Herr Von Ribbeck Auf Ribbeck Im Havelland Text
Okay, Leute, mal ehrlich. Wir alle kennen Herrn von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland, oder? Das Gedicht. Der Birnbaum. Die Kinder. Die Birnen.
Schön und gut. Ist ja ein Klassiker. Goethe liked das bestimmt. Aber dürfen wir mal kurz überlegen, ob der alte Ribbeck nicht vielleicht… ein bisschen… anstrengend war?
Ja, ich weiß, ich weiß. Unpopuläre Meinung. Aber hört mich an.
Erstens, der Birnbaum. Riesengroß, voll mit Birnen. Klingt idyllisch, oder? Aber stellt euch mal vor, ihr wohnt direkt neben diesem Baum. Überall Birnen! Auf dem Rasen, im Garten, auf dem Dach! Wespen! Kinder, die schreien, weil sie sich um die besten Birnen streiten! Und der Ribbeck lacht sich ins Fäustchen, weil er ja so wohltätig ist.
Klar, ist ja nett, dass er die Kinder mit Birnen versorgt. Aber hätte er nicht vielleicht auch mal ein paar Birnen abgeben können, um leckeren Birnenkuchen zu backen? Oder Birnenmarmelade? Ich sage ja nur. Ein bisschen strategische Birnenverwertung wäre doch drin gewesen.
Und dann stirbt er. Klar, traurig. Aber Moment mal. Auch im Sterben noch dieser Drang, Birnen zu verteilen! "Und wenn ich nun dahin muss, so senket mir keine Red' auf die Brust!" Sondern eine Birne! Eine Birne!
Ist das nicht ein bisschen… viel? Ich meine, was sollen die armen Trauergäste denn denken? "Oh, der arme Ribbeck ist tot… aber hey, wenigstens gibt's Birnen!"
"So sterben auch die guten Alten!" Ja, schon klar. Aber ist "gut" hier wirklich gleichbedeutend mit "jemand, der zwanghaft Birnen verteilt"?
Die Birnen-Obsession
Okay, vielleicht bin ich ja nur neidisch. Vielleicht hätte ich auch gerne einen riesigen Birnbaum im Garten, um mich an der Freude der Kinder zu ergötzen, während sie sich um die Birnen kloppen. Vielleicht.
Aber mal ganz ehrlich: War das nicht eine regelrechte Birnen-Obsession? Der Mann dachte ja an nichts anderes! Frühstück, Mittag, Abendessen – Birnen! Geburtstagstorte? Birnen! Hochzeitsgeschenk? Birnen!
Stellt euch vor, ihr geht zu Ribbecks Geburtstag und er schenkt euch… eine Birne. Liebevoll verpackt in Seidenpapier. Und er grinst euch an und sagt: "Hier, meine Beste! Eine saftige, reife Birne! Genieß sie!"
Die moralische Frage
Es geht mir gar nicht darum, den Ribbeck schlecht zu machen. Ich finde das Gedicht ja auch irgendwie süß. Aber ich frage mich: War er wirklich so uneigennützig, wie alle immer tun?
War es nicht vielleicht auch ein bisschen Eitelkeit dabei? Ein bisschen "Seht her, ich bin der große, gütige Ribbeck, der die Kinder mit Birnen versorgt!"? Ein bisschen "Ich werde in die Geschichte eingehen als der Birnen-Mann!"?
Vielleicht war er einfach nur ein cleverer PR-Manager, der wusste, wie man sich unsterblich macht: Mit Birnen! Und einem Gedicht von Fontane. Das darf man natürlich nicht vergessen.
Ich sage nicht, dass er ein schlechter Mensch war. Ich sage nur, dass die ganze Birnen-Sache vielleicht ein bisschen überbewertet wird. Vielleicht sollte man ihn mal fragen, ob er nicht doch lieber einen Apfelbaum gehabt hätte. Nur mal so als Gedankenspiel.
Oder vielleicht war er einfach nur ein bisschen verrückt. Wer weiß das schon?
Aber eine Sache ist sicher: Ich werde nie wieder eine Birne essen, ohne an Herrn von Ribbeck zu denken. Und an die vielen, vielen Birnen, die überall herumlagen. Und an die Wespen. Und an die streitenden Kinder.
Vielleicht sollte ich doch lieber einen Apfel essen.
Oder einen Pflaumenkuchen. Hauptsache, keine Birnen!
“Ribbeck auf Ribbeck im Havelland, ein Birnbaum in seinem Garten stand…” Ja, ja. Wir wissen es jetzt. Und wir haben auch verstanden, dass du ein großer Birnen-Fan warst. Aber vielleicht war es ein bisschen zu viel, Ribbeck. Ein bisschen zu viel.
Verzeiht mir meine Häresie. Aber irgendjemand musste es ja mal sagen.
"So sterben auch die guten Alten! Und wär's von mir nun auch so weit, So kenn ich doch 'ne bessere Zeit."
Na dann, Mahlzeit! Mit was auch immer. Nur vielleicht nicht mit Birnen…
