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Gedicht Goethe Sturm Und Drang


Gedicht Goethe Sturm Und Drang

Das Sturm und Drang ist eine bedeutende Epoche der deutschen Literaturgeschichte. Um das Verständnis der deutschen Kultur zu erleichtern, ist es hilfreich, sich mit den wichtigsten Vertretern und Werken dieser Zeit auseinanderzusetzen. Johann Wolfgang von Goethe, einer der berühmtesten deutschen Dichter, spielte eine zentrale Rolle im Sturm und Drang. Dieser Artikel beleuchtet Goethes Verbindung zum Sturm und Drang, seine wichtigsten Werke aus dieser Zeit und die Charakteristika seiner stürmisch-drängenden Dichtung.

Was war der Sturm und Drang?

Der Sturm und Drang war eine literarische und kulturelle Bewegung in Deutschland, die etwa von 1765 bis 1785 dauerte. Sie entstand als Reaktion auf die Aufklärung und den Rationalismus. Die Stürmer und Dränger lehnten die Vernunft als alleinige Richtschnur ab und betonten stattdessen die Bedeutung von Gefühl, Leidenschaft, Individualität und Natur. Sie protestierten gegen die gesellschaftlichen Konventionen, die politischen Strukturen und die starren Regeln der höfischen Literatur. Die jungen Autoren, oft aus bürgerlichen Verhältnissen stammend, forderten Freiheit, Selbstbestimmung und die Entfaltung des Genies.

Wichtige Merkmale des Sturm und Drang:

  • Gefühl und Leidenschaft: Im Vordergrund standen subjektive Erfahrungen, starke Emotionen und die Ablehnung rationaler Kontrolle.
  • Individualismus: Die Betonung der einzigartigen Persönlichkeit und des Genies, das sich nicht an Konventionen hält.
  • Naturverehrung: Die Natur wurde als Quelle der Inspiration, der Kraft und der Freiheit idealisiert.
  • Gesellschaftskritik: Eine scharfe Auseinandersetzung mit den sozialen Ungerechtigkeiten, der Willkür der Herrschenden und der Unterdrückung des Individuums.
  • Sprachliche Ausdruckskraft: Eine expressive, bildhafte und kraftvolle Sprache, die oft von Ausrufen, Fragen und emotionalen Übertreibungen geprägt war.

Goethes Rolle im Sturm und Drang

Johann Wolfgang von Goethe war einer der führenden Köpfe des Sturm und Drang. Seine frühen Werke, insbesondere "Die Leiden des jungen Werther" und das Urfaust-Fragment, gelten als Meilensteine dieser Epoche. Goethe verkörperte den stürmisch-drängenden Geist wie kaum ein anderer. Er brach mit den literarischen Traditionen seiner Zeit und schuf Werke, die von Leidenschaft, Gefühl und Rebellion geprägt waren.

Goethes Sturm-und-Drang-Werke:

  • Die Leiden des jungen Werther (1774): Ein Briefroman, der die Geschichte eines jungen Künstlers erzählt, der an der Unmöglichkeit seiner Liebe und an der Enge der Gesellschaft zugrunde geht. Werthers Selbstmord löste eine europaweite Werther-Fieber aus und machte Goethe über Nacht berühmt.
  • Urfaust (entstanden ab 1772, Fragment): Eine frühe Fassung von Goethes Meisterwerk "Faust". Das Urfaust-Fragment zeigt bereits die zentralen Themen und Motive des späteren Dramas, wie den Pakt mit dem Teufel, die Suche nach Erkenntnis und die Zerrissenheit des Menschen.
  • Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand (1773): Ein Drama über den Reichsritter Götz von Berlichingen, der für seine Freiheit und sein Recht kämpft. Das Stück ist ein Plädoyer für Individualität und gegen die Willkür der Herrschenden.
  • Prometheus (1774, Gedicht): Ein kraftvolles Gedicht, das den griechischen Mythos des Prometheus aufgreift. Prometheus, der den Göttern das Feuer stiehlt und den Menschen bringt, wird hier zum Symbol des selbstbestimmten Menschen, der sich gegen die Autorität auflehnt.

Goethes Gedicht "Prometheus": Eine Analyse

Das Gedicht "Prometheus" ist ein typisches Beispiel für Goethes Sturm-und-Drang-Dichtung. Es drückt die Selbstbehauptung des Individuums gegenüber den Göttern aus. Prometheus lehnt die göttliche Macht ab und betont seine eigene Schöpferkraft.

Bedecke deinen Himmel, Zeus,
Mit Wolkendunst!
Und übe, Knaben gleich,
Der Disteln köpft,
An Eichen dich und Bergeshöhn;
Mußt mir meine Erde doch lassen stehn,
Und meine Hütte, die du nicht gebaut,
Und meinen Herd, um dessen Glut
Du mich beneidest.

In diesen Versen spricht Prometheus Zeus direkt an und fordert ihn heraus. Er verachtet Zeus' Macht und betont seine eigene Schöpferkraft ("meine Erde", "meine Hütte", "meinen Herd"). Prometheus sieht sich als selbstständigen Schöpfer, der nicht von den Göttern abhängig ist.

Ich kenne nichts Ärmeres
Unter der Sonn' als euch Götter!
Ihr nähret kümmerlich
Von Opfersteuern
Und Gebetshauch
Eure Majestät
Und darbtet, wären
Nicht Kinder und Bettler
Hoffnungsvolle Toren.

Prometheus verachtet die Götter und beschreibt sie als arm und kümmerlich. Sie leben von den Opfern und Gebeten der Menschen, was Prometheus als Zeichen ihrer Schwäche interpretiert. Ohne die Menschen wären die Götter nichts.

Da ich ein Kind war,
Nicht wußte, wo aus noch ein,
Kehrt' ich mein verirrtes Auge
Zur Sonne, als wenn drüber wär
Ein Ohr, zu hören meine Klage,
Ein Herz, wie meins,
Sich des Bedrängten zu erbarmen.

Hier erinnert sich Prometheus an seine Kindheit und an seine frühere Naivität. Er glaubte einst an die Götter und hoffte auf ihre Hilfe. Doch diese Hoffnung wurde enttäuscht.

Wer half mir
Wider der Titanen Übermut?
Wer rettete vom Tode mich,
Von Sklaverei?
Hast du's nicht alles selbst vollendet,
Heilig glühend Herz?

Prometheus erkennt, dass er sich selbst helfen musste. Er verdankt seine Rettung und seine Freiheit nicht den Göttern, sondern seinem eigenen Mut und seiner eigenen Kraft. Das "heilig glühende Herz" symbolisiert die Leidenschaft und den Willen, die Prometheus antreiben.

Und glühst jung und gut,
Betrogen, Hilfe flehend,
Zum Himmel dich hinauf?
Ich dich ehren?
Wofür?
Hast du die Schmerzen gelindert
Je des Beladenen?
Hast du die Tränen gestillet
Je des Bekümmerten?

Prometheus fragt, warum er die Götter ehren sollte. Sie haben ihm und den Menschen nicht geholfen, sondern sie im Stich gelassen. Die Götter haben die Schmerzen der Leidenden nicht gelindert und die Tränen der Bekümmerten nicht gestillt.

Hat nicht mich zu Männern geschmiedet
Die allmächtige Zeit
Und das ewige Schicksal,
Meine Herrn und deine?

Prometheus betont, dass er und die Götter gleichermaßen dem Schicksal und der Zeit unterworfen sind. Er sieht sich nicht als unterlegen, sondern als ebenbürtig.

Wähntest du etwa, ich sollte das Leben hassen,
In Wüsten fliehen,
Weil nicht alle Blüten-Träume reiften?

Prometheus weigert sich, das Leben zu hassen oder in die Wüste zu fliehen, nur weil nicht alle seine Träume in Erfüllung gegangen sind. Er akzeptiert das Leben mit all seinen Schwierigkeiten und Herausforderungen.

Hier sitz ich, forme Menschen
Nach meinem Bilde,
Ein Geschlecht, das mir gleich sei,
Zu leiden, weinen,
Genießen und zu freuen sich,
Und dein nicht zu achten,
Wie ich!

Die letzten Verse des Gedichts sind ein kraftvolles Bekenntnis zu Prometheus' Schöpferkraft und seiner Unabhängigkeit von den Göttern. Er formt Menschen nach seinem eigenen Bild, Menschen, die leiden, weinen, genießen und sich freuen können, und die die Götter nicht achten, so wie er selbst.

Goethes Entwicklung nach dem Sturm und Drang

Obwohl Goethe eine zentrale Figur des Sturm und Drang war, wandte er sich später von dieser Epoche ab. Nach seiner Italienreise (1786-1788) entwickelte er eine klassische Ästhetik, die von Harmonie, Maß und Ausgewogenheit geprägt war. Er distanzierte sich von den emotionalen Exzessen und der Rebellion des Sturm und Drang.

Dennoch blieben die Erfahrungen des Sturm und Drang für Goethe prägend. Sie beeinflussten seine späteren Werke und trugen dazu bei, dass er zu einem der bedeutendsten deutschen Dichter wurde. Das Urfaust-Fragment wurde Jahre später zu Faust I weiterentwickelt, ein Werk, das die Entwicklung des Menschen von seiner stürmischen Jugend bis zu seinem reifen Alter widerspiegelt. Viele der Themen und Motive, die Goethe im Sturm und Drang beschäftigten, finden sich auch in seinen späteren Werken wieder, wenn auch in einer veränderten Form.

Das Studium von Goethes Sturm-und-Drang-Werken, insbesondere des Gedichts "Prometheus", ermöglicht es, ein tieferes Verständnis für diese wichtige Epoche der deutschen Literaturgeschichte zu entwickeln und gleichzeitig die Entwicklung eines der grössten Dichter Deutschlands nachzuvollziehen.

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