Geschichten Aus Dem Wienerwald Charakterisierung Marianne
Servus, liebe Reisefreunde! Eure Christine hier, zurück von einem wunderbaren Ausflug in den Wienerwald! Und was soll ich sagen? Es war magisch! Aber nicht nur die Landschaft hat mich verzaubert, sondern auch die Geschichte, die dieser Ort so tief in sich trägt: Geschichten aus dem Wienerwald von Ödön von Horváth. Okay, ich gebe zu, Theaterstücke sind nicht unbedingt mein erster Gedanke, wenn ich Urlaub plane. Aber dieses Stück hat mich gepackt! Besonders eine Figur hat es mir angetan: Marianne.
Marianne: Eine junge Frau zwischen Tradition und Verlangen
Marianne ist, sagen wir mal, das Herzstück dieses Dramas. Sie ist die Tochter des Zauberkönigs, Alfred, einem Spielwarenhändler, der in der biederen Welt des Wienerwalds fest verwurzelt ist. Und genau hier beginnt das Dilemma. Marianne ist hin- und hergerissen zwischen dem, was von ihr erwartet wird – eine vernünftige Ehe, ein bürgerliches Leben – und ihren eigenen Wünschen und Träumen. Sie ist jung, sie ist lebendig, und sie sehnt sich nach mehr als nur dem, was ihr Vater für sie vorgesehen hat. Versteht ihr, was ich meine? Wer von uns kennt das nicht, dieses Gefühl, zwischen den Erwartungen anderer und dem eigenen Herzen zu stehen?
Das Verhängnisvolle: Oskar und Alfred
Marianne ist mit Oskar verlobt, einem Fleischer, der, nun ja, sagen wir mal, kein Romantiker ist. Oskar steht für die Tradition, für die Sicherheit, für alles, was ihr Vater sich für sie wünscht. Er ist solide, er ist zuverlässig, aber er ist auch ein bisschen… langweilig. (Sorry, Oskar!) Ich habe mir beim Lesen des Stücks immer vorgestellt, wie Marianne mit leicht gequältem Gesicht neben ihm sitzt, während er über Wurstsorten und Fleischpreise redet. Uff! Versteht mich nicht falsch, es ist wichtig, einen Partner zu haben, auf den man sich verlassen kann. Aber da muss doch auch ein bisschen Kribbeln dabei sein, oder?
Und dann tritt Alfred auf den Plan. Ein junger, gutaussehender Mann mit großen Träumen und dem Ruf eines Schürzenjägers. Er ist das genaue Gegenteil von Oskar. Er ist leidenschaftlich, er ist unberechenbar, und er verspricht Marianne ein Leben voller Abenteuer. Für Marianne ist er wie ein Feuerwerk, das in ihrem Leben gezündet wird. Er verkörpert alles, wonach sie sich sehnt: Freiheit, Aufregung, Liebe. Aber Alfred ist natürlich auch ein Problem. Er ist nicht der Typ Mann, den man seinen Eltern vorstellen würde. Er ist arm, er ist nicht standesgemäß, und er hat einen zweifelhaften Ruf.
Das Dreieck zwischen Marianne, Oskar und Alfred ist das Herzstück des Dramas. Und es ist diese Zerrissenheit, die Marianne so faszinierend macht. Sie ist kein unschuldiges Mädchen, das blind in die Arme des erstbesten Mannes rennt. Sie ist sich ihrer Situation bewusst, und sie versucht, eine Entscheidung zu treffen, die sowohl ihren eigenen Wünschen als auch den Erwartungen ihrer Familie gerecht wird.
Marianne: Ein Spiegelbild der Gesellschaft
Ich finde, Marianne ist mehr als nur eine fiktive Figur. Sie ist ein Spiegelbild der Gesellschaft, in der sie lebt. Sie verkörpert die Zerrissenheit zwischen Tradition und Moderne, zwischen Konvention und Freiheit. Sie ist ein Produkt ihrer Zeit, gefangen in den gesellschaftlichen Zwängen des frühen 20. Jahrhunderts. Aber sie ist auch eine Rebellin, die sich gegen diese Zwänge auflehnt. Sie will ihr eigenes Leben leben, ihre eigenen Entscheidungen treffen, und ihre eigene Liebe finden. Und dafür bewundere ich sie!
Ihr Schicksal, das sei hier angedeutet, ist tragisch. Ihre Sehnsucht nach einem besseren Leben, nach einer echten Liebe, wird am Ende enttäuscht. Sie wird ausgenutzt, verlassen und am Ende alleingelassen. Aber selbst in ihrem Leid behält sie eine gewisse Würde und Stärke. Sie ist keine Heldin, aber sie ist auch keine Marionette. Sie ist eine Frau, die versucht, in einer schwierigen Welt ihren Platz zu finden. Und das macht sie so menschlich und so berührend.
Als ich den Wienerwald besucht habe, konnte ich mir Marianne richtig gut vorstellen, wie sie durch die Wälder streift, auf der Suche nach dem, was ihr Leben ausmachen soll. Ich habe mich gefragt, was aus ihr geworden wäre, wenn sie in einer anderen Zeit gelebt hätte, wenn sie mehr Freiheiten gehabt hätte, wenn sie die Chance gehabt hätte, ihren eigenen Weg zu gehen. Vielleicht wäre sie eine erfolgreiche Geschäftsfrau geworden, eine Künstlerin, oder einfach nur eine glückliche Mutter. Wir werden es nie erfahren.
Warum Marianne uns heute noch berührt
Auch wenn das Stück vor über 90 Jahren geschrieben wurde, finde ich, dass Mariannes Geschichte heute noch relevant ist. Denn die Frage, wie wir zwischen den Erwartungen anderer und unseren eigenen Wünschen unseren Weg finden, beschäftigt uns alle. Wir leben vielleicht in einer freieren Welt als Marianne, aber auch wir sind oft mit Erwartungen und Zwängen konfrontiert. Und auch wir müssen uns entscheiden, welchen Weg wir gehen wollen.
Marianne erinnert uns daran, dass es wichtig ist, ehrlich zu sich selbst zu sein und für seine Träume zu kämpfen. Sie erinnert uns daran, dass es nicht immer einfach ist, den richtigen Weg zu finden, und dass wir manchmal Fehler machen. Aber sie erinnert uns auch daran, dass wir immer die Wahl haben, unser Leben selbst in die Hand zu nehmen. Und das ist eine Botschaft, die uns alle etwas angeht.
Also, liebe Reisefreunde, wenn ihr das nächste Mal im Wienerwald unterwegs seid, denkt an Marianne! Lasst euch von ihrer Geschichte inspirieren und fragt euch, was ihr wirklich wollt im Leben. Und vielleicht findet ihr ja auch ein bisschen von Mariannes Mut in euch selbst!
Meine Empfehlungen für euren Wienerwald-Trip:
- Besucht das Theatermuseum in Wien: Dort könnt ihr mehr über Ödön von Horváth und seine Werke erfahren.
- Wandert durch den Wienerwald: Die Natur ist einfach wunderschön und bietet eine tolle Kulisse für eure eigenen Geschichten.
- Probiert die Wiener Küche: Ein Kaiserschmarrn oder ein Wiener Schnitzel sind ein Muss!
- Lasst euch einfach treiben: Der Wienerwald hat eine ganz besondere Atmosphäre, die man einfach genießen muss.
Ich hoffe, mein kleiner Bericht hat euch gefallen! Und wer weiß, vielleicht sehen wir uns ja mal im Wienerwald! Bis dahin, alles Liebe und gute Reise!
Eure Christine
P.S.: Und noch ein Tipp für alle, die das Stück lesen oder sehen wollen: Achtet auf die Sprache! Horváth verwendet eine ganz besondere Mischung aus Dialekt und Hochdeutsch, die die Figuren und ihre Lebenswelt sehr authentisch wirken lässt. Es ist ein bisschen gewöhnungsbedürftig, aber es lohnt sich!
