Frau Macht Sich In Die Hose
Inkontinenz bei Frauen: Ursachen, Behandlung und Hilfestellungen in Deutschland
Inkontinenz, oft auch als Blasenschwäche bezeichnet, ist ein Thema, über das viele Menschen ungern sprechen. Dennoch ist es ein weit verbreitetes Problem, das Frauen jeden Alters betreffen kann. In Deutschland gibt es zahlreiche Anlaufstellen und Behandlungsmöglichkeiten, die Betroffenen helfen können, ihre Lebensqualität deutlich zu verbessern. Dieser Artikel soll Ihnen einen umfassenden Überblick über Inkontinenz bei Frauen in Deutschland geben, von den Ursachen und verschiedenen Formen bis hin zu Behandlungsmöglichkeiten und praktischen Tipps für den Alltag.
Was ist Inkontinenz?
Inkontinenz bezeichnet den unwillkürlichen Verlust von Urin oder Stuhl. Es ist wichtig zu betonen, dass Inkontinenz keine Krankheit ist, sondern ein Symptom, das verschiedene Ursachen haben kann. Sie kann sich in unterschiedlicher Form und Schweregrad äußern, von gelegentlichem Tröpfeln bis hin zum vollständigen Verlust der Blasenkontrolle. Die psychische Belastung, die mit Inkontinenz einhergeht, sollte nicht unterschätzt werden. Viele Betroffene schämen sich, suchen keine Hilfe und ziehen sich sozial zurück.
Formen der Inkontinenz
Es gibt verschiedene Formen der Inkontinenz, die sich in ihren Ursachen und Symptomen unterscheiden:
- Belastungsinkontinenz (Stressinkontinenz): Dies ist die häufigste Form der Inkontinenz bei Frauen. Sie tritt auf, wenn der Beckenboden geschwächt ist und dem Druck, der beispielsweise beim Husten, Niesen, Lachen, Heben schwerer Gegenstände oder Sport entsteht, nicht mehr standhalten kann. Der Harnröhrenschließmuskel schließt nicht mehr richtig.
- Dranginkontinenz (Urgeinkontinenz): Bei der Dranginkontinenz verspüren Betroffene einen plötzlichen, starken Harndrang, dem sie nicht widerstehen können. Oftmals kommt es dabei zum unkontrollierten Urinverlust. Ursachen können eine Überaktivität der Blasenmuskulatur, neurologische Erkrankungen oder Blasenentzündungen sein. Man unterscheidet zwischen der motorischen und der sensorischen Dranginkontinenz.
- Mischinkontinenz: Diese Form ist eine Kombination aus Belastungs- und Dranginkontinenz. Betroffene leiden sowohl unter unwillkürlichem Urinverlust bei körperlicher Anstrengung als auch unter plötzlichem Harndrang.
- Überlaufinkontinenz: Die Blase kann sich nicht vollständig entleeren, was zu einem ständigen Harndrang und unkontrolliertem Urinverlust führt. Ursachen können eine Verengung der Harnröhre oder eine Nervenschädigung sein.
- Reflexinkontinenz: Diese Form tritt aufgrund von Schädigungen des Nervensystems auf, die die Blasenfunktion steuern. Betroffene haben keinen Harndrang und der Urin geht unkontrolliert ab.
Ursachen von Inkontinenz bei Frauen
Die Ursachen von Inkontinenz bei Frauen sind vielfältig. Einige der häufigsten Faktoren sind:
- Schwangerschaft und Geburt: Schwangerschaft und Geburt können den Beckenboden stark belasten und zu einer Schwächung der Beckenbodenmuskulatur führen.
- Wechseljahre: Der sinkende Östrogenspiegel in den Wechseljahren kann die Blasenfunktion beeinflussen und zu Inkontinenz beitragen.
- Alter: Mit zunehmendem Alter lässt die Muskelkraft im Allgemeinen nach, was auch den Beckenboden betrifft.
- Übergewicht: Übergewicht belastet den Beckenboden zusätzlich.
- Operationen: Operationen im Beckenbereich, beispielsweise Gebärmutterentfernungen, können die Beckenbodenmuskulatur schädigen.
- Neurologische Erkrankungen: Erkrankungen wie Multiple Sklerose, Parkinson oder Schlaganfall können die Blasenfunktion beeinträchtigen.
- Blasenentzündungen: Chronische oder wiederkehrende Blasenentzündungen können zu einer Überaktivität der Blase führen.
- Medikamente: Bestimmte Medikamente, wie z.B. Diuretika (harntreibende Mittel), können Inkontinenz verursachen oder verschlimmern.
- Verstopfung: Chronische Verstopfung kann den Beckenboden zusätzlich belasten.
Diagnose von Inkontinenz
Um die Ursache der Inkontinenz zu ermitteln und die richtige Behandlung zu wählen, ist eine gründliche Diagnose wichtig. In Deutschland können Sie sich an Ihren Hausarzt oder direkt an einen Urologen oder Gynäkologen wenden. Die Diagnose umfasst in der Regel:
- Anamnese: Ein ausführliches Gespräch über Ihre Beschwerden, Ihre Krankengeschichte und Ihre Lebensgewohnheiten.
- Körperliche Untersuchung: Eine Untersuchung des Beckenbodens und der Genitalorgane.
- Miktionsprotokoll: Das Führen eines Protokolls über Ihre Trink- und Ausscheidungsgewohnheiten.
- Urinuntersuchung: Um eine Blasenentzündung auszuschließen.
- Ultraschalluntersuchung: Um die Blase und die Nieren zu beurteilen.
- Urodynamische Untersuchung: Eine Untersuchung der Blasenfunktion, bei der der Blasendruck und der Harnfluss gemessen werden.
Behandlungsmöglichkeiten von Inkontinenz
Die Behandlung von Inkontinenz richtet sich nach der Ursache und dem Schweregrad der Beschwerden. Es gibt verschiedene Behandlungsoptionen, die oft kombiniert werden:
- Beckenbodentraining: Gezielte Übungen zur Stärkung der Beckenbodenmuskulatur. Diese Übungen können von speziell ausgebildeten Physiotherapeuten angeleitet werden. Beckenbodentraining ist oft die erste Wahl bei Belastungsinkontinenz.
- Blasentraining: Ein Training, um die Blasenkapazität zu erhöhen und den Harndrang zu kontrollieren. Dabei wird versucht, die Zeit zwischen den Toilettengängen allmählich zu verlängern.
- Elektrostimulation: Die Anwendung von elektrischen Impulsen zur Stärkung der Beckenbodenmuskulatur.
- Biofeedback: Eine Methode, bei der Betroffene lernen, ihre Beckenbodenmuskulatur bewusst wahrzunehmen und zu kontrollieren.
- Medikamente: Es gibt verschiedene Medikamente, die bei Dranginkontinenz eingesetzt werden können, um die Blasenmuskulatur zu entspannen. Bei Belastungsinkontinenz können Medikamente die Muskelkraft erhöhen.
- Lokale Östrogenanwendung: Bei Frauen in den Wechseljahren kann die lokale Anwendung von Östrogen in Form von Cremes oder Zäpfchen die Blasenschleimhaut stärken.
- Operationen: In einigen Fällen, insbesondere bei Belastungsinkontinenz, kann eine Operation erforderlich sein, um die Harnröhre zu stabilisieren.
- Injektionen: Botulinumtoxin (Botox) kann in die Blasenmuskulatur injiziert werden, um die Überaktivität der Blase bei Dranginkontinenz zu reduzieren.
- Hormontherapie: Systemische Hormontherapie kann in Einzelfällen zur Verbesserung der Symptome beitragen, wird aber aufgrund möglicher Risiken nicht routinemäßig eingesetzt.
Hilfsmittel und Tipps für den Alltag
Neben den oben genannten Behandlungsmöglichkeiten gibt es auch einige Hilfsmittel und Tipps, die Ihnen den Alltag mit Inkontinenz erleichtern können:
- Inkontinenzprodukte: Es gibt eine Vielzahl von Inkontinenzprodukten, wie z.B. Einlagen, Slips und Windeln, die Ihnen Sicherheit und Komfort bieten können. Lassen Sie sich in einer Apotheke oder einem Sanitätshaus beraten, um das passende Produkt für Ihre Bedürfnisse zu finden.
- Trinkverhalten: Achten Sie auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, aber vermeiden Sie harntreibende Getränke wie Kaffee, Alkohol und kohlensäurehaltige Getränke. Trinken Sie nicht weniger, um Inkontinenz vorzubeugen!
- Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung mit viel Ballaststoffen kann Verstopfung vorbeugen, die den Beckenboden zusätzlich belastet.
- Gewichtskontrolle: Achten Sie auf ein gesundes Gewicht, um den Beckenboden zu entlasten.
- Regelmäßige Toilettengänge: Gehen Sie regelmäßig zur Toilette, auch wenn Sie keinen Harndrang verspüren.
- Beckenbodentraining in den Alltag integrieren: Führen Sie Beckenbodenübungen regelmäßig durch, z.B. beim Zähneputzen, beim Warten an der Ampel oder beim Fernsehen.
- Sanitätshäuser und Apotheken: Diese bieten kompetente Beratung und eine breite Auswahl an Hilfsmitteln.
- Selbsthilfegruppen: Der Austausch mit anderen Betroffenen kann sehr hilfreich und entlastend sein. Informieren Sie sich über Selbsthilfegruppen in Ihrer Nähe.
- Rechtliche Aspekte: In bestimmten Fällen kann Inkontinenz als Behinderung anerkannt werden und Ihnen Anspruch auf bestimmte Leistungen, wie z.B. einen Schwerbehindertenausweis, geben. Erkundigen Sie sich bei den zuständigen Behörden.
Wo finde ich Hilfe in Deutschland?
In Deutschland gibt es zahlreiche Anlaufstellen, die Ihnen bei Inkontinenz helfen können:
- Hausarzt: Ihr Hausarzt ist oft die erste Anlaufstelle und kann Sie an einen Spezialisten überweisen.
- Urologe/Gynäkologe: Urologen und Gynäkologen sind Spezialisten für Erkrankungen der Harnwege bzw. der weiblichen Geschlechtsorgane und können eine umfassende Diagnose und Behandlung anbieten.
- Physiotherapeut: Physiotherapeuten mit einer Zusatzausbildung im Bereich Beckenbodentraining können Ihnen gezielte Übungen zeigen.
- Apotheken und Sanitätshäuser: Hier erhalten Sie eine breite Auswahl an Inkontinenzprodukten und kompetente Beratung.
- Selbsthilfegruppen: Der Austausch mit anderen Betroffenen kann sehr hilfreich und entlastend sein. Suchen Sie online nach Selbsthilfegruppen in Ihrer Nähe oder fragen Sie Ihren Arzt.
- Deutsche Kontinenz Gesellschaft e.V.: Diese Gesellschaft bietet Informationen und Beratung zum Thema Inkontinenz.
Es ist wichtig zu betonen, dass Inkontinenz kein unabwendbares Schicksal ist. Mit der richtigen Diagnose und Behandlung können viele Frauen ihre Lebensqualität deutlich verbessern. Scheuen Sie sich nicht, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen und sich über die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten zu informieren. Sprechen Sie offen mit Ihrem Arzt und holen Sie sich Unterstützung. In Deutschland gibt es viele Ressourcen, die Ihnen helfen können, Ihre Inkontinenz in den Griff zu bekommen und ein aktives und selbstbestimmtes Leben zu führen.
