Ich Bin Eine Frau Soll Ich Es Buchstabieren
Manchmal, nur manchmal, habe ich das Gefühl, ich müsse die Tatsache, dass ich eine Frau bin, buchstabieren. Und zwar so richtig, mit Pauken und Trompeten! "F-R-A-U". So, jetzt haben wir's! Ist's angekommen? Herrlich!
Das tägliche Brot der Missverständnisse
Kennt ihr das? Ihr erklärt etwas, total logisch und klar, und dann kommt jemand und fragt: "Ja, aber...". Als ob eure Worte irgendwie... durch ein magisches, männliches Verständnis-Defizit-Feld geflogen wären. Als ob man automatisch, nur weil man eine Frau ist, eine Art Geheimcode benutzt, den nur andere Frauen entschlüsseln können. Neulich erst! Ich habe versucht, meinem Nachbarn zu erklären, wie man den Rasenmäher richtig einstellt. Er hat mich angesehen, als hätte ich versucht, ihm die Relativitätstheorie auf Klingonisch zu erklären. Am Ende hat seine Frau es ihm in ZWEI SÄTZEN erklärt. Zwei! Und plötzlich hat er's verstanden. War ich vielleicht unsichtbar?
Der Mythos der "Frauenlogik"
Oh, und dann gibt es noch die berüchtigte "Frauenlogik". Was soll das überhaupt sein? Ist das so wie normale Logik, nur mit Glitzer und Einhörnern? Ich glaube, "Frauenlogik" ist einfach ein anderer Begriff für "Ich verstehe es nicht, also muss es komisch sein". Wenn ich sage, "Ich will Eis, aber ich will auch abnehmen", ist das vielleicht nicht die rationalste Entscheidung, aber ist das wirklich so unbegreiflich? Ist es nicht menschlich, widersprüchlich zu sein? Vielleicht wollen Männer sich auch manchmal ein Eis gönnen, während sie insgeheim ihren Sixpack bewundern. Aber hey, wir Frauen sind ja die komplizierten Wesen, nicht wahr?
Es ist, als ob man ständig eine Art unsichtbaren Fragebogen ausfüllen müsste, um seine Kompetenz zu beweisen. "Kann sie das wirklich? Sie ist ja eine... Frau!" Es ist, als ob die Welt manchmal ein riesiges, lautes "Ich bin eine Frau. Soll ich es buchstabieren?" schreit.
Berufliche Stolpersteine
Auch im Job kann das Ganze ziemlich absurd werden. Da brainstormt man mit dem Team, bringt innovative Ideen ein, und dann kommt irgendein Mann und wiederholt genau das Gleiche – und plötzlich ist es genial! Als ob die Idee erst dann Gültigkeit erlangt, wenn ein männlicher Stempel drauf ist. Manchmal möchte man einfach nur aufstehen und sagen: "Hey! Das habe ich vor FÜNF MINUTEN gesagt!" Aber man lächelt freundlich (denn wir Frauen müssen ja immer freundlich sein) und denkt sich: "Okay, dann buchstabieren wir es halt noch mal: 'G-E-N-I-A-L-E I-D-E.'"
Oder wenn man in einer Führungsposition ist. Plötzlich wird jede Entscheidung, jeder Führungsstil bis ins kleinste Detail analysiert und hinterfragt. "Ist sie nicht zu emotional? Ist sie nicht zu dominant? Ist sie nicht zu... weiblich?" Als ob es ein richtiges und falsches Maß an Weiblichkeit im Büro gäbe. Lasst uns doch einfach unsere Arbeit machen! Und wenn wir dabei High Heels und Lippenstift tragen wollen, dann ist das verdammt noch mal unsere Entscheidung!
Die Macht des Humors
Aber wisst ihr was? Anstatt mich darüber aufzuregen, habe ich beschlossen, das Ganze mit Humor zu nehmen. Wenn mich jemand fragt, ob ich wirklich weiß, wie man einparkt, antworte ich: "Aber hallo! Ich habe sogar einen Führerschein! Soll ich ihn dir buchstabieren?" Wenn jemand meine Kompetenz in Frage stellt, lächle ich und sage: "Keine Sorge, ich habe einen Doktortitel in 'Frau sein'. Ich weiß, was ich tue."
Es ist wichtig, sich selbst nicht zu ernst zu nehmen und über diese kleinen, alltäglichen Absurditäten zu lachen. Denn am Ende des Tages sind wir Frauen stark, intelligent und absolut fähig. Und wenn jemand das nicht versteht, dann ist das SEIN Problem, nicht unseres!
Also, liebe Frauen, lasst uns weiterhin unsere Meinung sagen, unsere Ideen einbringen und unsere Stärken feiern. Und wenn jemand fragt: "Kannst du das wirklich?", dann antworten wir einfach: "Ich bin eine Frau. Soll ich es buchstabieren? Aber vielleicht zuerst ein Eis! Und danach erkläre ich dir die Relativitätstheorie... auf Klingonisch!"
In diesem Sinne: Hoch die Frauenpower! Und vielleicht sollten wir wirklich anfangen, "F-R-A-U" auf unsere Stirn zu tätowieren. Nur für alle Fälle.
