Geht Ein Blutohr Von Alleine Weg
Hallo ihr Lieben, eure reiselustige Freundin Anna meldet sich hier wieder, dieses Mal mit einem Thema, das vielleicht nicht gerade nach Abenteuer riecht, aber trotzdem wichtig ist, besonders wenn man mit felligen Reisebegleitern unterwegs ist. Ich spreche vom Blutohr, oder wie der Tierarzt es nennt, dem Othämatom. Ich weiß, klingt gruselig, aber keine Panik! Ich teile heute meine Erfahrungen und gebe euch ein paar Infos mit auf den Weg, falls ihr oder euer Vierbeiner mal betroffen sein solltet – vielleicht ja sogar im Urlaub.
Es begann alles auf unserer Wanderung durch die Toskana. Wir, das sind mein Mann Thomas, ich und natürlich unsere treue Hündin Luna, eine quirlige Labrador-Dame. Die Landschaft war atemberaubend, die Sonne strahlte und Luna flitzte glücklich zwischen den Olivenbäumen umher. Abends, nach einem köstlichen Abendessen mit Blick auf die sanften Hügel, bemerkte ich beim Kuscheln mit Luna eine seltsame Beule an ihrem Ohr. Es fühlte sich weich und schwammig an. Anfangs dachte ich, sie hätte sich vielleicht gestoßen, aber am nächsten Morgen war die Schwellung deutlich größer und ihr Ohr hing komisch herab.
Sofort googelten wir (ja, auch im Urlaub wird man zum Online-Doktor) und stießen auf den Begriff "Blutohr". Ein Blutohr, oder Othämatom, ist im Grunde genommen ein Bluterguss im Ohr, der zwischen Haut und Knorpel entsteht. Es wird meistens durch heftiges Kopfschütteln oder Kratzen verursacht, was oft durch Ohrenentzündungen, Parasiten (wie Milben) oder Allergien ausgelöst wird. Luna hatte in den letzten Tagen definitiv öfter mit dem Kopf geschüttelt, was mir aber ehrlich gesagt nicht besonders aufgefallen war.
Die große Frage: Geht ein Blutohr von alleine weg?
Das war die Frage, die uns am meisten beschäftigte. Schließlich wollten wir unseren Urlaub nicht im Wartezimmer eines italienischen Tierarztes verbringen. Die Antwort ist leider nicht ganz einfach und lautet: Es kommt darauf an.
Kleine Blutohren, also wirklich kleine, können manchmal von alleine verschwinden. Der Körper baut das Blut dann langsam ab. Allerdings kann das dauern und es besteht die Gefahr, dass sich das Ohr verformt und unschön vernarbt, das sogenannte Blumenkohlohr. Das ist zwar rein kosmetisch, aber natürlich möchte man das seinem Liebling ersparen.
Größere Blutohren, wie Lunas, heilen in der Regel nicht von alleine. Das Blut bleibt zwischen Haut und Knorpel eingeschlossen und kann sich entzünden. Außerdem ist die Wahrscheinlichkeit für eine bleibende Verformung sehr hoch. Hinzu kommt, dass das Ohr juckt und schmerzt, was das Tier zusätzlich belastet.
Wir entschieden uns also, auf Nummer sicher zu gehen und einen Tierarzt aufzusuchen. Zum Glück fanden wir in der Nähe unseres Agriturismo eine kleine Tierklinik. Der italienische Tierarzt sprach zwar nur gebrochen Englisch, aber er untersuchte Luna gründlich und bestätigte unsere Diagnose: ein Othämatom. Er erklärte uns, dass es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten gibt.
Die Behandlungsmöglichkeiten: Was der Tierarzt tun kann
Der Tierarzt erklärte uns verschiedene Optionen:
- Punktion: Dabei wird das Blut mit einer Nadel abgesaugt. Das ist die einfachste Methode, aber oft sammelt sich das Blut schnell wieder an. Außerdem besteht Infektionsgefahr.
- Drainage: Hier wird ein kleiner Schnitt ins Ohr gemacht und ein Drainageschlauch eingesetzt, damit das Blut abfließen kann. Der Schlauch bleibt einige Tage liegen.
- Operation: Bei einer Operation wird das Blut abgelassen und die Haut mit dem Knorpel vernäht, um zu verhindern, dass sich erneut Blut ansammelt. Das ist die aufwendigste Methode, aber oft die effektivste.
Der Tierarzt riet uns zur Operation, da Lunas Blutohr schon recht groß war. Wir stimmten zu und Luna wurde am nächsten Tag operiert. Alles verlief gut und wir konnten sie am Abend wieder abholen. Sie trug einen schicken Halskragen, um zu verhindern, dass sie an der Wunde kratzt.
Nach der Operation musste Luna Antibiotika und Schmerzmittel nehmen. Wir mussten die Wunde sauber halten und regelmäßig kontrollieren. Es war zwar etwas stressig, aber wir waren froh, dass wir uns für die Operation entschieden hatten. Lunas Ohr heilte gut und verformte sich nicht.
Was du tun kannst, wenn dein Tier ein Blutohr hat (besonders im Urlaub!)
Hier sind meine Tipps, falls du mit deinem Haustier im Urlaub bist und ein Blutohr bemerkst:
- Ruhe bewahren: Ein Blutohr ist zwar unangenehm, aber kein Notfall. Panik hilft niemandem.
- Tierarzt aufsuchen: Suche so schnell wie möglich einen Tierarzt auf. Je früher das Blutohr behandelt wird, desto besser sind die Heilungschancen und desto geringer ist das Risiko einer Verformung. Nutze Google Maps, um Tierärzte in deiner Nähe zu finden. Frage an der Rezeption deines Hotels oder deiner Ferienwohnung nach Empfehlungen.
- Sprachbarriere überwinden: Nicht jeder Tierarzt spricht Englisch oder Deutsch. Nutze Übersetzungs-Apps oder bitte jemanden, dir zu helfen. Die wichtigsten medizinischen Begriffe solltest du auf der Landessprache kennen.
- Behandlungsmöglichkeiten besprechen: Lass dir von dem Tierarzt alle Behandlungsmöglichkeiten erklären und entscheide gemeinsam, welche für dein Tier am besten geeignet ist.
- Nachsorge beachten: Befolge die Anweisungen des Tierarztes zur Nachsorge genau. Die richtige Pflege ist entscheidend für eine gute Heilung.
- Reiseversicherung prüfen: Viele Reiseversicherungen übernehmen die Kosten für tierärztliche Behandlungen im Ausland. Prüfe deine Versicherungspolice, um zu sehen, ob du abgesichert bist.
Wichtiger Hinweis: Ich bin keine Tierärztin! Die Informationen in diesem Artikel dienen lediglich zur Information und ersetzen keine tierärztliche Beratung. Bei Verdacht auf ein Blutohr solltest du immer einen Tierarzt aufsuchen.
Und Luna? Ihr geht es wieder bestens! Sie flitzt wieder fröhlich durch die Gegend und genießt unser gemeinsames Reisen. Die Erfahrung mit dem Blutohr hat uns gezeigt, wie wichtig es ist, auf die Gesundheit unserer Tiere zu achten, auch im Urlaub. Und sie hat uns gelehrt, dass man auch im Ausland auf kompetente tierärztliche Hilfe zählen kann.
Ich hoffe, dieser Artikel war hilfreich für dich. Wenn du Fragen oder Anregungen hast, hinterlasse mir gerne einen Kommentar. Und jetzt wünsche ich dir und deinem tierischen Begleiter eine gute Reise und vor allem: bleibt gesund!
