Forming Storming Norming Performing Adjourning
Kennt ihr das Gefühl, wenn man mit einer bunt zusammengewürfelten Truppe in ein neues Abenteuer stürzt? Ob das nun eine neue Arbeitsgruppe, ein Chorprojekt oder die Planung für den nächsten Familienurlaub ist, am Anfang herrscht oft eine ganz besondere Stimmung. Und genau diese Stimmung, diese Entwicklung, lässt sich in fünf Phasen einteilen, die man unter dem Begriff "Tuckman's Phasenmodell" kennt. Klingt kompliziert? Keine Sorge, wir machen es uns gemütlich und schauen uns das Ganze mal genauer an – mit einem Augenzwinkern, versteht sich!
Forming: Das Beschnuppern beginnt
Phase eins: Forming. Stellt euch vor, ihr seid auf einer Kennenlernparty. Alle sind neu, ein bisschen unsicher, aber voller guter Vorsätze. Man lächelt freundlich, erzählt von seinen Hobbys (die man vielleicht doch nicht so oft ausübt) und versucht, einen guten Eindruck zu machen. In der Gruppe ist es ähnlich. Jeder ist bemüht, höflich und kooperativ zu sein. Die eigentlichen Meinungen und Bedürfnisse bleiben aber oft noch im Verborgenen. Man tastet sich ab, wer wohl die Alphatiere sind, wer eher zurückhaltend und wer vielleicht der/die Klassenclown wird. Diese Phase ist geprägt von Unsicherheit, Zurückhaltung und dem Wunsch, dazuzugehören. Denkt an das erste Treffen eurer neuen Yoga-Gruppe. Alle tragen die neuesten Leggings, lächeln brav und versuchen, die kompliziertesten Posen nachzuahmen, ohne dabei umzufallen. Innerlich fragt sich aber jeder: "Werde ich das hier überleben?"
Storming: Wenn es kracht
Und dann kommt Phase zwei: Storming. Hier wird es spannend! Die Masken fallen, die ersten Reibereien entstehen. Plötzlich hat jeder eine Meinung, und die passt natürlich nicht immer zu der der anderen. Es wird diskutiert, gestritten, und manchmal fliegen sogar die Fetzen. Das ist ganz normal! Es bedeutet nur, dass die Gruppe anfängt, sich zu finden und ihre Dynamik zu entwickeln. Im Familienurlaub wäre das der Moment, in dem sich alle darüber streiten, welches Hotel das beste ist und wer die Route festlegen darf. Oder in der Arbeitsgruppe, wenn unterschiedliche Vorstellungen über die Herangehensweise an ein Projekt aufeinanderprallen. Keine Panik! Auch wenn es sich unangenehm anfühlt, ist dieser Konflikt wichtig, um die Rollenverteilung zu klären und die Gruppe zu festigen. Es ist wie beim Kochen: Erst wenn es richtig brodelt und zischt, wird das Gericht am Ende lecker.
Norming: Die Einigung naht
Nach dem Sturm kommt die Ruhe – oder zumindest ein bisschen davon. In Phase drei, dem Norming, beginnen sich die Wogen zu glätten. Die Gruppe hat gelernt, miteinander umzugehen, Kompromisse einzugehen und die Stärken der einzelnen Mitglieder zu nutzen. Es entwickeln sich Regeln und Normen, an die sich alle halten. Man weiß, wer für was zuständig ist, und akzeptiert die unterschiedlichen Meinungen und Arbeitsweisen. Das Team beginnt, als Einheit zu funktionieren. Im Chorprojekt bedeutet das, dass die Soprane und Altistinnen endlich aufhören, sich gegenseitig die Ohren vollzujammern und gemeinsam an einem harmonischen Klang arbeiten. Oder in der Familie, dass man sich auf ein Urlaubsziel geeinigt hat und jeder seine Aufgaben übernimmt (Papa packt die Badehose ein, Mama die Sonnencreme, und die Kinder sorgen für die Unterhaltung auf der Fahrt).
Performing: Volle Kraft voraus!
Und dann kommt der Moment, auf den alle hingearbeitet haben: Performing. Die Gruppe ist jetzt ein perfekt eingespieltes Team. Jeder kennt seine Rolle, die Kommunikation läuft reibungslos, und die Ziele werden gemeinsam erreicht. Es herrscht eine positive Atmosphäre, in der sich jeder wohlfühlt und sein Bestes geben kann. Im Arbeitsalltag wäre das der Zeitpunkt, an dem das Projekt wie am Schnürchen läuft und die Ergebnisse die Erwartungen übertreffen. Oder im Sportteam, wenn jeder Pass sitzt und die Punkte von alleine fallen. In dieser Phase ist die Gruppe selbstorganisiert und kann auch schwierige Herausforderungen meistern. Es ist wie ein gut geöltes Uhrwerk, bei dem jedes Rädchen perfekt ineinandergreift.
Adjourning: Abschied nehmen
Aber alles hat einmal ein Ende. In Phase fünf, dem Adjourning, löst sich die Gruppe auf. Das Projekt ist abgeschlossen, der Urlaub vorbei, oder die Yogastunde zu Ende. Es ist Zeit, Abschied zu nehmen. Diese Phase kann emotional sein, besonders wenn die Gruppe gut zusammengewachsen ist. Man erinnert sich an die gemeinsamen Erlebnisse, an die Erfolge und Herausforderungen, die man zusammen gemeistert hat. Es ist ein bisschen wie nach einer langen Reise, wenn man wieder nach Hause kommt. Man ist müde, aber auch erfüllt von den Erfahrungen, die man gemacht hat. Es ist wichtig, diese Phase bewusst zu erleben und die Leistungen der Gruppe zu würdigen. Ein gemeinsames Abschlussessen, ein kleines Geschenk oder einfach nur ein paar nette Worte können helfen, den Abschied zu erleichtern. Und wer weiß, vielleicht trifft man sich ja bald wieder für ein neues Abenteuer!
Abschließend lässt sich sagen: Das "Tuckman's Phasenmodell" ist wie eine Landkarte für Gruppenprozesse. Es hilft uns, zu verstehen, was in einer Gruppe passiert, und wie wir damit umgehen können. Es zeigt uns, dass Konflikte normal sind und dass es sich lohnt, durchzuhalten, bis die Gruppe zu einem starken und effektiven Team geworden ist. Und vor allem erinnert es uns daran, dass jede Phase ihre Berechtigung hat und dass es wichtig ist, sie bewusst zu erleben und zu gestalten. Also, das nächste Mal, wenn ihr in einer neuen Gruppe seid, denkt an die fünf Phasen und lasst euch nicht entmutigen, wenn es mal holprig wird. Denn am Ende wartet ein tolles Ergebnis auf euch!
Diese kleine Reise durch die Gruppenphasen hat gezeigt, dass Zusammenarbeit mehr ist als nur das Erreichen eines gemeinsamen Ziels. Es ist ein Prozess des Wachstums, des Lernens und der persönlichen Entwicklung. Und das ist doch eigentlich das Schönste daran, oder?
