Frau Vor Der Untergehenden Sonne
Okay, Hand aufs Herz: Wer hat zu Hause eine Schallplatte oder CD von "Frau vor der untergehenden Sonne"? Oder, noch besser, wer hat das Ding mal aus Spaß auf einer Party aufgelegt? Seid ehrlich!
Denn mal ehrlich, dieses Bild ist doch allgegenwärtig. Es ist wie ein guter alter Freund, den man kennt, aber über den man eigentlich nie wirklich nachdenkt. Es hängt in Arztpraxen, schmückt Wartezimmer und prangt auf Postkarten. Es ist Kitsch, ja, aber irgendwie auch... Kult?
Aber habt ihr euch jemals gefragt, wer diese Frau eigentlich ist? Warum sie da so verloren vor diesem – zugegeben – spektakulären Sonnenuntergang steht? Und warum dieses Bild so unfassbar populär wurde?
Die Frau, das Rätsel, der Sonnenuntergang
Also, die Frau heißt Mathilde Bach. Ja, Mathilde! Klingt nicht gerade nach Rock 'n' Roll, oder? Und was den Sonnenuntergang angeht, der ist auch weniger dramatisch als man denkt. Er wurde nämlich im Studio nachgebaut. Künstlerischer Trick! Der Maler, Caspar David Friedrich (ein Name, der viel besser zum Thema passt, finden wir!), hat sich das alles so ausgedacht.
Aber was steckt dahinter? Friedrich war ein Romantiker, durch und durch. Er liebte die Natur und sah in ihr eine Spiegelung der menschlichen Seele. Die Frau, die da so klein vor der gewaltigen Natur steht, ist also ein Symbol für uns alle. Wir stehen da, überwältigt von der Welt, von unseren Gefühlen, von der Vergänglichkeit des Lebens. Ganz schön schwere Kost für ein Bild, das oft als Deko herhalten muss, oder?
Mehr als nur ein schönes Bild
Das Bild ist natürlich mehr als nur ein schönes Bild. Es ist ein Fenster in die Seele des Künstlers und in die des Betrachters. Jeder sieht etwas anderes darin. Manche sehen Melancholie, andere Hoffnung. Einige finden es kitschig, andere tief bewegend. Und genau das ist ja das Schöne an Kunst, oder? Sie regt uns zum Nachdenken an, auch wenn wir es gar nicht wollen.
Und mal ehrlich, wer von uns hat sich nicht schon mal so gefühlt wie Mathilde? Klein und verloren vor den großen Herausforderungen des Lebens? Oder einfach nur überwältigt von der Schönheit eines Sonnenuntergangs? (Auch wenn der echte ist und nicht im Studio nachgebaut wurde).
Der Witz an der Sache ist ja: Friedrich wollte mit seinen Bildern etwas Tieferes ausdrücken. Er wollte uns zeigen, dass wir Teil eines großen Ganzen sind, dass wir uns in der Natur wiederfinden können. Aber er hätte wahrscheinlich nie damit gerechnet, dass sein Bild mal als Poster in Studentenbuden hängen würde.
"Der Künstler soll nicht nur malen, was er vor sich sieht, sondern auch, was er in sich sieht. Sieht er aber nichts in sich, so unterlasse er auch zu malen, was er vor sich sieht." - Caspar David Friedrich (der Mann hatte was drauf!)
Humor und Tragik in Einem
Das ist vielleicht der größte Witz an der ganzen Sache: Ein Bild, das so tiefgründig und ernst gemeint ist, wird zum Massenphänomen, zur Kitschikone. Es ist, als würde man Nietzsche als Klingelton verwenden. Oder Bach als Hintergrundmusik für einen Werbespot. Aber hey, warum nicht? Kunst soll doch für alle da sein, oder?
Und vielleicht ist es ja auch gerade diese Mischung aus Humor und Tragik, die das Bild so anziehend macht. Wir lachen darüber, wie kitschig es ist, aber gleichzeitig spüren wir auch eine gewisse Verbundenheit mit Mathilde. Wir verstehen, was sie fühlt. Und das ist ja schon mal was, oder?
Also, das nächste Mal, wenn ihr "Frau vor der untergehenden Sonne" seht, denkt nicht nur an Kitsch und Postkarten. Denkt an Mathilde, an den Künstler, an die Romantik. Denkt an euch selbst und eure eigenen Sonnenuntergänge. Und vielleicht müsst ihr dann sogar ein bisschen schmunzeln.
Denn wer weiß, vielleicht steckt in diesem kitschigen Bild ja doch mehr Wahrheit, als wir auf den ersten Blick vermuten.
