Full Range Of Leadership Modell
Stell dir vor, du stehst in der Küche. Es ist Sonntag, und du hast die ehrenvolle Aufgabe, das Frühstück zu zaubern. Deine Familie – sagen wir, ein wilder Haufen bestehend aus einem teenager-motzenden Sohn, einer immer-optimistischen Partnerin und einem Hund, der alles frisst, was runterfällt – erwartet Großes. Aber was hat das jetzt mit Führung zu tun?
Mehr als du denkst! Denn im Grunde ist jeder von uns mal Führer, mal Geführter. Und das Full Range of Leadership Modell, kurz FRLM, versucht genau das zu beschreiben: Die ganze Bandbreite an Führungsstilen, von "Ich schalte ab" bis "Ich inspiriere die Welt".
Der "Laissez-faire"-Koch
Fangen wir am unteren Ende der Skala an: dem "Laissez-faire"-Koch. Das bist du, wenn du denkst: "Ach, sollen sie sich doch selber was machen." Du legst die Toastscheiben hin, stellst Marmelade und Nutella auf den Tisch und verschwindest, um in Ruhe deine Sonntagszeitung zu lesen. Hauptsache, du wirst nicht gestört! Im FRLM bedeutet "Laissez-faire" so viel wie: "Ich mische mich nicht ein." Das mag in manchen Situationen funktionieren, aber oft führt es zu Chaos. Der Toast verbrennt, der Hund klaut die Wurst, und dein Sohn beschwert sich, dass es keine Avocados gibt.
Ganz ehrlich, manchmal ist das Abschalten ja ganz nett, aber dauerhaft als Führungsstil? Eher nicht so prickelnd.
Der "Management by Exception"-Toastmeister
Eine Stufe höher finden wir den "Management by Exception"-Toastmeister. Der beobachtet das Treiben in der Küche zwar, greift aber erst ein, wenn etwas schief läuft. Der Toast wird zu dunkel? Du springst auf und rettest ihn vor dem Verbrennen. Dein Sohn kippt seinen Saft um? Du bist zur Stelle, um das Chaos zu beseitigen. "Management by Exception" bedeutet, du kümmerst dich erst um Probleme, wenn sie auftreten. Das kann effizient sein, aber es ist auch ein bisschen reaktiv. Und wer will schon den ganzen Morgen nur Feuer löschen?
Die aktive und passive Variante
Hier gibt's sogar noch zwei Varianten: die aktive und passive. Der aktive "Management by Exception"-Typ ist ständig auf der Suche nach Fehlern, wie ein Adler, der über die Serengeti kreist. "Oh, du hast die Marmelade nicht richtig zugemacht!" Der passive Typ wartet, bis das Chaos schon ausgebrochen ist und handelt dann. Beide sind nicht gerade der Inbegriff von Inspiration.
Der "Transaktionale" Frühstücksdirektor
Jetzt wird's interessanter! Der "Transaktionale" Frühstücksdirektor ist wie ein Dealmaker. Er sagt: "Wenn ihr eure Teller abwascht, bekommt ihr heute Abend Eis zum Nachtisch!" Oder: "Wer den Tisch abräumt, darf die Fernbedienung haben." Im FRLM geht es hier um Belohnung und Bestrafung. Gute Leistung wird belohnt, schlechte Leistung wird… nun ja, nicht belohnt. Das kann funktionieren, vor allem, wenn es um klare Ziele und Aufgaben geht. Aber es ist auch ein bisschen unpersönlich. Wo bleibt die Leidenschaft?
Der transaktionale Chef hat seine Daseinsberechtigung. Wenn es darum geht, Prozesse zu optimieren und Ergebnisse zu erzielen, kann dieser Stil sehr effektiv sein. Aber Vorsicht: Wer sich nur auf Karotten und Peitschen verlässt, riskiert, dass seine Mitarbeiter nur noch Dienst nach Vorschrift machen.
Der "Transformationale" Frühstücks-Guru
Und jetzt kommen wir zum Star des FRLM: dem "Transformationalen" Frühstücks-Guru! Dieser Typ ist mehr als nur ein Koch. Er ist ein Visionär, ein Inspirator, ein Motivator. Er sagt nicht nur, was zu tun ist, sondern erklärt, warum es wichtig ist. Er begeistert seine Familie für die Idee eines gesunden, gemeinsamen Frühstücks. Er ermutigt sie, neue Rezepte auszuprobieren. Er lobt sie für ihre Kreativität und ihren Einsatz. Er ist ein Vorbild, an dem man sich orientieren kann.
Der transformationale Frühstücks-Guru hat vier magische Zutaten:
- Idealisierter Einfluss (Idealized Influence): Er ist ein Vorbild und genießt Respekt.
- Inspirierende Motivation (Inspirational Motivation): Er vermittelt eine Vision und motiviert andere, daran zu glauben.
- Intellektuelle Stimulation (Intellectual Stimulation): Er fordert zum Nachdenken und zur Kreativität auf.
- Individuelle Wertschätzung (Individualized Consideration): Er kümmert sich um die Bedürfnisse jedes Einzelnen.
Dieser Führungsstil ist natürlich anspruchsvoll. Er erfordert Empathie, Kommunikationsfähigkeit und Authentizität. Aber er ist auch der lohnendste, denn er kann Menschen dazu bringen, über sich hinauszuwachsen und gemeinsam Großes zu erreichen. Und vielleicht, ganz vielleicht, gelingt es dir so, sogar deinen teenager-motzenden Sohn für ein gesundes Frühstück zu begeistern.
Die Moral von der Geschicht'
Das Full Range of Leadership Modell zeigt uns, dass es nicht den einen, perfekten Führungsstil gibt. Es kommt immer auf die Situation, die Menschen und die Ziele an. Manchmal ist ein bisschen "Laissez-faire" angebracht, manchmal braucht es klare Anweisungen und Belohnungen, und manchmal ist es wichtig, einfach nur zu inspirieren und zu motivieren. Und wer weiß, vielleicht entdeckst du beim nächsten Sonntagsfrühstück ja deinen inneren "Transformationalen" Frühstücks-Guru!
Und denk dran: Selbst der beste Guru braucht mal eine Pause. Also gönn dir ruhig auch mal eine Tasse Kaffee und überlass den Rest der Familie!
