Grüner Tee Zu Lange Ziehen Lassen Giftig
Grüner Tee. So gesund, so belebend, so…bitter? Ja, ich weiß, ich weiß. Das darf man eigentlich nicht sagen. Grüner Tee ist doch das Nonplusultra des Wohlbefindens. Aber mal ehrlich: Wem ist das noch nicht passiert? Man lässt den Tee ziehen, vergisst ihn, und plötzlich schmeckt das Ganze nach…Socken.
Die Frage aller Fragen: Ist das jetzt giftig? Die Antwort, vorweggenommen: Wahrscheinlich nicht. Aber lecker? Definitiv nicht. Und hier kommt meine (vielleicht) unpopuläre Meinung:
Länger ziehen lassen: Eine Frage des Geschmacks (und der Toleranz)
Ich sage es mal so: Ich bin kein Fan von "Grüntee-Suppe". Ihr wisst schon, dieser extrem bittere Sud, der einem das Gesicht verzieht, sobald er die Zunge berührt. Ich behaupte mal, das ist kein Genuss mehr. Das ist Bestrafung. Aber sind wir mal ehrlich zu uns selbst: Trinken wir grünen Tee wirklich nur wegen des Geschmacks? Oder auch, weil er so...gesund ist?
Ich gebe zu, ich bin da pragmatisch. Wenn ich schon den gesunden Kick will, dann will ich ihn auch ohne Grimassen. Ich ziehe meinen grünen Tee oft kürzer. Ja, steinigt mich. Aber ich mag ihn lieber mild und aromatisch, als bitter und...sagen wir mal...interessant.
Die bitteren Wahrheiten (oder: Warum der Tee so zickig ist)
Was passiert eigentlich, wenn der grüne Tee zu lange zieht? Kurz gesagt: Die Tannine (Gerbstoffe) lösen sich. Diese kleinen Fieslinge sind für den bitteren Geschmack verantwortlich. Je länger der Tee zieht, desto mehr Tannine im Wasser, desto bitterer der Tee.
Es ist wie beim Wein. Manche mögen Tannine, andere nicht. Ich gehöre eher zur "Nicht"-Fraktion. Und deswegen bin ich auch der Meinung, dass man beim Grünen Tee ruhig ein bisschen flexibel sein darf. Die 2-3 Minuten Ziehzeit sind ja nur Richtwerte.
Manche sagen, die Bitterstoffe sind auch gesund. Gut möglich. Aber ich bin da eher nach dem Motto: Die Dosis macht das Gift. Ein bisschen Bitterkeit ist okay, aber irgendwann ist auch mal gut. Und wenn der Tee so bitter ist, dass ich ihn nur mit zusammengebissenen Zähnen runterkriege, dann ist die Grenze für mich definitiv überschritten.
Also, ist zu lange gezogener grüner Tee jetzt giftig?
Nein. Wahrscheinlich nicht. Aber er schmeckt halt…bescheiden. Und hier ist mein Rat: Probiert es aus! Experimentiert mit der Ziehzeit. Findet heraus, was euch schmeckt. Und wenn ihr feststellt, dass euch ein kurzer, milder grüner Tee besser schmeckt als die bittere Variante, dann ist das völlig in Ordnung.
Lasst euch nicht von den Tee-Dogmatikern ins Gewissen reden. Es ist euer Tee, euer Geschmack, eure Entscheidung. Hauptsache, ihr fühlt euch wohl dabei. Und wenn das bedeutet, dass ihr euren grünen Tee nur 1 Minute ziehen lasst, dann ist das eben so. Hauptsache, er schmeckt.
Ich persönlich bin ja ein großer Fan von folgendem Trick: Ich lasse den Tee kurz ziehen, nehme den Beutel raus und gebe dann einen Schuss Zitrone dazu. Das mildert die Bitterkeit und macht den Tee schön frisch. Probiert es mal aus!
Und wenn der Tee doch mal zu lange gezogen hat? Kein Problem! Ab damit in den Abfluss und einen neuen aufsetzen. Das Leben ist zu kurz für schlechten grünen Tee. Oder, um es mit den Worten eines berühmten Philosophen zu sagen: "Man kann nicht alles richtig machen. Aber man kann es mit einem guten Tee versuchen." (Okay, den Spruch habe ich mir gerade ausgedacht. Aber er ist trotzdem wahr!)
In diesem Sinne: Genießt euren Tee! Und lasst ihn euch schmecken. Egal, wie lange er gezogen hat.
