Gedicht Besuch Vom Lande
Kennt ihr das? Man lebt so vor sich hin, in seinem kleinen, feinen Alltagstrott. Alles ist perfekt organisiert, jede Kaffeetasse hat ihren Platz, und der Staubsaugerroboter kennt die Wohnung besser als man selbst. Und dann... *BAM!* Besuch vom Lande steht vor der Tür! Nicht irgendein Besuch, nein, sondern der Besuch, der dein Leben für die nächsten Tage – sagen wir mal – interessanter gestalten wird.
Ich rede hier natürlich vom Klassiker schlechthin: Besuch vom Lande. Und damit meine ich nicht einfach nur 'nen Ausflug aufs Land. Sondern Tante Erna, Onkel Herbert und vielleicht sogar noch Cousine Uschi mit ihrem zahmen Huhn Gertrud im Schlepptau. (Okay, vielleicht übertreibe ich mit Gertrud ein bisschen, aber die Vorstellung ist einfach zu gut!).
Die Ankunft: Ein Fest für die Sinne (und die Nerven)
Schon die Ankunft ist ein Ereignis für sich. Man hört es schon von Weitem: Das knatternde Auto, das vermutlich noch nie eine Waschanlage von innen gesehen hat, parkt mit quietschenden Bremsen vor der Tür. Und dann... die Begrüßung! Umarmungen, die so herzlich sind, dass man kurzzeitig glaubt, man würde in einem Bärenkostüm stecken, und Wangenküsse, die so laut sind, dass die Nachbarn denken, man hätte eine Party veranstaltet.
Und dann die Geschenke! Meistens selbstgemacht. Marmelade, die so sauer ist, dass sich die Mundwinkel zusammenziehen, Wurst, bei der man nicht so genau wissen will, was drin ist, und ein Strickpulli, der zwar warm hält, aber farblich eher an einen missglückten Regenbogen erinnert. Aber hey, es ist die Geste, die zählt! (Sagt man so, oder?).
Das Landleben in der Stadt: Eine Herausforderung
Jetzt beginnt der eigentliche Spaß: Das Landleben zieht in die Stadt ein. Tante Erna ist fasziniert vom Supermarkt ("So viele Sorten Käse! Unglaublich!"), Onkel Herbert staunt über die Rolltreppe ("Das ist ja wie auf der Kirmes!"), und Cousine Uschi... naja, die versucht, Gertrud das zahme Huhn im Garten zu verstecken. (Okay, Gertrud ist immer noch erfunden, aber ich kann's mir einfach so gut vorstellen!).
Die Essenszeiten: Ein kulinarisches Abenteuer
Die Essenszeiten sind ein Highlight. Plötzlich gibt es statt dem schnellen Smoothie zum Frühstück ein deftiges Bauernfrühstück mit Speck, Eiern und so viel Butter, dass man sich fragt, ob man nicht besser gleich eine Herztablette einwerfen sollte. Und beim Abendessen... da wird aufgetischt! Braten, Klöße, Rotkohl – die komplette Breitseite der deutschen Hausmannskost. Und wehe dem, der da "nein" sagt! Das wäre ja eine Beleidigung für die ganze Familie!
Und dann die Gespräche! Geschichten aus der Jugend, Anekdoten vom Dorffest und Weisheiten, die man so noch nie gehört hat. Zum Beispiel: "Wer den Pfennig nicht ehrt, ist den Euro nicht wert." (Okay, den Spruch kennt man vielleicht doch). Aber hey, man lernt ja nie aus!
Die Ausflüge: Kultur pur (oder so ähnlich)
Natürlich stehen auch Ausflüge auf dem Programm. Sightseeing in der Stadt! Tante Erna will unbedingt den Dom sehen, Onkel Herbert das Rathaus, und Cousine Uschi... die würde am liebsten in den Zoo gehen, um echte Hühner zu sehen. (Okay, ich hör jetzt mit Gertrud auf, versprochen!).
Und dann die Souvenirs! Schlüsselanhänger mit dem Kölner Dom, Tassen mit dem Rathausmotiv und... naja, vielleicht doch ein kleines Stoffhuhn für Cousine Uschi. Man will ja niemanden enttäuschen.
Der Abschied: Ein lachendes und ein weinendes Auge
Und dann ist er da, der Tag des Abschieds. Die Koffer sind gepackt, die Geschenke verteilt, und die Wangen sind vom vielen Küssen schon ganz rot. Eine letzte Umarmung, ein letztes Winken, und dann... *PUH!* Stille. Die Ruhe kehrt zurück. Der Alltagstrott hat uns wieder.
Aber hey, war doch schön, oder? Ein bisschen Abwechslung, ein bisschen Trubel, ein bisschen Landleben in der Stadt. Man hat gelacht, man hat gestaunt, und man hat gelernt, dass es auch außerhalb des eigenen kleinen Kosmos noch eine Welt gibt. Und ganz ehrlich: Irgendwie freut man sich ja schon auf den nächsten Besuch vom Lande. Vielleicht bringt Cousine Uschi dann ja wirklich Gertrud mit… Nur Spaß!
Also, liebe Leute, seid offen für den Besuch vom Lande! Es ist vielleicht nicht immer einfach, aber es ist immer unterhaltsam. Und wer weiß, vielleicht entdeckt ihr ja sogar eine neue Seite an euch selbst. Und wenn nicht... dann habt ihr zumindest eine gute Geschichte zu erzählen.
In diesem Sinne: Auf den Besuch vom Lande! Und möge Gertrud das Huhn immer im Hühnerstall bleiben!
