Fra Uas Soziale Arbeit
Mal ehrlich, Freunde. Wir müssen reden. Über Soziale Arbeit. Ja, genau das. Die Sache, bei der alle immer so ernst gucken.
Ich habe da nämlich so eine... nennen wir es mal... *gewagte* These. Und zwar: Ist Soziale Arbeit nicht manchmal ein bisschen... zu sehr mit sich selbst beschäftigt?
Die heilige Kuh der Empathie
Klar, Empathie ist super. Brauchen wir. Unbedingt. Aber manchmal habe ich das Gefühl, die Soziale Arbeit wird zum Empathie-Olymp erklärt. Wer am empathischsten ist, gewinnt. Preis: Ein unbezahltes Praktikum. (Scherz! Hoffentlich.)
Ich will ja nicht unken, aber ist es nicht manchmal wichtiger, einfach *zu handeln*, anstatt stundenlang über die Gefühlswelt des Klienten zu brüten? Manchmal hilft eben ein Dach über dem Kopf mehr als das 27. Gespräch über die Kindheit.
Versteht mich nicht falsch. Zuhören ist wichtig. Aber irgendwann muss man auch mal Butter bei die Fische tun, oder? Oder wie der Rheinländer sagt: "Loss mer mache!"
Der Papierkram-Dschungel
Und dann ist da noch der Papierkram. Heiliger Bimbam! Ich kenne Leute, die haben sich lieber einen zweiten Job gesucht, als einen Antrag für Wohngeld auszufüllen. Und die arbeiten in der Sozialen Arbeit!
Ist es wirklich nötig, jeden einzelnen Furz zu dokumentieren? Muss jede Hilfestellung in dreifacher Ausführung beantragt, genehmigt, und danach nochmals in fünffacher Ausführung abgerechnet werden?
Ich behaupte mal frech: Die Zeit, die für Bürokratie draufgeht, könnte man sinnvollerweise in... tadaaa... *echte* soziale Arbeit investieren! Verrückt, oder?
"Die Bürokratie ist der Tod jeder guten Idee." - Irgendwer Kluges (Wahrscheinlich)
Das Gutmenschen-Image
Okay, jetzt wird's heikel. Das Gutmenschen-Image. Jaja, ich weiß. Nicht alle sind so. Aber das Klischee hält sich hartnäckig. Und manchmal... manchmal ist es gar nicht so unberechtigt.
Da wird mit erhobenem Zeigefinger Moral gepredigt. Da werden "Privilegien" angeprangert. Da wird sich über die "Unterschicht" echauffiert. Alles natürlich im Namen der Gerechtigkeit und der sozialen Verantwortung.
Aber mal ganz ehrlich: Hilft das irgendwem? Oder fühlen sich die Leute dann nicht erst recht verurteilt und stigmatisiert? Wäre es nicht sinnvoller, mit den Leuten *auf Augenhöhe* zu reden und gemeinsam nach Lösungen zu suchen?
Manchmal habe ich das Gefühl, einige in der Sozialen Arbeit sind mehr damit beschäftigt, ihr eigenes Gewissen zu beruhigen, als tatsächlich zu helfen.
Die Sache mit der Selbstausbeutung
Und dann wäre da noch die Selbstausbeutung. Die ist ja in der Sozialen Arbeit quasi schon Berufsrisiko Nummer eins. Wer nicht mindestens einmal am Rande des Burnouts stand, war gar nicht richtig dabei.
Überstunden? Selbstverständlich. Unbezahlt? Logo. Den eigenen Urlaub opfern, um noch schnell das Projekt fertigzustellen? Ehrensache!
Aber hey, Leute! Ihr seid doch auch nur Menschen! Ihr habt auch Bedürfnisse! Und wer sich selbst nicht hilft, kann auch anderen nicht helfen. Oder wie war das?
Fazit: Ich finde, wir sollten die Soziale Arbeit ein bisschen entstauben. Mehr Pragmatismus, weniger Ideologie. Mehr Handeln, weniger Reden. Und vor allem: Mehr Selbstfürsorge! Dann klappt's auch mit der sozialen Gerechtigkeit. Vielleicht.
Und jetzt steinigt mich. Oder schreibt mir eure Meinung. Aber bitte mit Empathie. 😉
