Hund Pinkelt Blut Und übergibt Sich
Wenn Ihr Hund Blut im Urin hat (Hämaturie) und sich gleichzeitig übergibt, ist das ein Grund zur sofortigen Besorgnis. Diese Kombination von Symptomen deutet fast immer auf ein ernsthaftes Problem hin, das umgehend tierärztlich abgeklärt werden muss. Dieser Artikel soll Ihnen helfen, die möglichen Ursachen zu verstehen und wie Sie sich am besten verhalten.
Mögliche Ursachen für Blut im Urin und Erbrechen beim Hund
Die gleichzeitige Beobachtung von Hämaturie und Erbrechen kann auf verschiedene Erkrankungen hindeuten. Einige der häufigsten und potenziell gefährlichsten Ursachen sind:
Infektionen
Harnwegsinfektionen (HWIs): Bakterielle Infektionen der Harnblase oder der Nieren können zu Blut im Urin führen. HWIs allein verursachen selten Erbrechen, aber in schweren Fällen, insbesondere wenn die Infektion bis zu den Nieren aufsteigt (Pyelonephritis), kann dies durchaus der Fall sein. Die Bakterien produzieren Toxine, die Übelkeit und Erbrechen auslösen können.
Bakterielle Infektionen anderer Organe: Infektionen der Gebärmutter (Pyometra) bei unkastrierten Hündinnen können zu schweren systemischen Erkrankungen führen. Die dabei freigesetzten Toxine gelangen ins Blut und können sowohl Erbrechen als auch Blutungen verursachen, die als Blut im Urin fehlinterpretiert werden können (die Blutungen stammen dann aber aus der Gebärmutter).
Vergiftungen
Rattengift: Rattengift enthält häufig Antikoagulantien, die die Blutgerinnung verhindern. Dies kann zu inneren Blutungen in verschiedenen Organen führen, einschließlich der Harnwege und des Verdauungstrakts. Das Erbrechen kann entweder durch direkte Reizung des Magens oder durch die Auswirkungen der Blutungen selbst entstehen.
Andere Toxine: Bestimmte Medikamente, Chemikalien oder Pflanzen können ebenfalls zu Blutungen und Erbrechen führen. Beispiele hierfür sind bestimmte Schmerzmittel für Menschen (wie Ibuprofen oder Paracetamol), Frostschutzmittel (Ethylenglykol) und bestimmte Pilzarten.
Erkrankungen der Nieren und Harnwege
Nierensteine oder Blasensteine: Steine in den Nieren oder der Harnblase können die Schleimhaut reizen und zu Blutungen führen. Die Schmerzen, die durch die Steine verursacht werden, können auch Übelkeit und Erbrechen auslösen.
Nierenerkrankungen: Chronisches oder akutes Nierenversagen kann die Fähigkeit der Nieren beeinträchtigen, Abfallprodukte aus dem Blut zu filtern. Dies führt zu einer Anreicherung von Toxinen im Körper, was Erbrechen verursacht und die Blutgefäße schädigen kann, was wiederum zu Blutungen in den Harnwegen führen kann.
Tumore: Tumore in den Nieren, der Harnblase oder den Harnwegen können Blutungen und Funktionsstörungen verursachen. Abhängig von der Art des Tumors und seiner Lage kann es auch zu Erbrechen kommen.
Trauma
Ein stumpfes Trauma, beispielsweise durch einen Autounfall oder einen Sturz, kann innere Verletzungen verursachen, die zu Blutungen in den Harnwegen und im Verdauungstrakt führen. Das Trauma selbst oder die damit verbundenen Schmerzen können Erbrechen auslösen.
Gerinnungsstörungen
Verschiedene Erkrankungen, wie beispielsweise die Immunthrombozytopenie (ITP), bei der das Immunsystem die Blutplättchen angreift, können die Blutgerinnung beeinträchtigen und zu Blutungen in verschiedenen Organen führen. Auch hier kann das Erbrechen entweder direkt durch die Blutungen oder indirekt durch die zugrunde liegende Erkrankung verursacht werden.
Prostataprobleme (bei Rüden)
Eine vergrößerte Prostata (Prostatahyperplasie) oder eine Prostataentzündung (Prostatitis) kann bei Rüden Blutungen verursachen, die fälschlicherweise als Blut im Urin interpretiert werden können. Schwere Infektionen können auch Erbrechen auslösen.
Was Sie tun sollten, wenn Ihr Hund Blut im Urin hat und sich übergibt
Sofort zum Tierarzt: Dies ist kein Fall für Hausmittel oder Abwarten. Die Kombination von Hämaturie und Erbrechen ist ein Warnsignal, das eine sofortige tierärztliche Untersuchung erfordert. Je schneller Ihr Hund behandelt wird, desto besser sind seine Chancen auf eine vollständige Genesung. Informieren Sie den Tierarzt telefonisch vorab über die Symptome, damit er sich entsprechend vorbereiten kann.
Sammeln Sie eine Urinprobe (wenn möglich): Wenn Sie in der Lage sind, eine Urinprobe zu sammeln, bevor Sie zum Tierarzt fahren, kann dies die Diagnose beschleunigen. Verwenden Sie einen sauberen Behälter und bewahren Sie die Probe gekühlt auf, bis Sie sie dem Tierarzt übergeben.
Beobachten Sie die Symptome genau: Machen Sie sich Notizen zu folgenden Punkten:
- Wie oft erbricht sich Ihr Hund? Was erbricht er (Futter, Galle, Blut)?
- Wie oft uriniert Ihr Hund? Ist es schwierig für ihn zu urinieren?
- Wie viel Blut ist im Urin? Ist der Urin nur leicht rosa oder stark rot?
- Hat Ihr Hund noch andere Symptome? (z.B. Appetitlosigkeit, Lethargie, Bauchschmerzen, Fieber, Atembeschwerden)
- Hat Ihr Hund Zugang zu Giftstoffen gehabt? (z.B. Rattengift, Reinigungsmittel, Medikamente)
Diese Informationen können dem Tierarzt helfen, die Ursache der Probleme Ihres Hundes schneller zu diagnostizieren.
Diagnostische Tests
Um die Ursache für Blut im Urin und Erbrechen zu ermitteln, wird Ihr Tierarzt wahrscheinlich eine Reihe von diagnostischen Tests durchführen, darunter:
- Körperliche Untersuchung: Der Tierarzt wird Ihren Hund gründlich untersuchen, um nach Anzeichen von Schmerzen, Dehydration, oder anderen Auffälligkeiten zu suchen.
- Urinuntersuchung: Eine Urinprobe wird auf Bakterien, Blut, Kristalle und andere Anomalien untersucht.
- Blutuntersuchung: Ein komplettes Blutbild (CBC) und eine biochemische Untersuchung geben Aufschluss über die Funktion der Organe, das Vorhandensein von Infektionen und den Gerinnungsstatus.
- Röntgenaufnahmen oder Ultraschall: Diese bildgebenden Verfahren können helfen, Steine, Tumore oder andere Anomalien in den Nieren, der Harnblase oder anderen Organen zu identifizieren.
- Gerinnungstests: Diese Tests werden durchgeführt, um zu überprüfen, ob Ihr Hund eine Gerinnungsstörung hat, insbesondere wenn der Verdacht auf eine Vergiftung mit Rattengift besteht.
- Spezifische Tests auf Infektionskrankheiten: Je nach den Symptomen und der Krankengeschichte Ihres Hundes können weitere Tests durchgeführt werden, um bestimmte Infektionskrankheiten auszuschließen.
Behandlung
Die Behandlung hängt von der zugrunde liegenden Ursache für Blut im Urin und Erbrechen ab. Mögliche Behandlungen umfassen:
- Antibiotika: Bei Harnwegsinfektionen oder anderen bakteriellen Infektionen.
- Flüssigkeitstherapie: Um Dehydration auszugleichen und die Nierenfunktion zu unterstützen.
- Schmerzmittel: Um Schmerzen und Unbehagen zu lindern.
- Medikamente gegen Übelkeit und Erbrechen: Um das Erbrechen zu kontrollieren.
- Operation: Bei Blasensteinen, Nierensteinen, Tumoren oder bestimmten Arten von Trauma.
- Antidot: Bei Vergiftungen, z.B. Vitamin K1 bei Rattengiftvergiftung.
- Bluttransfusion: Bei schwerem Blutverlust.
- Spezifische Medikamente: Je nach der zugrunde liegenden Ursache (z.B. Immunsuppressiva bei ITP, Medikamente zur Behandlung von Nierenerkrankungen).
Vorbeugung
Obwohl nicht alle Ursachen für Blut im Urin und Erbrechen verhindert werden können, gibt es einige Maßnahmen, die Sie ergreifen können, um das Risiko zu minimieren:
- Sorgen Sie für ausreichend frisches Wasser: Dehydration kann das Risiko von Harnwegsinfektionen und Nierenproblemen erhöhen.
- Füttern Sie eine hochwertige Hundeernährung: Eine ausgewogene Ernährung trägt zur Gesundheit der Harnwege bei.
- Vermeiden Sie den Zugang zu Giftstoffen: Bewahren Sie Rattengift, Reinigungsmittel, Medikamente und andere potenziell gefährliche Substanzen außerhalb der Reichweite Ihres Hundes auf.
- Regelmäßige tierärztliche Kontrollen: Früherkennung und Behandlung von Erkrankungen können schwerwiegende Komplikationen verhindern.
- Kastration/Sterilisation: Die Kastration von Rüden kann Prostataprobleme verhindern, während die Sterilisation von Hündinnen das Risiko einer Pyometra ausschließt.
Wichtiger Hinweis: Die Informationen in diesem Artikel dienen nur zu Informationszwecken und ersetzen keine professionelle tierärztliche Beratung. Wenn Ihr Hund Blut im Urin hat und sich übergibt, suchen Sie umgehend einen Tierarzt auf.
