Hat Der Alte Hexenmeister
Kennst du das Gefühl, wenn du etwas machst, was du eigentlich gar nicht machen solltest? So ähnlich geht es dem Zauberlehrling in Johann Wolfgang von Goethes Ballade "Der Zauberlehrling". Aber keine Sorge, wir tauchen hier nicht in eine staubtrockene Deutschstunde ein. Stell dir das Ganze einfach als eine total verpeilte WG-Party vor, bei der alles aus dem Ruder läuft!
Der Meister ist aus dem Haus!
Die Story ist simpel: Der alte Hexenmeister ist mal kurz weg. Er hat dem Lehrling zwar gesagt, er solle die Bude sauber halten, aber bloß keine Zauberei anstellen. Was macht unser junger Held? Genau, er ignoriert die Anweisung natürlich komplett. "Ach, so ein bisschen Wasser holen kann ja nicht schaden", denkt er sich vermutlich. Und da beginnt das ganze Schlamassel.
Besen, Besen, sei's gewesen?
Mit ein paar magischen Worten (die er sich wahrscheinlich auch noch falsch gemerkt hat) belebt er einen Besen, der für ihn Wasser holen soll. Geniale Idee, oder? Denkste! Der Besen ist zwar fleißig, aber leider auch unaufhaltsam. Er hört einfach nicht auf, Eimer um Eimer Wasser herbeizuschaffen. Die Bude läuft über, und unser Lehrling kriegt Panik. Er kennt nämlich den Zauberspruch nicht, um den Besen wieder zu stoppen!
"Wehe, wehe! Wenn ich auf dich haue! Alte Besen! Nimm dich in Acht! Denn als Geister ruf ich euch, Hörst du denn nicht was man dir sagt?"
Der arme Kerl schreit und fleht, aber der Besen macht einfach weiter. Stell dir vor, du stehst in deinem Wohnzimmer, das sich langsam in einen Swimmingpool verwandelt, und ein wildgewordener Besen gießt immer weiter Wasser rein. Das ist doch Comedy pur!
Die Rettung in letzter Sekunde
In seiner Verzweiflung greift der Lehrling zur Axt und zerteilt den Besen in zwei Teile. Problem gelöst? Denkste wieder! Jetzt hat er zwei Besen, die doppelt so fleißig Wasser schleppen. Die Katastrophe nimmt ihren Lauf. Der Lehrling jammert und klagt (verständlicherweise!), und man spürt förmlich seine Verzweiflung durch die Zeilen.
Aber wie heißt es so schön? In der Not ist der Hexenmeister nicht weit! Im allerletzten Moment kommt der alte Hexenmeister zurück und beendet das Chaos mit einem einzigen Zauberwort. Puh, Schwein gehabt! Die Bude ist zwar ruiniert, aber immerhin ist niemand ertrunken.
Die Moral von der Geschicht'
Was lernen wir daraus? Erstens: Hör auf deine Eltern, äh, Meister! Zweitens: Spiel nicht mit Dingen, von denen du keine Ahnung hast. Und drittens: Auch die besten Zauberer machen mal Fehler. Aber "Der Zauberlehrling" ist mehr als nur eine Warnung vor Ungehorsam. Es ist eine humorvolle Darstellung menschlicher Schwäche und der unbeabsichtigten Konsequenzen unseres Handelns.
Die Ballade ist so lebendig, weil sie uns alle an unsere eigenen kleinen (oder größeren) Missgeschicke erinnert. Wer hat nicht schon mal versucht, etwas zu reparieren und es dabei nur noch schlimmer gemacht? Oder eine Party veranstaltet, die komplett aus dem Ruder gelaufen ist? "Der Zauberlehrling" spiegelt unsere eigenen Unzulänglichkeiten wider und lässt uns darüber schmunzeln.
Und mal ehrlich, die Vorstellung von einem besessenen Besen, der die ganze Bude unter Wasser setzt, ist einfach urkomisch. Es ist Slapstick-Comedy in Reimform, und das macht die Ballade auch heute noch so beliebt. Also, wenn du das nächste Mal einen Putzeimer siehst, denk an den armen Zauberlehrling und sei froh, dass du keinen Zauberspruch brauchst, um dein Haus sauber zu halten. Oder vielleicht doch? 😉
Die Geschichte vom Zauberlehrling ist auch ein schönes Beispiel dafür, wie Goethe mit Sprache umgeht. Die lebendigen Beschreibungen und die rhythmische Sprache machen das Zuhören oder Lesen zum Vergnügen. Man spürt die Panik des Lehrlings, sieht förmlich das Wasser steigen und hört das Brüllen des Besens. Es ist ein echtes Kopfkino!
Und wer weiß, vielleicht steckt in jedem von uns ein kleiner Zauberlehrling, der manchmal etwas übermütig wird. Hauptsache, wir haben einen weisen Hexenmeister in der Hinterhand, der uns aus dem Schlamassel zieht, bevor es zu spät ist!
