Historicism And New Historicism
Okay, Leute, mal ehrlich. Geschichte… manchmal fühlt sie sich an wie ein riesiger, verstaubter Dachboden, vollgestopft mit alten Möbeln und noch älteren Regeln. Historicismus? Klingt nach einem besonders staubigen Eckchen auf diesem Dachboden, oder? Aber keine Sorge, wir machen hier keinen Museumsbesuch. Versprochen.
Stellt euch vor, ihr lest ein Buch. Sagen wir, Hamlet. Historicismus, ganz grob gesagt, bedeutet, dass ihr dieses Stück im Kontext seiner Zeit betrachtet. Shakespeare also, Elisabethanisches England, die ganze Rattatouille. Was dachten die Leute damals? Was war wichtig? Was war verboten? Man versucht, die Welt mit den Augen des 17. Jahrhunderts zu sehen. Klingt vernünftig, oder?
Aber da kommt das Aber…
Denn dann kommt New Historicism ins Spiel. Und das ist wie… naja, wie wenn jemand auf diesen Dachboden kommt und anfängt, die Möbel umzustellen. Plötzlich sehen die alten Dinge ganz anders aus. New Historicism sagt: „Moment mal! Wir können uns nie *wirklich* in die Vergangenheit hineinversetzen.“
Denkt mal drüber nach. Wir leben im 21. Jahrhundert, mit Smartphones, Internet und Avocado-Toast. (Okay, vielleicht ohne Avocado-Toast im elisabethanischen England). Aber der Punkt ist: Wir *interpretieren* die Vergangenheit immer durch unsere eigene Brille. Unsere eigenen Werte, unsere eigenen Vorurteile, unsere eigene komische Art, die Welt zu sehen. Wir können uns noch so sehr bemühen, Hamlet "damals" zu verstehen, wir sehen ihn immer auch "heute".
New Historicism ist also ein bisschen wie Detektivarbeit, aber mit dem Wissen, dass der Detektiv (also wir) auch Teil des Falls ist. Wir sind nicht nur Beobachter, wir sind Teil der Geschichte, die wir erzählen.
Ein bisschen mehr Drama, bitte!
Stellt euch vor, ein Historiker schreibt über die Französische Revolution. Ein alter Historicist (gibt's dieses Wort überhaupt?) würde wahrscheinlich sagen: "Okay, wir schauen uns die politischen Ereignisse an, die wirtschaftlichen Faktoren, die sozialen Umstände." Ein New Historicist würde sagen: "Moment, wer hat diese Geschichte aufgeschrieben? Warum? Welche Machtverhältnisse spielen hier eine Rolle?"
Es geht also darum, die großen Erzählungen der Geschichte zu hinterfragen. Wer wird gehört? Wer wird übersehen? Welche Perspektiven fehlen? New Historicism ist ein bisschen wie der Anwalt des kleinen Mannes, der sagt: "Hey, warte mal, was ist mit den Bauern, den Frauen, den anderen, die in den Geschichtsbüchern vergessen wurden?"
Manchmal fühlt sich das an, als würde man an einem Faden ziehen und plötzlich entrollt sich ein ganzer Teppich voller verborgener Geschichten. Das ist spannend! Aber es kann auch ein bisschen überwältigend sein.
Meine (zugegebenermaßen) unpopuläre Meinung
Und jetzt kommt meine unpopuläre Meinung: Ich finde, beide Ansätze haben ihre Berechtigung. Historicismus ist wichtig, um die Grundlagen zu verstehen. Wir müssen wissen, was die Leute damals gedacht und gefühlt haben, um überhaupt eine Basis für unsere Interpretation zu haben. Aber New Historicism ist ebenso wichtig, um kritisch zu bleiben und zu erkennen, dass Geschichte nie eine objektive Wahrheit ist.
Es ist wie mit einem Kuchenrezept. Historicismus ist das Rezept selbst: die Zutaten, die Anweisungen. New Historicism ist die Art und Weise, wie wir den Kuchen backen: mit unseren eigenen Zutaten, unseren eigenen Vorlieben, unserem eigenen Backofen. Der Kuchen wird immer ein bisschen anders schmecken, je nachdem, wer ihn backt.
Und das ist auch gut so! Denn Geschichte ist nicht etwas Starres und Unveränderliches. Sie ist ein lebendiger, sich ständig wandelnder Prozess der Interpretation und Neuinterpretation. Also, lasst uns die Geschichtsbücher entstauben, die Möbel auf dem Dachboden umstellen und die Geschichte neu erzählen! Aber bitte, ohne den Avocado-Toast zu vergessen.
Denn letztendlich ist es doch so: Die Vergangenheit ist nicht weg. Sie ist immer bei uns. In unseren Gedanken, in unseren Werten, in unserer Art, die Welt zu sehen. Und je besser wir die Vergangenheit verstehen, desto besser verstehen wir uns selbst.
