Hund Zu Warm In Der Wohnung
Herzlich willkommen in Deutschland! Du planst einen Urlaub oder einen längeren Aufenthalt und bringst deinen geliebten Vierbeiner mit? Das ist wunderbar! Aber gerade, wenn du aus einer anderen Klimazone kommst, ist es wichtig zu wissen, wie du deinem Hund helfen kannst, sich in deutschen Wohnungen wohlzufühlen, besonders wenn es mal warm wird. Denn auch unsere Häuser können sich aufheizen, und dein Hund braucht deine Unterstützung, um einen kühlen Kopf zu bewahren.
Woran erkennst du, dass deinem Hund zu warm ist?
Bevor wir uns den Abhilfemaßnahmen widmen, ist es wichtig, die Anzeichen von Überhitzung bei Hunden zu erkennen. Hunde schwitzen nämlich anders als wir Menschen. Sie regulieren ihre Körpertemperatur hauptsächlich durch Hecheln. Achte also auf folgende Symptome:
- Starkes Hecheln: Das ist das offensichtlichste Zeichen. Hechelt dein Hund übermäßig viel, ist ihm wahrscheinlich zu warm.
- Unruhe und Nervosität: Dein Hund kann unruhig werden, sich hin und her bewegen oder Schwierigkeiten haben, zur Ruhe zu kommen.
- Trägheit und Apathie: Im Gegensatz zur Unruhe kann dein Hund auch sehr träge und lustlos wirken. Er will nicht spielen, nicht spazieren gehen und zieht sich zurück.
- Trockene oder klebrige Schleimhäute: Überprüfe das Zahnfleisch deines Hundes. Ist es trocken oder klebrig anstatt feucht und rosig, deutet das auf Dehydration hin.
- Erhöhter Puls: Im Ruhezustand ist ein erhöhter Puls ein Warnsignal.
- Glasiger Blick: Die Augen können glasig und unkonzentriert wirken.
- Taumeln oder Koordinationsprobleme: Dies sind bereits ernstere Symptome und erfordern sofortiges Handeln.
- Erbrechen oder Durchfall: Auch dies kann ein Zeichen von Überhitzung sein.
- Kollaps: Im schlimmsten Fall kann dein Hund kollabieren. Dies ist ein Notfall!
Wichtig: Kurznasige Rassen wie Bulldoggen, Möpse und Boxer sind besonders anfällig für Überhitzung, da ihre Atemwege eingeschränkt sind.
Was tun, wenn dein Hund überhitzt? Erste Hilfe!
Wenn du feststellst, dass dein Hund überhitzt ist, handle schnell!
- Bringe deinen Hund sofort an einen kühlen Ort: Das kann ein schattiger Platz im Freien oder ein kühler Raum in der Wohnung sein.
- Kühle deinen Hund ab: Beginne mit kühlem (nicht eiskaltem!) Wasser. Befeuchte zuerst die Pfoten, den Bauch und die Innenseiten der Oberschenkel. Du kannst auch ein kühles, feuchtes Tuch über deinen Hund legen. Vermeide es, den Kopf mit kaltem Wasser zu übergießen, da dies zu einem Schock führen kann.
- Biete deinem Hund frisches, kühles Wasser an: Aber zwinge ihn nicht, zu trinken. Kleine Schlucke sind besser als große Mengen.
- Messe die Körpertemperatur: Wenn du ein Fieberthermometer hast, messe die Temperatur deines Hundes rektal. Die normale Körpertemperatur eines Hundes liegt zwischen 38,3 und 39,2 Grad Celsius. Liegt die Temperatur über 40 Grad Celsius, solltest du sofort einen Tierarzt aufsuchen.
- Suche einen Tierarzt auf: Auch wenn sich dein Hund nach den ersten Hilfemaßnahmen besser zu fühlen scheint, ist es ratsam, ihn von einem Tierarzt untersuchen zu lassen. Überhitzung kann zu Organschäden führen, die nicht sofort erkennbar sind.
Wie du deine Wohnung hundefreundlich kühl hältst
Vorbeugen ist besser als Heilen! Hier sind einige Tipps, wie du deine Wohnung so gestalten kannst, dass dein Hund auch bei hohen Temperaturen cool bleibt:
Schattenspender
Sorge dafür, dass deine Wohnung immer schattige Plätzchen bietet. Tagsüber helfen:
- Jalousien, Rollläden oder Vorhänge: Sie halten die direkte Sonneneinstrahlung ab und verhindern, dass sich die Räume aufheizen.
- Sonnenschirme oder Markisen: Wenn du einen Balkon oder eine Terrasse hast, spenden Sonnenschirme oder Markisen zusätzlichen Schatten.
- Bäume oder Sträucher: Bepflanze deinen Balkon oder Garten mit Bäumen oder Sträuchern, die Schatten spenden.
Durchzug schaffen
Sorge für eine gute Belüftung. Am besten lüftest du:
- Früh morgens und spät abends: Wenn die Temperaturen draußen niedriger sind als drinnen, öffne Fenster und Türen, um einen Durchzug zu erzeugen.
- Ventilatoren: Ventilatoren können die Luftzirkulation verbessern und für eine angenehme Brise sorgen. Richte den Ventilator jedoch nicht direkt auf deinen Hund, da dies zu Verspannungen führen kann.
Kühlende Unterlagen
Biete deinem Hund kühlende Unterlagen an:
- Kühlmatten: Diese Matten enthalten ein Gel, das sich durch den Druck des Hundes aktiviert und kühlt.
- Feuchte Handtücher: Lege ein feuchtes Handtuch auf den Boden, auf das sich dein Hund legen kann.
- Fliesenboden: Viele Hunde lieben es, sich im Sommer auf kühle Fliesen zu legen.
Wasserspiele
Vielleicht mag dein Hund Wasserspiele!:
- Planschbecken: Fülle ein kleines Planschbecken mit Wasser und lass deinen Hund darin planschen. Achte darauf, dass das Wasser nicht zu kalt ist.
- Besprühen: Besprühe deinen Hund mit einer Sprühflasche mit kühlem Wasser.
Trinken, Trinken, Trinken!
Sorge dafür, dass dein Hund immer Zugang zu frischem, kühlem Wasser hat. Stelle mehrere Wassernäpfe in der Wohnung auf und wechsle das Wasser regelmäßig. Du kannst dem Wasser auch ein paar Eiswürfel hinzufügen.
Vorsicht bei Spaziergängen!
Gerade im Sommer solltest du die Spaziergänge an die Temperaturen anpassen:
- Vermeide Spaziergänge in der Mittagshitze: Gehe lieber früh morgens oder spät abends spazieren, wenn die Temperaturen niedriger sind.
- Asphalt vermeiden: Asphalt kann sich in der Sonne stark aufheizen und die Pfoten deines Hundes verbrennen. Gehe lieber auf Gras oder im Schatten spazieren.
- Wasser mitnehmen: Nimm immer Wasser und einen Napf für deinen Hund mit.
- Auf Anzeichen von Überhitzung achten: Beobachte deinen Hund genau und breche den Spaziergang ab, wenn er Anzeichen von Überhitzung zeigt.
Fellpflege
Regelmäßige Fellpflege hilft deinem Hund, seine Körpertemperatur besser zu regulieren. Bürste deinen Hund regelmäßig, um lose Haare zu entfernen. Bei Hunden mit dickem Fell kann es sinnvoll sein, das Fell im Sommer etwas zu kürzen. Sprich dies aber unbedingt mit einem Hundefriseur oder Tierarzt ab, da das Fell auch vor Sonnenbrand schützen kann.
Besondere Vorsicht bei älteren und kranken Hunden
Ältere Hunde und Hunde mit bestimmten Erkrankungen (z.B. Herzerkrankungen) sind besonders anfällig für Überhitzung. Achte besonders auf sie und sorge für eine kühle Umgebung.
Weitere Tipps für deinen Aufenthalt in Deutschland
Neben der Wohnungstemperatur gibt es noch ein paar andere Dinge, die du beachten solltest, wenn du mit deinem Hund nach Deutschland reist:
- Einreisebestimmungen: Informiere dich rechtzeitig über die Einreisebestimmungen für Hunde nach Deutschland. Du benötigst in der Regel einen gültigen EU-Heimtierausweis, eine gültige Tollwutimpfung und möglicherweise einen Mikrochip.
- Leinenpflicht: In vielen deutschen Städten und Gemeinden besteht Leinenpflicht. Informiere dich über die lokalen Bestimmungen.
- Hundestrände: An vielen deutschen Küsten gibt es Hundestrände, an denen dein Hund frei laufen und baden darf.
- Tierärzte: Informiere dich vor deiner Reise über Tierärzte in deiner Nähe. Im Notfall ist es wichtig, schnell Hilfe zu bekommen.
- Hunde in Restaurants und Cafés: In vielen deutschen Restaurants und Cafés sind Hunde willkommen. Frage aber vorher, ob Hunde erlaubt sind.
- Hundesteuer: In Deutschland gibt es eine Hundesteuer. Wenn du deinen Hund länger als drei Monate in Deutschland hältst, musst du ihn anmelden und die Steuer bezahlen. Erkundige dich bei deiner Gemeinde nach den genauen Bestimmungen.
Wir hoffen, diese Tipps helfen dir und deinem Hund, einen angenehmen Aufenthalt in Deutschland zu verbringen. Genießt die Zeit zusammen und erkundet unser schönes Land! Und denk daran: Ein glücklicher Hund ist ein cooler Hund!
