History Of The Commonwealth Of Nations
Servus, liebe Weltenbummler! Setzt euch, schnappt euch einen Kaffee (oder vielleicht einen Earl Grey, passend zum Thema!), und lasst uns gemeinsam auf eine faszinierende Reise in die Geschichte des Commonwealth of Nations eintauchen. Stellt euch vor, ihr schländert durch die Gassen von Delhi, genießt den Sonnenuntergang in Kapstadt oder erkundet die schottischen Highlands – all diese Orte, und noch viele mehr, sind durch ein unsichtbares Band verbunden: Das Commonwealth. Aber was genau ist das eigentlich, und wie ist es entstanden?
Die Wurzeln des Commonwealth liegen im britischen Empire, einer gigantischen Ansammlung von Kolonien, die sich einst über den Globus erstreckte. Ihr erinnert euch vielleicht aus dem Geschichtsunterricht an die Geschichten von Seefahrern, Entdeckern und – ja, leider auch – von Unterdrückung und Ausbeutung. Im Laufe des 19. und frühen 20. Jahrhunderts wuchs in einigen dieser Kolonien, vor allem in den "weißen" Siedlungskolonien wie Kanada, Australien, Neuseeland und Südafrika, der Wunsch nach mehr Autonomie und Selbstbestimmung. Sie wollten nicht mehr nur Befehle aus London entgegennehmen, sondern ihre eigenen Gesetze machen und ihre eigene Zukunft gestalten.
Und hier beginnt eine spannende Transformation. Anstatt sich an der Idee eines zentralisierten Empires festzuklammern, erkannten kluge Köpfe in Großbritannien, dass es einen besseren Weg gab: Einen Weg, die Verbindung aufrechtzuerhalten, aber auf einer Grundlage von Gleichheit und gegenseitigem Respekt. Ein erster wichtiger Schritt war die Balfour-Erklärung von 1926. Stellt euch vor, ihr sitzt in einer gemütlichen Teestube in London, als diese Erklärung verkündet wird: Die Dominions (also Kanada, Australien, Neuseeland, Südafrika und der Irische Freistaat) wurden als "autonome Gemeinschaften innerhalb des Britischen Empire, gleichberechtigt, in keiner Weise einander untergeordnet in ihren inneren oder äußeren Angelegenheiten, obgleich vereint durch eine gemeinsame Treue zur Krone" anerkannt. Ein revolutionärer Gedanke! Plötzlich waren es keine Kolonien mehr, sondern gleichwertige Partner.
Dieser neue Status wurde im Statut von Westminster im Jahr 1931 formell verankert. Dieses Gesetz gab den Dominions die volle legislative Unabhängigkeit. Sie konnten ihre eigenen Gesetze machen, ihre eigenen Verträge abschließen und ihre eigene Außenpolitik betreiben, ohne die Zustimmung des britischen Parlaments zu benötigen. Das Empire wandelte sich in das, was damals als British Commonwealth of Nations bekannt war. Ein loser Zusammenschluss, der auf gemeinsamer Geschichte und freier Zusammenarbeit beruhte.
Die Dekolonialisierung und das moderne Commonwealth
Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es zu einer Welle der Dekolonialisierung. Immer mehr Kolonien in Afrika, Asien und der Karibik erlangten ihre Unabhängigkeit. Viele dieser neuen Nationen traten dem Commonwealth bei, was zu einer grundlegenden Veränderung führte. Es war nicht mehr nur ein Club "weißer" Siedlungskolonien, sondern eine vielfältige Gemeinschaft von Nationen unterschiedlicher Kulturen, Religionen und Entwicklungsstufen.
Indien, das 1947 seine Unabhängigkeit erlangte, spielte eine Schlüsselrolle in dieser Transformation. Indien wollte dem Commonwealth beitreten, aber nicht mehr die britische Krone als Staatsoberhaupt anerkennen. Eine schwierige Situation! Aber die Commonwealth-Staats- und Regierungschefs fanden eine elegante Lösung: Sie erkannten den britischen Monarchen als Symbol der freien Vereinigung und als Oberhaupt des Commonwealth an, aber nicht mehr als Staatsoberhaupt jedes einzelnen Mitgliedsstaates. Diese "Indische Formel" ebnete den Weg für viele andere Republiken, dem Commonwealth beizutreten.
Die Commonwealth-Erklärung von Singapur (1971)
Ein weiterer Meilenstein war die Commonwealth-Erklärung von Singapur im Jahr 1971. In dieser Erklärung wurden die gemeinsamen Werte und Ziele des Commonwealth bekräftigt, darunter Demokratie, Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit, Gleichheit und freier Handel. Das Commonwealth positionierte sich als eine Organisation, die sich für Frieden, Gerechtigkeit und Entwicklung in der Welt einsetzt.
Das Commonwealth hat sich auch immer wieder mit schwierigen Themen auseinandergesetzt. In den 1970er und 1980er Jahren spielte es eine wichtige Rolle im Kampf gegen die Apartheid in Südafrika. Das Commonwealth verhängte Sanktionen gegen das Apartheid-Regime und unterstützte die Anti-Apartheid-Bewegung. Südafrika wurde erst nach dem Ende der Apartheid und den ersten freien Wahlen im Jahr 1994 wieder in das Commonwealth aufgenommen.
Das Commonwealth heute
Heute umfasst das Commonwealth 56 Mitgliedsstaaten, die fast ein Drittel der Weltbevölkerung repräsentieren. Es ist eine faszinierende Mischung aus kleinen Inselstaaten und großen Industrienationen, aus alten Königreichen und jungen Republiken. Die Organisation arbeitet in verschiedenen Bereichen zusammen, darunter Wirtschaft, Bildung, Gesundheit und Umwelt. Das Commonwealth-Sekretariat in London koordiniert die Aktivitäten und Programme der Organisation.
Ein Highlight, das ihr vielleicht schon einmal im Fernsehen gesehen habt, sind die Commonwealth Games, ein Multisport-Event, das alle vier Jahre stattfindet und bei dem Athleten aus den Commonwealth-Nationen gegeneinander antreten. Eine tolle Gelegenheit, sportliche Höchstleistungen zu bewundern und die Vielfalt des Commonwealth zu feiern!
Das Commonwealth ist natürlich nicht ohne Kontroversen. Kritiker bemängeln, dass es immer noch Spuren des Kolonialismus trägt und dass es nicht immer effektiv bei der Durchsetzung seiner Werte ist. Es gibt auch Fragen nach der Relevanz des Commonwealth im 21. Jahrhundert. Aber trotz dieser Herausforderungen bleibt das Commonwealth eine wichtige Plattform für den Dialog und die Zusammenarbeit zwischen den Nationen.
Warum ist das für Reisende relevant? Weil es euch hilft, die Welt besser zu verstehen! Wenn ihr durch Commonwealth-Länder reist, werdet ihr oft Gemeinsamkeiten feststellen, die auf der gemeinsamen Geschichte und den gemeinsamen Werten beruhen. Ihr werdet vielleicht ähnliche Rechtssysteme, Bildungssysteme oder politische Strukturen entdecken. Ihr werdet vielleicht auch feststellen, dass die Menschen eine besondere Beziehung zu Großbritannien oder zu anderen Commonwealth-Ländern haben. Und natürlich werdet ihr vielleicht auf das ein oder andere Cricketspiel stoßen!
Also, liebe Reisefreunde, nehmt diese kleine Geschichtsstunde mit auf eure nächste Reise durch das Commonwealth. Ob ihr nun die pulsierende Energie von Lagos erlebt, die atemberaubende Schönheit von Queenstown bewundert oder die historischen Stätten von Valletta erkundet – denkt an die unsichtbaren Fäden, die diese Orte miteinander verbinden. Das Commonwealth ist mehr als nur eine Organisation; es ist eine Geschichte, eine Idee und eine Gemeinschaft von Menschen, die sich für eine bessere Welt einsetzen. Und wer weiß, vielleicht trefft ihr auf euren Reisen ja auch den ein oder anderen Commonwealth-Bürger, der euch seine ganz persönliche Geschichte erzählt. Gute Reise!
