Herr Der Ringe Mordors Schatten Xbox One
Okay, Leute, Hand aufs Herz: Wer von uns hat nicht schon mal davon geträumt, in Mittelerde mal so richtig aufzuräumen? Bei Herr der Ringe: Mordors Schatten auf der Xbox One kriegen wir genau das – und zwar mit einem Augenzwinkern, das man so in Tolkien-Geschichten eher selten findet.
Klar, die Story ist erstmal düster. Wir spielen Talion, einen Waldläufer, der zusammen mit seiner Familie von Saurons Schergen umgebracht wird. Blöd gelaufen, oder? Aber dann kommt der Twist: Talion wird mit dem Geist des Elbenfürsten Celebrimbor verbunden. Und der hat noch 'ne Rechnung mit Sauron offen. Also: Rache-Zeit!
Das Game sieht fantastisch aus. Mordor ist nicht nur ein düsterer Ort voller Orcs, sondern auch eine lebendige, atmende (und stinkende) Welt. Aber was Mordors Schatten wirklich besonders macht, ist das Nemesis-System. Stellt euch vor, jeder Orc hat seinen eigenen Namen, seine eigene Persönlichkeit, seine eigenen Stärken und Schwächen – und sie erinnern sich an jede Begegnung mit euch.
Orc-Chefs und ihre Macken
Da ist zum Beispiel Bûrzog der Bösartige, der mir beim ersten Mal ordentlich den Hintern versohlt hat. Ich hab mich gerächt, ihn aber nur verkrüppelt. Beim nächsten Mal, als ich ihn getroffen habe, hatte er eine Metallmaske und war stinksauer. Und wisst ihr was? Ich hab ihn irgendwie... respektiert. Dieser verdammte Orc hatte Durchhaltevermögen!
Oder Gnashrak der Gedemütigte. Den hab ich ein paar Mal gedemütigt (kein Kommentar!), und jedes Mal ist er noch lächerlicher geworden. Irgendwann war er so verzweifelt, dass er versucht hat, mich mit einem Haufen stinkender Pilze zu bewerfen. Ernsthaft?
Sozialleben unter Orcs
Das Nemesis-System sorgt für absurde Situationen. Ihr könnt rivalisierende Orc-Chefs gegeneinander ausspielen, eure eigenen Anhänger in die Ork-Hierarchie schleusen oder einfach nur Chaos stiften. Und das alles, während die Orcs untereinander tratschen und sich gegenseitig die Macht streitig machen. Es ist wie eine Ork-Version von "Game of Thrones", nur eben mit mehr Grunzen und weniger Intrigen (naja, vielleicht nicht *weniger* Intrigen).
Ich habe mal einen Orc namens Ratbag der Feigling an die Spitze der Ork-Hierarchie gebracht. Ratbag war... nun ja, ein Feigling. Aber er war MEIN Feigling. Und als er dann als Ork-Häuptling vor Sauron stand und versucht hat, cool zu sein, während er fast in die Hose gemacht hat... Gold wert!
Und das Beste daran: Diese Geschichten passieren euch ganz von alleine. Das Spiel schreibt quasi seine eigene Ork-Soap-Opera, und ihr seid mittendrin.
Mehr als nur Rache
Klar, die Rache an Sauron steht im Mittelpunkt. Aber Mordors Schatten ist mehr als nur ein Rachefeldzug. Es ist eine Geschichte über Freundschaft (mit einem Elbengeist!), über Loyalität (zu euren Ork-Untertanen?) und über die Absurdität des Krieges. Und es ist eine Geschichte, die man immer wieder spielen kann, weil jede Runde anders ist.
Und mal ehrlich, wer will nicht mal einen Orc befehligen, ihm eine Beförderung geben und ihm dann dabei zusehen, wie er gegen einen anderen Orc kämpft, den man ebenfalls befördert hat? Ist das grausam? Vielleicht. Ist es unterhaltsam? Absolut!
"Ein Waldläufer mit Elbengeist? Das klingt ja wie aus einem schlechten Fan-Fiction-Roman!" – Ich, bevor ich Mordors Schatten gespielt habe.
Aber lasst euch nicht abschrecken. Mordors Schatten ist ein überraschend cleveres und unterhaltsames Spiel, das die Herr der Ringe-Welt auf eine frische und unerwartete Weise interpretiert. Es ist düster, brutal, aber eben auch verdammt lustig. Und es zeigt uns, dass sogar Orcs ihre liebenswerten (oder zumindest amüsanten) Seiten haben können.
Also, schnappt euch eure Xbox One, taucht ein in die Welt von Mordors Schatten und werdet zum ultimativen Ork-Dompteur. Ihr werdet es nicht bereuen. Und wenn doch, könnt ihr immer noch die Orcs dafür verantwortlich machen.
P.S. Pro-Tipp: Wenn ihr einen Orc findet, der "Der Dichter" heißt, lasst ihn am Leben. Seine Gedichte sind... einzigartig.
