Gulf Of Tonkin Resolution
Wisst ihr, manchmal stolpern wir über Geschichten in der Geschichte, die so verrückt sind, dass man sich fragt, ob das Drehbuch nicht von einem Comedy-Autor geschrieben wurde. Eine solche Geschichte ist die der Golf von Tonkin Resolution. Klingt dröge? Wartet ab!
Ein bisschen Hintergrund, ganz locker
Stellt euch vor, es ist das Jahr 1964. Die Stimmung in den USA ist angespannt. Irgendwo in Südostasien, im fernen Vietnam, brodelt ein Konflikt. Die USA sind besorgt, dass der Kommunismus sich wie ein unaufhaltsames Virus ausbreitet. Und da kommt der Golf von Tonkin ins Spiel – ein Gewässer vor der Küste Nordvietnams.
Was passierte da angeblich?
Offiziell behaupteten die USA, dass nordvietnamesische Torpedoboote am 2. und 4. August 1964 zwei US-Zerstörer angegriffen hätten: die USS Maddox und die USS Turner Joy. Die Berichte waren dramatisch. Man sprach von wildem Beschuss, waghalsigen Manövern und heroischen Abwehrkämpfen. Der Angriff vom 4. August? Nun, der ist besonders interessant.
Das Mysterium des zweiten Angriffs
Hier wird es nämlich richtig schräg. Denn viele, die dabei waren – und später auch Untersuchungen – zweifelten stark daran, dass dieser zweite Angriff überhaupt stattgefunden hat. Es war dunkel, stürmisch, und die Sonaroperatoren waren nervös. Geräusche wurden als Torpedos interpretiert, Schatten als feindliche Boote. Man könnte fast meinen, es war ein Fall von "Hörst du was? Ich auch nicht! Das MUSS ein Angriff sein!".
Einige Leute, die an Bord waren, beschrieben später, wie die Besatzung auf alles feuerte, was sich bewegte oder auch nur imaginär bewegte. Es gab Berichte über leere Patronenhülsen, die im Wind tanzten, und über den Geruch von Schießpulver, der in der stickigen Luft hing. Die USS Maddox meldete zwar, dass sie angegriffen wurde, aber später zogen viele Besatzungsmitglieder diese Aussage in Zweifel.
"Im Rückblick... denke ich, dass unsere eigenen Torpedos getroffen wurden", sagte ein Offizier später.
Autsch! Ein bisschen wie bei einer wilden Schießerei im Wilden Westen, nur dass man sich am Ende fragt, ob man nicht einfach auf Kakteen geschossen hat.
Die Resolution: Ein Blankoscheck zum Krieg
Trotzdem – oder gerade deswegen – nutzte Präsident Lyndon B. Johnson (LBJ) diese Vorfälle, um den Kongress um eine Resolution zu bitten. Die Gulf of Tonkin Resolution, verabschiedet am 7. August 1964, gab ihm im Wesentlichen einen Blankoscheck, um militärische Gewalt in Südostasien einzusetzen, "wie er es für notwendig erachtet".
Man kann sich das vorstellen, wie wenn man einem Kind sagt: "Du darfst dir ein Eis aussuchen" und das Kind dann den gesamten Eisladen leerkauft. Nur dass es hier nicht um Eis ging, sondern um einen Krieg, der Millionen von Menschen das Leben kosten sollte.
Und hier wird es traurig. Denn mit dieser Resolution eskalierte der Vietnamkrieg dramatisch. Die USA schickten Hunderttausende Soldaten, warfen Tonnen von Bomben ab und gerieten in einen Konflikt, der die Nation tief spalten sollte.
Die Folgen: Fragen, Zweifel, Entschuldigungen
Jahre später kamen immer mehr Details ans Licht. Untersuchungen zeigten, dass die Beweise für den zweiten Angriff höchst fragwürdig waren. Es wurde sogar vermutet, dass die US-Regierung die Situation bewusst aufgebauscht oder sogar manipuliert hatte, um eine Rechtfertigung für militärische Intervention zu schaffen.
Die Ironie der Geschichte ist, dass das, was als kleiner Zwischenfall im Golf von Tonkin begann, zu einem der umstrittensten Kriege des 20. Jahrhunderts führte. Und das alles möglicherweise aufgrund eines Missverständnisses, einer Überreaktion oder – noch schlimmer – einer bewussten Täuschung.
Was lernen wir daraus?
Die Geschichte der Gulf of Tonkin Resolution lehrt uns, dass man Nachrichten und Behauptungen von Regierungen immer kritisch hinterfragen sollte. Dass Krieg oft auf wackeligen Fundamenten gebaut wird. Und dass selbst die vermeintlich klarsten Fakten manchmal nur ein Spiegelbild einer verzerrten Realität sind.
Und vielleicht, nur vielleicht, dass man bei stürmischer See und nervösen Sonaroperatoren nicht gleich den Weltuntergang ausrufen sollte.
