Hunter X Hunter Die Spinne
Die Spinne, die keine Angst vor dem Staub hat: Eine etwas andere Perspektive auf die Phantomtruppe in Hunter x Hunter
Klar, die Phantomtruppe, oder Genei Ryodan, wie sie im Original heißen, sind die gefürchtetsten Diebe der Welt. Sie rauben, sie morden, und sie tun das alles mit einer Gelassenheit, die einem das Blut in den Adern gefrieren lässt. Aber was, wenn wir mal versuchen, sie nicht nur als kaltblütige Verbrecher zu sehen, sondern als... nun ja, als eine dysfunktionale Familie mit Hang zu extravaganten Hobbys?
Das Familienleben einer Räuberbande
Stellt euch vor: Feitan kocht wieder was, das nach Schwefel und Verwesung riecht. Nobunaga versucht, Uvogin mit Go-Spielen zu besiegen (während Uvogin lieber mit Steinen wirft). Und Chrollo, der Boss, versucht verzweifelt, die Ruhe zu bewahren, während er heimlich ein Buch über Feng Shui liest, um wenigstens ein bisschen Ordnung in diesen chaotischen Haufen zu bringen. Klingt das nicht fast...normal?
Okay, vielleicht nicht ganz. Aber die Dynamik innerhalb der Truppe ist faszinierend. Sie sind brutal und loyal zugleich. Sie würden füreinander sterben, aber auch nicht zögern, sich gegenseitig wegen Kleinigkeiten zu necken. Erinnert ein bisschen an Geschwister, nur mit mehr Blutvergießen und weniger Streit um die Fernbedienung.
Es gibt da zum Beispiel diese Szene, in der Uvogin stirbt. Die Reaktion der anderen Mitglieder ist schockierend. Sie weinen nicht, sie schreien nicht. Sie sitzen einfach da, stumm, und trinken. Es ist eine stille, aber tiefe Form des Respekts und der Trauer. Man spürt, dass sie mehr als nur Partner sind; sie sind wirklich miteinander verbunden.
Die seltsamen Hobbys der Phantomtruppe
Jeder hat ja so seine Macken, oder? Bei der Phantomtruppe sind diese Macken nur eben etwas...spezieller. Feitan scheint eine Vorliebe für Folter zu haben (nicht gerade ein Hobby, das man seinen Eltern vorstellen möchte). Phinks liebt es, Gewichte zu stemmen und dabei seltsame Laute von sich zu geben. Und Machi...nun, Machi ist einfach Machi. Geheimnisvoll, unberechenbar und immer bereit, jemanden mit ihren Nadeln zu traktieren.
Und dann ist da noch Chrollo Lucilfer, der Boss. Der Typ, der ganze Städte auslöschen kann, verbringt seine Freizeit damit, Bücher zu lesen und sich philosophische Fragen zu stellen. Manchmal fragt man sich, ob er nicht lieber in einem Elfenbeinturm sitzen und über die Bedeutung des Lebens nachdenken sollte, anstatt Raubzüge zu planen.
"Wir sind die Spinne. Und wir spinnen unser Netz, wie es uns gefällt." - Chrollo Lucilfer (wahrscheinlich, während er gerade versucht, einen Knoten zu entwirren)
Die Spinne und die Moral: Ein kompliziertes Verhältnis
Okay, lasst uns ehrlich sein: Die Phantomtruppe ist moralisch gesehen eine Katastrophe. Sie töten unschuldige Menschen, stehlen wertvolle Artefakte und scheinen keinen Funken Reue zu empfinden. Aber gleichzeitig gibt es da diesen seltsamen Ehrenkodex, diese ungeschriebenen Regeln, an die sie sich halten. Sie verraten einander nicht (meistens) und sie respektieren die Stärke (oder zumindest die Fähigkeit, sich durchzusetzen).
Manchmal fragt man sich, ob sie sich ihrer eigenen Boshaftigkeit überhaupt bewusst sind. Oder ob sie sich einfach in ihrer eigenen verdrehten Weltanschauung gefangen sehen, in der alles erlaubt ist, solange es "der Truppe" dient. Es ist eine unbequeme Frage, die Hunter x Hunter immer wieder aufwirft: Was macht einen Menschen zum Bösewicht? Ist es die Tat selbst, oder die Motivation dahinter?
Mehr als nur Bösewichte: Die Spinne als Spiegelbild
Vielleicht ist die Phantomtruppe gerade deshalb so faszinierend, weil sie uns etwas über uns selbst erzählt. Sie sind eine Karikatur unserer eigenen dunklen Seiten, unserer egoistischen Wünsche und unserer Bereitschaft, für unsere Ziele über Leichen zu gehen. Sie sind die Spinne im Staub unserer eigenen Herzen, die wir so gerne übersehen würden.
Also, das nächste Mal, wenn ihr eine Folge von Hunter x Hunter schaut und die Phantomtruppe auf dem Bildschirm erscheint, versucht, sie nicht nur als Monster zu sehen. Seht sie als eine seltsame, kaputte Familie, mit ihren eigenen Macken, ihren eigenen Regeln und ihren eigenen Gründen, die Welt zu einem etwas dunkleren Ort zu machen. Und vielleicht entdeckt ihr ja dann auch etwas Neues und Unerwartetes an ihnen – und an euch selbst.
Und vergesst nicht: Auch die schlimmsten Bösewichte haben mal schlechte Haartage.
