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Gedichtanalyse übung Mit Lösung Klasse 8


Gedichtanalyse übung Mit Lösung Klasse 8

Die Gedichtanalyse ist eine zentrale Fähigkeit im Deutschunterricht, insbesondere in der 8. Klasse. Sie dient nicht nur dem Verständnis literarischer Texte, sondern schult auch das kritische Denken, die sprachliche Sensibilität und die Fähigkeit zur differenzierten Interpretation. Eine erfolgreiche Gedichtanalyse baut auf einem systematischen Ansatz auf, der sowohl formale Aspekte als auch inhaltliche und sprachliche Merkmale berücksichtigt. Diese Übung soll Schülerinnen und Schülern der 8. Klasse helfen, diesen Ansatz zu erlernen und zu vertiefen, indem sie anhand eines Beispielgedichts die einzelnen Schritte der Analyse durchführen und so ein tieferes Verständnis für die Vielschichtigkeit von Lyrik entwickeln.

Grundlagen der Gedichtanalyse: Ein systematischer Ansatz

Bevor wir uns einem konkreten Gedicht zuwenden, ist es wichtig, die grundlegenden Schritte einer Gedichtanalyse zu verstehen. Diese umfassen in der Regel:

  1. Formale Analyse: Untersuchen Sie die äußere Form des Gedichts, einschließlich Strophenanzahl, Verszahl, Reimschema und Metrum.
  2. Inhaltsangabe: Fassen Sie den Inhalt des Gedichts in eigenen Worten zusammen. Was ist das Thema? Welche Geschichte wird erzählt?
  3. Sprachliche Analyse: Identifizieren Sie sprachliche Bilder (Metaphern, Vergleiche, Personifikationen), Klangfiguren (Alliterationen, Assonanzen) und andere stilistische Mittel.
  4. Interpretation: Deuten Sie die Bedeutung des Gedichts unter Berücksichtigung der formalen, inhaltlichen und sprachlichen Aspekte. Welche Gefühle und Ideen werden vermittelt? Welche Wirkung soll das Gedicht auf den Leser haben?
  5. Bewertung: Nehmen Sie eine persönliche Stellungnahme zum Gedicht ein. Hat es Ihnen gefallen? Was hat Sie besonders beeindruckt oder berührt?

Beispielgedicht: "Herbsttag" von Rainer Maria Rilke

Für unsere Übung verwenden wir das berühmte Gedicht "Herbsttag" von Rainer Maria Rilke:

Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und laß die Winde auf den Feldern los.

Befiehl den letzten Früchten voll zu sein;
gib ihnen noch zwei südlichere Tage,
dräng sie zur Vollendung hin, und jag
die letzte Süße in den schweren Wein.

Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.

Übung zur Gedichtanalyse: "Herbsttag"

Nun wenden wir die oben genannten Schritte auf Rilkes "Herbsttag" an. Ziel ist es, ein tiefes Verständnis für die Bedeutung und Wirkung dieses Gedichts zu entwickeln.

1. Formale Analyse

Strophenanzahl: Das Gedicht besteht aus drei Strophen.
Verszahl: Es hat insgesamt 13 Verse.
Reimschema: Das Reimschema ist unregelmäßig. Die erste Strophe weist einen Kreuzreim (ABAB) auf, die zweite einen umarmenden Reim (CDDC), während die dritte Strophe eine Mischung aus Kreuzreim und Paarreim (EFEFF) zeigt. Diese Unregelmäßigkeit des Reimschemas kann auf die Unruhe und Veränderung hinweisen, die das Gedicht thematisiert.
Metrum: Das Metrum ist nicht einheitlich. Es wechseln sich Jamben und Trochäen ab, was dem Gedicht einen fließenden, aber auch leicht schwermütigen Rhythmus verleiht.

2. Inhaltsangabe

Das Gedicht beschreibt den Übergang vom Sommer zum Herbst. Es ist ein Gebet an eine höhere Macht, den Herbst zu vollenden und die Früchte reifen zu lassen. Gleichzeitig thematisiert es die Vergänglichkeit und die Einsamkeit, die mit dem Herbst einhergehen. Wer im Sommer kein Zuhause gefunden hat, wird es nun schwer haben, und wer allein ist, wird es wohl auch bleiben.

3. Sprachliche Analyse

Rilke verwendet eine Vielzahl sprachlicher Bilder, um die Stimmung des Herbstes zu erzeugen:

  • Personifikation: Der Sommer wird als "groß" bezeichnet, und Gott wird direkt angesprochen ("Herr: es ist Zeit").
  • Metaphern: "Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren" ist eine Metapher für das Verkürzen der Tage und das Ende des Sommers.
  • Alliteration: "Winde auf den Feldern" erzeugt einen Klang, der die herbstliche Atmosphäre verstärkt.
  • Symbolik: Die "letzten Früchte" und der "schwere Wein" symbolisieren die Reife und Fülle des Herbstes, aber auch das Ende der Erntezeit. Das Haus steht für Geborgenheit, die im Herbst fehlt.

Besonders auffällig ist die Verwendung von Imperativen in der zweiten Strophe ("Befiehl," "gib," "dräng," "jag"). Diese unterstreichen den drängenden Charakter des Herbstes und die Notwendigkeit, die letzten Ressourcen zu nutzen.

4. Interpretation

Das Gedicht "Herbsttag" ist eine Meditation über die Vergänglichkeit und die Akzeptanz des Endes. Es ist nicht nur eine Beschreibung der Jahreszeit, sondern auch eine Reflexion über das menschliche Leben und die damit verbundenen Erfahrungen von Verlust und Einsamkeit. Die Bitte an die höhere Macht, den Herbst zu vollenden, kann als Ausdruck des Wunsches nach innerem Frieden und Akzeptanz verstanden werden. Die düstere Prognose für diejenigen, die kein Haus haben oder allein sind, unterstreicht die Verletzlichkeit des Menschen angesichts der Naturgewalten und der Zeit. Das Gedicht lädt den Leser ein, über die eigene Lebenssituation und die eigene Beziehung zur Vergänglichkeit nachzudenken.

Die Atmosphäre des Gedichts ist von Melancholie und Resignation geprägt. Die Bilder der fallenden Blätter, der leeren Felder und der einsamen Wanderer verstärken diesen Eindruck. Gleichzeitig schwingt aber auch eine gewisse Schönheit und Würde mit, die aus der Akzeptanz des Unvermeidlichen resultiert.

5. Bewertung

Rilkes "Herbsttag" ist ein meisterhaftes Gedicht, das durch seine sprachliche Prägnanz und seine tiefgründige Thematik besticht. Es regt zum Nachdenken über die großen Fragen des Lebens an und berührt den Leser durch seine ehrliche und sensitive Darstellung der menschlichen Erfahrung. Die Verbindung von Naturbeobachtung und innerer Reflexion macht das Gedicht zu einem zeitlosen Kunstwerk, das auch heute noch seine Relevanz behält.

Zusätzliche Übungen und Fragestellungen

Um das Verständnis des Gedichts weiter zu vertiefen, können folgende Übungen und Fragestellungen bearbeitet werden:

  • Vergleichen Sie "Herbsttag" mit anderen Gedichten, die den Herbst thematisieren. Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede gibt es?
  • Untersuchen Sie die Rolle der Natur in Rilkes Werk. Welche Bedeutung hat die Natur für ihn und wie drückt er dies in seinen Gedichten aus?
  • Schreiben Sie eine eigene Interpretation des Gedichts unter Berücksichtigung Ihrer persönlichen Erfahrungen und Perspektiven.
  • Diskutieren Sie die Frage, ob das Gedicht eine pessimistische oder eine optimistische Botschaft vermittelt.

Fazit

Die Gedichtanalyse ist eine anspruchsvolle, aber lohnende Aufgabe. Sie fördert nicht nur das Textverständnis, sondern auch die Fähigkeit zur kritischen Reflexion und zur differenzierten Auseinandersetzung mit literarischen Werken. Indem Schülerinnen und Schüler der 8. Klasse systematisch die einzelnen Schritte der Analyse durchführen, können sie ein tieferes Verständnis für die Vielschichtigkeit von Lyrik entwickeln und ihre sprachlichen und interpretatorischen Fähigkeiten verbessern. Das Beispielgedicht "Herbsttag" von Rainer Maria Rilke bietet eine hervorragende Grundlage für diese Übung und lädt zu einer intensiven Auseinandersetzung mit den Themen Vergänglichkeit, Einsamkeit und Akzeptanz ein. Die Schönheit der Sprache und die Tiefe der Gedanken, die Rilke in seinem Gedicht vereint, machen es zu einem wertvollen Beitrag zur literarischen Bildung.

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