Grundig New York 32 Cle 9130 Sl
Stellt euch vor, es ist 2010. Die Welt ist noch ein bisschen analoger, die Smartphones noch nicht allmächtig, und im Wohnzimmer steht – vielleicht! – ein Fernseher, der sich für etwas ganz Besonderes hält: Der Grundig New York 32 CLE 9130 SL.
Klingt erst mal nicht nach dem großen Kracher, oder? Ein Fernseher halt. Aber wartet mal ab! Dieser Fernseher war mehr als nur ein Kasten, der flimmernde Bilder an die Wand warf. Er war ein Statement. Ein Design-Objekt. Ein... naja, fast schon ein Familienmitglied.
Erinnert ihr euch noch an die Zeit, als man für einen Flachbildfernseher ein kleines Vermögen hinblättern musste? Der Grundig New York war zwar nicht billig, aber er verkörperte so etwas wie erschwinglichen Luxus. "Schau mal, Mama, kein Röhrenfernseher mehr! Wir sind wer!" So in etwa liefen die Gespräche damals ab.
Und was hat er denn so gekonnt, der gute alte Grundig? Nun, er hat ferngesehen. Punkt. Okay, er hatte auch ein paar Anschlüsse für DVD-Player und vielleicht sogar eine Spielekonsole. Aber das Hauptziel war: Das Programm abspielen, das gerade so lief. Streaming? Fehlanzeige. Smart-TV-Funktionen? Ein ferner Traum. Man war auf das angewiesen, was die Sender gerade so anboten. Und trotzdem: Man war glücklich!
Was ihn aber wirklich auszeichnete, war sein Design. "New York" im Namen – das klang nach Großstadt, nach Glamour, nach dem Puls der Zeit. Ob er wirklich etwas mit New York zu tun hatte, sei mal dahingestellt. Aber der Name war Programm. Er sollte modern wirken, und das tat er auch. Mit seinem schlanken Rahmen und dem eleganten Standfuß wirkte er fast schon futuristisch – zumindest für die damalige Zeit.
Die Fernbedienung – Ein Relikt aus einer anderen Zeit
Die Fernbedienung des Grundig New York war eine Wissenschaft für sich. Unzählige Knöpfe, von denen man die meisten nie benutzt hat. Irgendwo versteckt war der Knopf für den Videotext, der gefühlt dreimal so lange brauchte, um die Nachrichten anzuzeigen, wie man gebraucht hätte, um sie im Radio zu hören. Und wehe dem, der die Fernbedienung verlegt hat! Dann war das Fernsehvergnügen erst mal dahin. Denn ohne Fernbedienung war der Grundig New York 32 CLE 9130 SL so gut wie unbedienbar.
Der Kampf mit den Sendern
Erinnert ihr euch an die Zeiten, als man die Sender noch manuell einstellen musste? Mit so einem Schieberegler hinten am Fernseher? Der Grundig New York hatte zwar schon einen automatischen Sendersuchlauf, aber der war auch nicht immer perfekt. Manchmal hat er Sender gefunden, die es gar nicht gab, und andere dafür einfach ignoriert. Dann hieß es: Geduld beweisen und die Senderliste mühsam von Hand sortieren. Ein Spaß für die ganze Familie!
Aber all diese kleinen Macken und Eigenheiten machten den Grundig New York ja gerade so liebenswert. Er war ein treuer Begleiter durch die Höhen und Tiefen des Alltags. Er hat uns zum Lachen gebracht, zum Weinen, zum Mitfiebern. Er war Zeuge von unzähligen Fußballabenden, spannenden Krimis und kitschigen Liebesfilmen. Er war einfach ein Teil unseres Lebens.
"Der Grundig New York? Ach ja, den hatten wir auch mal. Der hat ewig gehalten!" – Ein typischer Kommentar, wenn man von diesem Fernseher erzählt.
Und heute? Heute steht der Grundig New York 32 CLE 9130 SL wahrscheinlich auf dem Dachboden, im Keller oder vielleicht sogar auf dem Sperrmüll. Er ist einem moderneren, schlankeren, smarteren Nachfolger gewichen. Aber vergessen werden wir ihn trotzdem nicht. Denn er erinnert uns an eine Zeit, als Fernsehen noch etwas Besonderes war. Als man sich noch über jeden neuen Sender gefreut hat, und als die Fernbedienung noch ein echtes Mysterium war.
Vielleicht solltet ihr mal auf dem Dachboden nachschauen. Vielleicht steht er ja noch da, der gute alte Grundig New York. Und wer weiß, vielleicht könnt ihr ihn ja sogar noch mal anschließen und in Erinnerungen schwelgen. Denn auch wenn er nicht mehr der modernste Fernseher ist, so hat er doch eines: Eine Geschichte zu erzählen.
Und mal ehrlich, wer kann das schon von sich behaupten?
