I Hate You I Love You Noten
Okay, lasst uns ehrlich sein. Wir alle kennen sie. Wir alle haben sie erlebt. Die Rede ist von den verflixten Liebeskummer-Songs. Und ich wage zu behaupten: Ich hasse sie. Nicht alle, wohlgemerkt. Aber viele.
Die ewige Wiederholung
Es ist immer dasselbe. Mädchen trifft Junge. Mädchen liebt Junge. Junge macht Schluss. Mädchen ist am Boden zerstört. Das Ganze wird in drei Strophen und einem Refrain gepresst. Et voilà, ein Hit! Aber mal ehrlich, wer braucht das noch zum hundertsten Mal?
Ich verstehe es ja. Trennungen sind scheiße. Absolut. Aber muss wirklich jeder Schmerz in ein kitschiges Lied verpackt werden? Muss wirklich jede Träne vertont werden? Ich finde, nein.
Die Überdramatisierung
Manche Songs sind so dramatisch, da könnte man meinen, die Welt geht unter. „Ich kann ohne dich nicht leben!“ Wirklich jetzt? Hast du schon mal versucht zu atmen? Oder einen Kaffee zu trinken?
Ich meine, ich will den Künstlern ja nicht ihre Emotionen absprechen. Aber manchmal frage ich mich, ob da nicht ein bisschen Übertreibung im Spiel ist. Vielleicht, um die Charts zu stürmen? Wer weiß.
Und dann diese Textzeilen! So klischeehaft, dass es schon wehtut. „Du warst mein Ein und Alles!“ „Ich werde dich nie vergessen!“ Klar, sag das mal in fünf Jahren nochmal.
Die Melodie-Qual
Oftmals sind diese Liebeskummer-Songs auch musikalisch eine Katastrophe. Langsam, schleppend, traurig. Als ob die Welt nicht schon genug Probleme hätte.
Ich will doch keine Melodie, die mich noch weiter runterzieht! Ich will etwas, das mich aufbaut. Etwas, das mir Kraft gibt. Etwas, das mich tanzen lässt!
Nein, ich will keine traurige Geige. Ich will keine Klavierballade. Ich will Bass! Ich will Beats! Ich will etwas, das mich daran erinnert, dass das Leben weitergeht.
Die Frage der Authentizität
Und dann ist da noch die Frage der Authentizität. Wie viele dieser Songs sind wirklich ehrlich? Wie viele sind einfach nur auf den Mainstream zugeschnitten?
Ich will Künstlern nicht unterstellen, dass sie ihre Gefühle vortäuschen. Aber manchmal habe ich das Gefühl, dass es mehr um den kommerziellen Erfolg geht als um die ehrliche Verarbeitung von Gefühlen.
Ein bisschen Glaubwürdigkeit wäre da schon angebracht. Etwas, das über den reinen Schmerz hinausgeht. Etwas, das eine echte Geschichte erzählt.
Ein Lichtblick am Horizont
Aber keine Sorge, es gibt auch Ausnahmen. Songs, die Liebeskummer auf eine intelligente, witzige oder einfach nur originelle Weise verarbeiten.
Songs, die nicht in Selbstmitleid versinken. Songs, die Mut machen. Songs, die zeigen, dass es nach einer Trennung auch weitergeht.
Diese Songs sind Gold wert. Sie sind die Diamanten im Meer der Tränen. Sie sind der Grund, warum ich die Hoffnung auf gute Liebeskummer-Songs noch nicht ganz aufgegeben habe.
Vielleicht bin ich ja einfach nur ein bisschen zynisch. Vielleicht bin ich auch einfach nur müde von der ewigen Wiederholung. Oder vielleicht habe ich einfach nur einen anderen Musikgeschmack.
Was auch immer der Grund sein mag, ich stehe zu meiner Meinung: Ich hasse viele Liebeskummer-Songs. Und ich bin mir sicher, dass ich damit nicht alleine bin.
Also, lasst uns gemeinsam die Playlist wechseln. Lasst uns gemeinsam nach neuer Musik suchen. Lasst uns gemeinsam den Kitsch hinter uns lassen und uns auf die Songs konzentrieren, die wirklich etwas zu sagen haben.
