Hummel Im Winter Gefunden Was Tun
Ach du meine Güte, was für ein Anblick! Letzten Winter, als ich durch den verschneiten Park in Berlin spazierte, entdeckte ich etwas Ungewöhnliches direkt am Fuße einer alten Eiche. Zuerst dachte ich, es sei ein seltsames Blatt, aber als ich näher kam, erkannte ich es: eine Hummel. Mitten im Winter! Total verlangsamt, fast bewegungslos und mit einer dünnen Schneeschicht bedeckt. Mein Herz machte einen kleinen Hüpfer. Was sollte ich tun? Eine Hummel, die im Winter gefunden wird… das ist kein gutes Zeichen.
Als Reisende und Tierliebhaberin wusste ich, dass ich handeln musste. Ich hatte schon so viel von der Welt gesehen, aber eine hilflose Hummel im Winter war mir neu. Also, was tut man in so einer Situation? Hier ist meine persönliche Erfahrung und ein paar Tipps, falls auch du mal eine Hummel im Winter findest:
Erste Hilfe für eine Hummel im Winter: Meine Schritt-für-Schritt-Anleitung
1. Ruhe bewahren und Situation beurteilen: Der erste Impuls ist natürlich Panik. Aber atme tief durch. Ist die Hummel wirklich in Not? Beobachte sie einen Moment. Bewegt sie sich gar nicht? Ist sie sichtbar verletzt? Oder ist sie einfach nur ein bisschen langsam und desorientiert?
In meinem Fall war klar, dass die Hummel in Not war. Sie lag auf dem Rücken und bewegte ihre Beinchen kaum. Der Schnee machte die Sache nicht einfacher.
2. Die Hummel vorsichtig aufnehmen: Am besten nimmst du die Hummel mit einem Blatt oder einem Stück Rinde auf. Vermeide es, sie direkt mit den Händen zu berühren, da du sie sonst unnötig stressen könntest. Außerdem sind Hummeln natürlich Stachelträger, auch wenn sie ihn nur selten einsetzen.
Ich hatte zum Glück ein trockenes Blatt in meiner Tasche. Damit hob ich die kleine Brummerin vorsichtig auf.
3. Die Hummel wärmen: Hummeln sind wechselwarm, das heißt, ihre Körpertemperatur hängt von der Umgebungstemperatur ab. Im Winter ist es für sie also lebensbedrohlich kalt. Die Hummel muss dringend aufgewärmt werden!
Ich nahm die Hummel mit nach Hause (zum Glück war meine Unterkunft nicht weit entfernt). Dort legte ich sie in eine kleine Schachtel, die ich mit Küchenpapier ausgelegt hatte. Wichtig: Die Schachtel sollte nicht zu groß sein, damit die Hummel sich nicht darin verliert.
4. Energie geben: Zuckerwasser ist das Lebenselixier: Hummeln brauchen Energie, um zu überleben. Die beste Soforthilfe ist ein Tropfen Zuckerwasser. Mische dazu einfach etwas Zucker mit Wasser (Verhältnis ca. 1:4). Träufle das Zuckerwasser vorsichtig vor die Hummel. Du kannst auch einen kleinen Pinsel oder ein Wattestäbchen verwenden, um das Zuckerwasser direkt vor ihren Rüssel zu halten. Sei geduldig! Es kann eine Weile dauern, bis die Hummel realisiert, dass es etwas zu trinken gibt.
Ich hatte zum Glück etwas Zucker in meiner Unterkunft. Das Zuckerwasser bereitete ich schnell zu und träufelte einen kleinen Tropfen vor die Hummel. Es dauerte ein paar Minuten, aber dann bewegte sie ihre Fühler und begann, gierig zu trinken. Es war ein unbeschreibliches Gefühl, ihr so zu helfen!
5. Beobachten und Geduld haben: Nach dem Aufwärmen und der Energiezufuhr braucht die Hummel Ruhe. Lass sie in der Schachtel und beobachte sie. Es kann einige Stunden dauern, bis sie sich vollständig erholt hat.
Warum findet man Hummeln im Winter?
Normalerweise überwintern nur die Hummelköniginnen. Sie suchen sich ein frostfreies Versteck im Boden oder unter Totholz. Die Arbeiterinnen und Drohnen sterben im Herbst. Wenn du im Winter eine Hummel findest, handelt es sich meistens um eine verirrte Königin, die ihr Winterquartier verlassen hat oder um eine junge Königin, die zu spät geschlüpft ist und keine Zeit mehr hatte, sich ein ausreichendes Fettpolster anzulegen.
Es gibt auch noch eine andere Möglichkeit: Durch die Klimaveränderung und die milderen Winter kann es vorkommen, dass Hummeln zu früh aktiv werden und dann von einem Kälteeinbruch überrascht werden.
Was, wenn sich die Hummel nicht erholt?
Es ist wichtig zu wissen, dass nicht jede Hummel gerettet werden kann. Wenn die Hummel trotz aller Bemühungen nicht wieder zu Kräften kommt, ist sie möglicherweise zu schwach oder krank. In diesem Fall solltest du dich an einen Imker oder eine Naturschutzorganisation wenden. Sie können die Situation besser beurteilen und gegebenenfalls weitere Maßnahmen ergreifen.
Die Hummel wieder in die Freiheit entlassen
Am nächsten Tag war es soweit. Die Hummel war wieder fit! Sie krabbelte munter in der Schachtel herum und summte leise. Ich beschloss, sie freizulassen.
Wichtig: Wähle für die Freilassung einen sonnigen und windgeschützten Ort. Am besten in der Nähe von blühenden Pflanzen. Achte darauf, dass die Temperatur nicht zu niedrig ist.
Ich öffnete die Schachtel und stellte sie auf eine blühende Winterheide in meinem Garten. Die Hummel krabbelte langsam heraus, putzte sich und flog dann davon. Ein wunderschöner Moment! Ich war so froh, dass ich ihr helfen konnte.
Zusammenfassung und wichtige Tipps:
Was du tun solltest, wenn du eine Hummel im Winter findest:
- Ruhe bewahren und die Situation beurteilen.
- Die Hummel vorsichtig mit einem Blatt oder einem Stück Rinde aufnehmen.
- Die Hummel in einer Schachtel mit Küchenpapier wärmen.
- Einen Tropfen Zuckerwasser (Verhältnis 1:4) anbieten.
- Die Hummel beobachten und Geduld haben.
- Die Hummel an einem sonnigen und windgeschützten Ort in der Nähe von blühenden Pflanzen freilassen.
Denke daran: Jede kleine Tat zählt. Auch wenn du nur einer einzigen Hummel das Leben rettest, hast du einen wichtigen Beitrag zum Naturschutz geleistet. Und wer weiß, vielleicht begegnest du ja auch irgendwann einer Hummel, die dir im Gegenzug hilft! (Okay, das ist vielleicht etwas weit hergeholt, aber die Hoffnung stirbt zuletzt!)
Ich hoffe, meine Geschichte und meine Tipps helfen dir weiter, falls du jemals eine Hummel im Winter findest. Es ist ein besonderes Erlebnis, und es zeigt uns, wie wichtig es ist, auf unsere Umwelt und die kleinen Lebewesen darin zu achten. Gerade als Reisende sollten wir uns unserer Verantwortung bewusst sein und unseren Beitrag zum Schutz der Natur leisten. Happy travels und haltet die Augen offen!
