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Geschichten Aus Dem Wiener Wald Charakterisierung


Geschichten Aus Dem Wiener Wald Charakterisierung

Johann Nestroys Geschichten aus dem Wiener Wald (Tales from the Vienna Woods), uraufgeführt 1848, ist mehr als nur eine pittoreske Schilderung des Wiener Lebens. Es ist eine scharfe Satire auf die bürgerliche Moral und die gesellschaftlichen Konventionen der Biedermeierzeit. Um das Stück vollständig zu verstehen, ist es unerlässlich, die wichtigsten Charaktere und ihre Beziehungen zueinander zu analysieren. Dieser Artikel bietet eine detaillierte Charakterisierung der zentralen Figuren in Nestroys Meisterwerk.

Die Hauptfiguren und ihre Rollen

Valentin

Valentin, der Tischlergeselle, ist im Grunde die tragische Figur des Stücks. Er ist ein ehrlicher, fleißiger und treuer Mann, der von der Liebe zu Marianne und dem Wunsch nach einem einfachen, bürgerlichen Leben geprägt ist. Seine Liebe zu Marianne ist aufrichtig, doch er ist unfähig, ihre wahren Beweggründe und die Verlogenheit der Gesellschaft zu erkennen. Seine Naivität und Gutgläubigkeit machen ihn anfällig für Manipulation. Er ist das Symbol des ehrlichen Handwerkers, der an traditionellen Werten festhält, die in einer sich verändernden Welt keinen Bestand mehr haben. Seine Sturheit, an seinen Idealen festzuhalten, führt letztlich zu seinem Unglück. Valentin ist gewissermaßen der Anti-Held des Stücks, da er nicht aktiv handelt, sondern eher von den Ereignissen getrieben wird.

Marianne

Marianne, die Tochter des Krämers Salome Pockerl, ist eine komplexe und ambivalente Figur. Sie repräsentiert die Zerrissenheit zwischen bürgerlicher Konvention und dem Wunsch nach individuellem Glück und Leidenschaft. Einerseits ist sie Valentins Verlobte und scheint eine bürgerliche Zukunft anzustreben. Andererseits fühlt sie sich zu Alfred, dem Lebemann und Spieler, hingezogen, der ein Leben in Saus und Braus verspricht. Marianne ist nicht per se böse, sondern eher ein Produkt ihrer Umgebung. Sie ist hin- und hergerissen zwischen dem sicheren Hafen der bürgerlichen Ehe mit Valentin und dem verlockenden, aber riskanten Abenteuer mit Alfred. Ihre Entscheidung, Valentin zu verlassen und mit Alfred durchzubrennen, ist ein Akt der Rebellion gegen die gesellschaftlichen Erwartungen, führt aber letztlich zu ihrem persönlichen Unglück. Sie ist eine ambivalente Frau, die Opfer ihrer eigenen Wünsche und der Umstände wird.

Alfred

Alfred ist der Lebemann und Spieler, der Marianne aus ihrem bürgerlichen Leben entführt. Er repräsentiert die moralische Verkommenheit der Gesellschaft. Er ist charmant und wortgewandt, aber auch skrupellos und egoistisch. Er kümmert sich wenig um die Gefühle anderer und ist nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht. Alfred ist ein Antagonist, der Valentins Glück zerstört und Marianne ins Unglück stürzt. Er verkörpert die Oberflächlichkeit und den moralischen Verfall der Wiener Gesellschaft.

Salome Pockerl

Salome Pockerl, Mariannes Mutter und Krämerin, ist eine typische Vertreterin des Kleinbürgertums. Sie ist besessen von Geld und sozialem Ansehen und versucht, Marianne in eine vorteilhafte Ehe zu drängen. Sie ist berechnend und egoistisch und kümmert sich wenig um das Glück ihrer Tochter. Salome Pockerl ist eine Karikatur der bürgerlichen Moral, die äußeren Schein über wahre Werte stellt. Sie ist ein Hindernis für Mariannes persönliches Glück und trägt maßgeblich zu deren Unglück bei.

Zauberkönig

Der Zauberkönig, ein geheimnisvoller und exzentrischer Charakter, ist eine Art sozialer Außenseiter und Kritiker der bürgerlichen Gesellschaft. Er lebt zurückgezogen im Wienerwald und beobachtet das Treiben der Bürger mit Ironie und Sarkasmus. Er ist der einzige Charakter, der die Verlogenheit und Oberflächlichkeit der Gesellschaft durchschaut und offen kritisiert. Der Zauberkönig verkörpert eine alternative Lebensweise, die sich den bürgerlichen Konventionen entzieht.

Andere wichtige Charaktere

Neben den Hauptfiguren gibt es eine Reihe von Nebenfiguren, die zur satirischen Darstellung der Wiener Gesellschaft beitragen. Dazu gehören:

  • Leim: Ein Kleinhändler und Freund Valentins. Er ist ein gutmütiger, aber etwas einfältiger Mann, der Valentin in seinen Bemühungen unterstützt.
  • Havlitschek: Ein Schneidergeselle und Freund Valentins. Er ist ein scharfsinniger Beobachter und kommentiert das Geschehen oft mit ironischem Humor.
  • Der Confiseur: Ein wohlhabender Konditor, der um Mariannes Hand anhält. Er repräsentiert die finanzielle Sicherheit und den sozialen Aufstieg, den Marianne durch eine Ehe mit ihm erreichen könnte.
  • Das Greißlerweib: Eine Klatschbase und Tratschtante, die über die anderen Charaktere herzieht und Gerüchte verbreitet.

Beziehungen zwischen den Charakteren

Die Beziehungen zwischen den Charakteren sind komplex und von Konflikten geprägt. Die zentrale Beziehung ist natürlich die zwischen Valentin und Marianne. Valentins Liebe zu Marianne ist aufrichtig und bedingungslos, während Mariannes Gefühle ambivalent sind. Sie ist hin- und hergerissen zwischen ihrer Liebe zu Valentin und ihrer Anziehungskraft zu Alfred. Die Beziehung zwischen Marianne und Alfred ist von Leidenschaft und Egoismus geprägt. Alfred nutzt Marianne aus, um seine eigenen Ziele zu erreichen, während Marianne sich von ihm ein Leben in Saus und Braus erhofft. Die Beziehung zwischen Marianne und ihrer Mutter Salome Pockerl ist von Konflikten geprägt. Salome Pockerl versucht, Marianne zu manipulieren und in eine vorteilhafte Ehe zu drängen, während Marianne sich gegen ihre Mutter auflehnt. Der Zauberkönig steht außerhalb dieser Beziehungen und beobachtet das Geschehen mit distanzierter Ironie.

Charakterentwicklung

Obwohl Geschichten aus dem Wiener Wald ein satirisches Stück ist, durchlaufen einige Charaktere im Laufe der Handlung eine Entwicklung. Valentin, der zu Beginn des Stücks naiv und gutgläubig ist, wird im Laufe der Handlung desillusionierter und lernt, die Verlogenheit der Gesellschaft zu erkennen. Marianne erlebt eine ähnliche Entwicklung. Sie wird im Laufe der Handlung immer unglücklicher und erkennt, dass ihre Entscheidung, mit Alfred durchzubrennen, ein Fehler war. Alfred hingegen bleibt im Wesentlichen unverändert. Er ist und bleibt ein egoistischer und skrupelloser Lebemann. Salome Pockerl lernt keine Lehren aus den Ereignissen und bleibt ihrem materialistischen Weltbild treu. Der Zauberkönig behält seine Rolle als Beobachter und Kritiker bei.

Die Bedeutung der Charaktere für die Interpretation des Stücks

Die Charaktere in Geschichten aus dem Wiener Wald sind keine eindimensionalen Figuren, sondern komplexe und ambivalente Persönlichkeiten, die die Widersprüche und Ambivalenzen der bürgerlichen Gesellschaft widerspiegeln. Die Analyse der Charaktere und ihrer Beziehungen zueinander ist unerlässlich, um die satirische Botschaft des Stücks zu verstehen. Nestroys Stück ist eine Kritik an der bürgerlichen Moral, der Verlogenheit und der Oberflächlichkeit der Gesellschaft. Die Charaktere sind Repräsentanten unterschiedlicher gesellschaftlicher Schichten und Wertvorstellungen. Durch ihre Interaktionen und Konflikte deckt Nestroy die Widersprüche und Ungerechtigkeiten der Gesellschaft auf. Das Stück ist bis heute relevant, da es die Frage nach dem individuellen Glück im Spannungsfeld zwischen gesellschaftlichen Erwartungen und persönlichen Wünschen aufwirft.

Insgesamt ist die Charakterisierung in Geschichten aus dem Wiener Wald von großer Bedeutung für das Verständnis des Stücks. Die Charaktere sind facettenreich und vielschichtig, und ihre Beziehungen zueinander sind komplex und von Konflikten geprägt. Durch die Analyse der Charaktere und ihrer Beziehungen kann man die satirische Botschaft des Stücks und seine Kritik an der bürgerlichen Gesellschaft besser verstehen.

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