Futter Für Alte Pferde Zum Zunehmen
Hallo ihr Lieben! Heute nehme ich euch mit auf eine ganz besondere Reise – eine, die mich viel gelehrt und mir das Herz erwärmt hat. Es geht nämlich um unsere geliebten alten Pferde und wie wir ihnen helfen können, wenn sie etwas "dünn auf der Brust" werden, wie man so schön sagt. Vielleicht habt ihr selbst ein älteres Pferd, oder ihr seid einfach nur pferdebegeistert und interessiert daran, wie man diese wunderbaren Geschöpfe bestmöglich versorgt. Egal, warum ihr hier seid, ich hoffe, meine Erfahrungen und Erkenntnisse sind für euch hilfreich!
Oma Gerda und das Problem mit dem Gewicht
Ich erinnere mich noch genau an den Tag, als Oma Gerda zu uns kam. Eine wunderschöne, schneeweiße Stute im stolzen Alter von 25 Jahren. Sie war liebenswert, sanftmütig und... etwas zu leicht. Ihr Rippen waren deutlicher zu sehen, als mir lieb war, und ihr ganzer Körper wirkte einfach nicht so kräftig, wie er sein sollte. Wir wussten, dass das Alter eine Rolle spielt, aber wir wollten alles tun, um Gerda zu helfen, wieder etwas zuzunehmen und sich rundum wohlzufühlen.
Also begann ich, mich intensiv mit dem Thema "Futter für alte Pferde zum Zunehmen" auseinanderzusetzen. Und ich kann euch sagen, es ist ein Dschungel! Es gibt so viele Informationen, Meinungen und Produkte, dass man leicht den Überblick verlieren kann. Aber keine Sorge, ich habe mich durchgekämpft und möchte euch meine wichtigsten Erkenntnisse weitergeben.
Die Grundlagen: Warum nehmen alte Pferde ab?
Bevor wir uns dem Futter widmen, ist es wichtig zu verstehen, warum alte Pferde überhaupt dazu neigen, Gewicht zu verlieren. Es gibt verschiedene Gründe dafür:
- Zahnprobleme: Ältere Pferde haben oft Probleme mit ihren Zähnen. Sie können nicht mehr so gut kauen, wodurch die Futteraufnahme und die Verdauung beeinträchtigt werden. Das Heu wird nicht ausreichend zerkleinert, was die Nährstoffaufnahme behindert.
- Verdauungsprobleme: Die Verdauungsorgane werden im Alter träger. Die Nährstoffe werden nicht mehr so effizient aufgenommen wie in jungen Jahren.
- Verminderte Muskelmasse: Mit zunehmendem Alter verlieren Pferde Muskelmasse, was sich auch auf ihr Gewicht auswirkt.
- Krankheiten: Verschiedene Krankheiten, wie z.B. Cushing oder EMS (Equines Metabolisches Syndrom), können zu Gewichtsverlust führen.
- Stress: Auch Stress kann bei älteren Pferden zu Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust führen.
Es ist also wichtig, die Ursache des Gewichtsverlusts herauszufinden, bevor man mit der Fütterung beginnt. Ein Besuch beim Tierarzt ist hier unerlässlich! Er kann die Zähne kontrollieren, eine Blutuntersuchung durchführen und mögliche Krankheiten ausschließen.
Die Futterstrategie: Was hilft wirklich?
Nachdem wir die Ursache für Gerdas Gewichtsverlust abgeklärt hatten (es waren hauptsächlich altersbedingte Zahnprobleme), konnten wir mit der Futterplanung beginnen. Hier sind die wichtigsten Punkte, die wir berücksichtigt haben:
1. Hochwertiges Heu, leicht verdaulich
Heu ist und bleibt das wichtigste Futtermittel für Pferde, auch für alte. Aber es muss von guter Qualität sein und leicht verdaulich. Das bedeutet:
- Feinhalmiges Heu: Je feiner das Heu, desto leichter kann es vom Pferd gekaut werden.
- Geringer Rohfasergehalt: Ein geringerer Rohfasergehalt bedeutet, dass das Heu leichter verdaulich ist.
- Guter Geruch und Farbe: Das Heu sollte angenehm riechen und eine grüne Farbe haben.
- Keine Schimmelbildung: Schimmeliges Heu ist giftig für Pferde und sollte unbedingt vermieden werden!
Da Gerda Probleme mit dem Kauen hatte, haben wir das Heu zusätzlich mit Wasser eingeweicht. Dadurch wurde es weicher und leichter zu schlucken.
2. Heucobs oder Heupellets
Heucobs und Heupellets sind eine tolle Ergänzung zum Heu, besonders für Pferde mit Zahnproblemen. Sie werden aus gepresstem Heu hergestellt und können eingeweicht werden, um eine Art Heubreip zu erhalten. Das ist perfekt für Pferde, die Schwierigkeiten beim Kauen haben.
Wir haben Gerda täglich Heucobs gefüttert, und sie hat sie geliebt! Sie hat sie regelrecht verschlungen und wir konnten deutlich sehen, wie sie dadurch an Gewicht zunahm.
3. Kraftfutter: Energie für alte Knochen
Auch Kraftfutter kann helfen, das Gewicht zu steigern. Aber Achtung: Nicht jedes Kraftfutter ist für alte Pferde geeignet! Wichtig ist, dass es leicht verdaulich ist und einen hohen Energiegehalt hat.
Wir haben uns für ein spezielles Senior-Futter entschieden, das folgende Eigenschaften hatte:
- Hoher Energiegehalt: Um den Energiebedarf des Pferdes zu decken.
- Leicht verdauliche Inhaltsstoffe: Wie z.B. aufgeschlossene Getreideflocken oder Reiskleie.
- Zusatz von Vitaminen und Mineralstoffen: Um den Bedarf an wichtigen Nährstoffen zu decken.
- Hoher Rohfasergehalt: Um die Verdauung anzuregen.
Auch hier gilt: Lieber kleine Portionen mehrmals täglich füttern, um die Verdauung nicht zu überlasten.
4. Öle und Fette: Die Extra-Portion Energie
Öle und Fette sind eine hervorragende Möglichkeit, die Futterration mit zusätzlicher Energie anzureichern. Sie sind leicht verdaulich und liefern viele Kalorien.
Wir haben Gerda täglich einen Schuss Leinöl über das Futter gegeben. Leinöl ist reich an Omega-3-Fettsäuren, die entzündungshemmend wirken und sich positiv auf die Haut und das Fell auswirken.
5. Rübenschnitzel: Ballaststoffe für die Verdauung
Rübenschnitzel sind ein guter Lieferant von Ballaststoffen, die die Verdauung anregen. Sie sollten aber immer eingeweicht werden, bevor man sie verfüttert, da sie im Magen des Pferdes aufquellen und sonst zu Koliken führen können!
Wir haben Gerda ab und zu eingeweichte Rübenschnitzel gefüttert, um ihre Verdauung zu unterstützen.
6. Mash: Der Wohlfühl-Snack
Mash ist ein warmer, breiartiger Futtermix, der aus Kleie, Leinsamen und anderen Zutaten besteht. Er ist leicht verdaulich, bekömmlich und schmeckt den meisten Pferden hervorragend. Mash ist besonders gut geeignet für Pferde mit Verdauungsproblemen oder nach anstrengenden Trainingseinheiten.
Wir haben Gerda einmal pro Woche Mash zubereitet. Es war für sie ein richtiger Wohlfühl-Snack, den sie immer genossen hat.
Die Erfolge: Oma Gerda blüht auf!
Nach einigen Wochen der konsequenten Fütterung mit dem angepassten Futterplan konnten wir die ersten Erfolge sehen. Gerda nahm langsam aber stetig zu. Ihre Rippen waren nicht mehr so deutlich sichtbar und ihr ganzer Körper wirkte kräftiger. Sie war wieder agiler und hatte mehr Energie. Es war wunderbar zu sehen, wie sie aufblühte!
Natürlich war es ein langer Weg, und es gab auch Rückschläge. Aber wir haben nie aufgegeben und immer weiter nach den besten Lösungen für Gerda gesucht. Und es hat sich gelohnt!
Mein Fazit: Geduld und die richtige Strategie zahlen sich aus
Ich hoffe, meine Erfahrungen mit Oma Gerda konnten euch etwas Mut machen und euch zeigen, dass es möglich ist, auch älteren Pferden zu helfen, wieder zuzunehmen und sich wohlzufühlen. Wichtig ist, dass ihr die Ursache des Gewichtsverlusts abklärt, einen individuellen Futterplan erstellt und geduldig seid. Und vergesst nicht: Liebe, Zuwendung und eine gute Pflege sind genauso wichtig wie das richtige Futter!
Wenn ihr Fragen oder Anregungen habt, schreibt mir gerne in die Kommentare. Ich freue mich darauf, von euren Erfahrungen zu hören!
Bis zum nächsten Mal, eure [Dein Name]!
