Hund Kommt Hinten Nicht Mehr Hoch
Hallo liebe Reisefreunde und Hundeliebhaber! Ich bin’s, eure treue Reisebegleiterin und bekennende Hunde-Mama. Heute wird es ein bisschen ernster, aber ich verspreche euch, am Ende gibt es wieder strahlende Augen und wedelnde Schwänze. Denn heute möchte ich meine persönliche Geschichte mit euch teilen, die Geschichte von meinem geliebten Bruno und seiner plötzlich auftretenden Schwierigkeit, hinten hochzukommen.
Bruno, mein brauner Labrador-Mischling, ist normalerweise ein Energiebündel. Egal ob Wanderungen in den Alpen, Strandspaziergänge an der Ostsee oder Städtetrips durch malerische Altstädte – Bruno war immer mit von der Partie, voller Tatendrang und Lebensfreude. Wir haben zusammen so viele unvergessliche Abenteuer erlebt! Er ist mein Schatten, mein bester Freund und mein treuester Reisegefährte. Aber dann, ganz plötzlich, änderte sich alles.
Der Schockmoment: Brunos Schwierigkeiten
Ich erinnere mich noch genau an diesen Morgen. Wir waren gerade in der Sächsischen Schweiz unterwegs, ein Paradies für Wanderer und Naturliebhaber. Wir hatten eine leichte Tour geplant, die durch sanfte Hügel und dichte Wälder führen sollte. Bruno war wie immer voller Vorfreude, sprang aus dem Auto und rannte aufgeregt los. Doch dann, beim Versuch, auf einen kleinen Felsen zu springen, um einen besseren Überblick zu haben, passierte es: Er versuchte, sich hochzuziehen, aber seine Hinterbeine versagten. Er rutschte ab, winselte kurz und sah mich mit großen, fragenden Augen an.
Mein Herz machte einen Satz. Ich eilte zu ihm, untersuchte seine Beine und konnte äußerlich nichts feststellen. Er schien keine Schmerzen zu haben, aber er konnte sich einfach nicht richtig auf seine Hinterläufe stützen. Er versuchte es immer wieder, aber jedes Mal gab er nach kurzer Zeit auf. Das war nicht mein Bruno. Das war nicht der Hund, der mich sonst mit seiner Energie und Lebensfreude ansteckte.
Zuerst dachte ich an eine Zerrung oder eine Prellung. Vielleicht hatte er sich vertreten oder war unglücklich aufgekommen. Aber als es auch am nächsten Tag nicht besser wurde, wurde ich unruhig. Wir brachen unsere Wanderung ab und fuhren zurück zu unserer Unterkunft. Die Sorge um Bruno ließ mich nicht mehr los.
Die Suche nach der Ursache: Tierarztbesuche und Diagnosen
Zurück in unserer Unterkunft googelte ich wie eine Verrückte nach möglichen Ursachen für Brunos Beschwerden. Von Arthrose über Bandscheibenvorfälle bis hin zu Hüftdysplasie – die Liste der möglichen Diagnosen war erschreckend lang. Ich beschloss, keine Zeit zu verlieren und am nächsten Morgen sofort einen Tierarzt aufzusuchen.
Der erste Tierarzt konnte keine eindeutige Diagnose stellen. Er tastete Brunos Beine ab, machte einige neurologische Tests und vermutete eine Muskelverspannung oder eine leichte Blockade. Er verschrieb uns Schmerzmittel und empfahl Physiotherapie. Ich war erleichtert, dass es scheinbar nichts Ernstes war, aber gleichzeitig beunruhigte mich die Ungewissheit.
Die Physiotherapie brachte leider nicht den gewünschten Erfolg. Bruno hatte zwar sichtlich Spaß an den Übungen, aber seine Schwierigkeiten, hinten hochzukommen, blieben bestehen. Ich beschloss, eine zweite Meinung einzuholen und suchte einen Spezialisten für Orthopädie auf.
Dieser Tierarzt untersuchte Bruno gründlich und fertigte Röntgenaufnahmen an. Und dann kam die Diagnose: Arthrose in den Hüftgelenken. Ich war wie vor den Kopf gestoßen. Arthrose! Bei meinem jungen, vitalen Bruno? Ich konnte es kaum glauben.
Der Tierarzt erklärte mir, dass Arthrose eine degenerative Gelenkerkrankung ist, bei der der Knorpel in den Gelenken langsam abgebaut wird. Dies führt zu Schmerzen, Entzündungen und Bewegungseinschränkungen. Arthrose ist zwar nicht heilbar, aber man kann die Symptome lindern und den Verlauf der Erkrankung verlangsamen.
Therapie und Veränderungen: Brunos neuer Alltag
Nach der Diagnose begann ein neuer Abschnitt in Brunos und meinem Leben. Wir mussten unseren Alltag an seine Bedürfnisse anpassen und eine geeignete Therapie finden, um ihm das Leben so angenehm wie möglich zu machen.
Der Tierarzt empfahl uns eine Kombination aus verschiedenen Therapieansätzen: Schmerzmittel, entzündungshemmende Medikamente, Nahrungsergänzungsmittel (wie Glucosamin und Chondroitin), Physiotherapie und moderate Bewegung. Zusätzlich informierte ich mich über alternative Behandlungsmethoden wie Akupunktur und Lasertherapie.
Ich stellte Brunos Ernährung um und achtete darauf, dass er ein hochwertiges Futter mit einem hohen Anteil an Omega-3-Fettsäuren bekam. Außerdem versuchte ich, sein Gewicht zu halten, da Übergewicht die Gelenke zusätzlich belastet.
Auch unsere Spaziergänge veränderten sich. Wir mieden steile Anstiege und lange Strecken. Stattdessen unternahmen wir kurze, ebene Spaziergänge und suchten nach Wegen, die seinen Gelenken nicht zu sehr zusetzten. Ich kaufte ihm sogar eine Rampe für das Auto, damit er leichter ein- und aussteigen konnte.
Die ersten Wochen waren hart. Bruno war frustriert, dass er nicht mehr so aktiv sein konnte wie früher. Er verstand nicht, warum er nicht mehr rennen und springen durfte. Aber mit viel Geduld, Liebe und Konsequenz lernten wir beide, mit der Situation umzugehen.
Positive Entwicklungen und neue Perspektiven
Nach einigen Monaten der Therapie stellten wir deutliche Verbesserungen fest. Bruno hatte weniger Schmerzen, konnte sich besser bewegen und war wieder aktiver. Er sprang zwar immer noch nicht so hoch wie früher, aber er konnte wieder Freude an unseren Spaziergängen und an unseren gemeinsamen Abenteuern haben.
Ich lernte, die kleinen Dinge zu schätzen und mich an den Momenten zu erfreuen, in denen Bruno glücklich und zufrieden war. Ich lernte, dass es nicht darauf ankommt, wie weit wir wandern oder wie viele Sehenswürdigkeiten wir besichtigen, sondern dass es darauf ankommt, die Zeit zusammen zu genießen und die Welt mit den Augen meines Hundes zu sehen.
Und das ist das Wichtigste: Auch mit Arthrose kann man ein erfülltes Leben führen! Man muss sich nur auf die veränderten Bedürfnisse einstellen und die richtigen Maßnahmen ergreifen. Bruno ist der lebende Beweis dafür.
Reisen mit Hund und Arthrose: Tipps und Tricks
Natürlich haben sich auch unsere Reisen verändert. Aber das bedeutet nicht, dass wir nicht mehr unterwegs sind! Wir haben einfach gelernt, unsere Reisen an Brunos Bedürfnisse anzupassen und einige Vorkehrungen zu treffen, um ihm die Reise so angenehm wie möglich zu machen:
- Planung ist alles: Wir wählen unsere Reiseziele sorgfältig aus und achten darauf, dass es dort flache Wanderwege, hundefreundliche Unterkünfte und Tierärzte in der Nähe gibt.
- Die richtige Unterkunft: Wir bevorzugen Unterkünfte im Erdgeschoss oder mit Aufzug, um Bruno das Treppensteigen zu ersparen.
- Pausen einlegen: Wir planen regelmäßige Pausen ein, damit Bruno sich ausruhen und seine Gelenke entlasten kann.
- Die passende Ausrüstung: Wir nehmen immer eine Rampe für das Auto, ein bequemes Hundebett und eine Kühlmatte für heiße Tage mit.
- Medikamente nicht vergessen: Wir achten darauf, dass wir ausreichend Schmerzmittel und andere Medikamente für Bruno dabei haben.
- Flexibel bleiben: Wir sind bereit, unsere Pläne spontan zu ändern, wenn Bruno sich nicht wohlfühlt.
Wichtig: Sprecht vor jeder Reise mit eurem Tierarzt und lasst euch beraten, welche Vorkehrungen ihr treffen solltet.
Ich hoffe, meine Geschichte hat euch Mut gemacht und euch gezeigt, dass auch mit einer chronischen Erkrankung wie Arthrose ein erfülltes Leben und tolle Reisen möglich sind. Es erfordert zwar etwas mehr Planung und Anpassungsfähigkeit, aber es lohnt sich allemal, um die Welt mit seinem geliebten Vierbeiner zu entdecken.
Lasst euch nicht entmutigen, sondern genießt jeden Moment mit euren Hunden! Denn sie sind die treuesten und liebenswertesten Reisebegleiter, die man sich nur wünschen kann.
Bis zum nächsten Mal und alles Liebe, eure reisefreudige Hunde-Mama!
