nicht von Perfektionismus leiten und freut euch über jeden kleinen Fortschritt.
Individuelle Anpassung und wichtige Tipps
Wie bereits erwähnt, ist die individuelle Anpassung der Spiele entscheidend. Hier sind noch ein paar wichtige Tipps, die ihr bei der Auswahl und Durchführung von Förderspielen beachten solltet:
- Kennt die Bedürfnisse und Fähigkeiten: Beobachtet genau, welche Spiele der Person Freude bereiten und welche sie überfordern. Sprecht mit Therapeuten oder Pädagogen, um die besten Spiele für die jeweilige Person zu finden.
- Schafft eine positive Atmosphäre: Lob und Anerkennung sind wichtig! Ermutigt die Person und zeigt eure Wertschätzung für ihre Bemühungen.
- Gebt klare Anweisungen: Die Regeln sollten einfach und verständlich sein. Zeigt die Spiele gegebenenfalls vor oder erklärt sie mit Bildern.
- Seid geduldig: Nicht jeder Erfolg kommt sofort. Habt Geduld und gebt der Person Zeit, die Spiele zu lernen und zu meistern.
- Baut Pausen ein: Überforderung kann kontraproduktiv sein. Achtet darauf, dass die Person ausreichend Pausen hat, um sich zu entspannen und neue Energie zu tanken.
- Sichert euch ab:
Denkt immer an die Sicherheit! Achtet auf eine sichere Umgebung und wählt Spiele, die keine Verletzungsgefahr bergen.
Ein persönlicher Tipp: Lasst euch von der Kreativität der Person überraschen! Manchmal entstehen die schönsten Spiele aus spontanen Ideen und Improvisationen.
Beispiele aus unserer Reiseerfahrung
Ich erinnere mich noch gut an eine Reise nach Italien. Mein Bruder, der Schwierigkeiten mit der Feinmotorik hat, liebte es, am Strand Steine zu sammeln und daraus kleine Türme zu bauen. Anfangs war es für ihn sehr schwierig, die Steine auszubalancieren, aber mit viel Geduld und Übung wurde er immer besser. Am Ende der Reise hatte er eine ganze Burg gebaut, auf die er unglaublich stolz war. Dieses einfache Spiel hat nicht nur seine Feinmotorik verbessert, sondern auch sein Selbstvertrauen gestärkt.
Ein anderes Mal waren wir in einem Museum für moderne Kunst. Mein Bruder war zunächst etwas überfordert von den vielen Eindrücken, aber als wir ihm einen Skizzenblock und Stifte gaben, begann er, seine eigenen Interpretationen der Kunstwerke zu zeichnen. Das hat ihm nicht nur geholfen, die Kunst besser zu verstehen, sondern auch seine Kreativität zu entfalten.
Fazit: Spielen ist mehr als nur Beschäftigung
Förderspiele sind eine wertvolle Bereicherung für jede Reise mit Menschen mit Behinderung. Sie bieten nicht nur Unterhaltung, sondern fördern auch die Entwicklung, stärken das Selbstvertrauen und schaffen unvergessliche Erlebnisse. Lasst euch inspirieren, experimentiert und findet die Spiele, die für euch und eure Reise am besten passen. Ich hoffe, meine Tipps helfen euch dabei, eure nächste Reise zu einem unvergesslichen Abenteuer zu machen! Gute Reise!
