Ich Bin Hübsch Aber Habe Kein Selbstbewusstsein
Also, pass auf, liebe Leute! Ich muss euch was gestehen: Ich bin… sagen wir mal… optisch nicht unbedingt von schlechten Eltern. Klar, jeder hat so seine kleinen Problemzonen (meine sind eindeutig meine panische Angst vor Spinnen und der unbändige Drang, jede neue Eissorte zu testen – aber das ist eine andere Geschichte!), aber alles in allem bekomme ich schon ab und zu mal anerkennende Blicke. Und trotzdem… trotzdem fühle ich mich manchmal wie ein wandelndes Fragezeichen in Sachen Selbstwertgefühl.
Das Dilemma: Hübsch, aber unsicher
Ist das nicht total verrückt? Da rennt man mit (vermeintlich) vorteilhaften Genen rum und könnte die Welt erobern, aber stattdessen verkriecht man sich lieber im Schneckenhaus und grübelt über die unvorteilhafteste Pose auf dem letzten Selfie. Ich meine, HALLO? Wo ist denn da die Logik? Ich kenne das nur zu gut. Du stehst vor dem Spiegel, siehst gut aus (sogar sehr gut, wenn wir ehrlich sind!), aber denkst gleichzeitig: "Ach, die finden mich doch eh nur oberflächlich" oder "Heute sehe ich aber auch wirklich müde aus. Bloß nicht zu viel auffallen!".
Die "Komplimente-Abwehr-Strategie"
Und dann kommen die Komplimente. Oh je. Das ist wie ein rotes Tuch für mein inneres Schaf. Anstatt einfach "Danke!" zu sagen und mich kurz zu freuen, starte ich sofort eine Art Komplimente-Abwehr-Strategie. "Ach, das Kleid? Das ist schon uralt, hab ich im Sale für 5 Euro geschossen!" oder "Meine Haare? Ach, die sind heute total ungekämmt, ich hatte keine Zeit!". Warum machen wir das bloß? Ist das eine Art Understatement-Olympiade? Vielleicht, weil wir Angst haben, arrogant zu wirken? Oder vielleicht, weil wir tief im Inneren selbst nicht glauben, was die anderen uns sagen?
Ich erinnere mich an einen Abend, da hat mir jemand gesagt: "Wow, du siehst heute umwerfend aus!". Meine erste Reaktion war: "Haha, warte, bis du mich morgen früh ohne Make-up siehst!". Ernsthaft? Wer sagt denn sowas? Das ist doch, als würde man sich selbst ein Bein stellen, bevor man überhaupt angefangen hat zu tanzen!
Realitätscheck: Was wirklich zählt
Aber wisst ihr was? Ich habe beschlossen, damit aufzuhören. Schluss mit dem Selbstsabotage-Tango! Schluss mit dem ständigen Vergleichen mit anderen (vor allem auf Instagram, das ist Gift für die Seele!). Und vor allem: Schluss mit der Vorstellung, dass mein Wert als Mensch von meinem Aussehen abhängt.
Klar, es ist schön, wenn man sich wohlfühlt in seiner Haut. Aber das ist nur ein kleiner Teil des großen Ganzen. Was wirklich zählt, sind die Dinge, die uns einzigartig machen. Unsere Freundlichkeit, unser Humor, unsere Leidenschaften, unsere Macken (ja, auch die!). Das sind die Dinge, die uns wirklich ausmachen und die uns von anderen unterscheiden.
Und hey, wenn uns jemand ein Kompliment macht, dann dürfen wir es auch einfach mal annehmen und uns freuen! Ohne Wenn und Aber. Ohne Relativierung. Ohne Ausreden. Einfach nur ein strahlendes "Danke!" und ein inneres High-Five.
Übung macht den Meister (oder die Meisterin)
Selbstbewusstsein ist kein Zustand, den man einfach so "hat". Das ist ein Muskel, den man trainieren muss. Wie beim Sport. Am Anfang ist es anstrengend, aber mit der Zeit wird es leichter. Und irgendwann macht es sogar Spaß!
Wie trainiert man diesen Muskel? Indem man sich bewusst macht, was man alles kann und was man alles erreicht hat. Indem man sich erlaubt, stolz auf sich zu sein. Indem man sich selbst liebevoll behandelt und sich nicht ständig kritisiert. Und indem man sich von Menschen umgibt, die uns gut tun und uns aufbauen.
Also, liebe Leidensgenossen und -genossinnen, lasst uns gemeinsam an unserem Selbstbewusstsein arbeiten! Lasst uns unsere inneren Schweinehunde überwinden und die Welt mit einem Lächeln erobern! Und hey, wenn wir dabei mal stolpern, ist das auch nicht schlimm. Hauptsache, wir stehen wieder auf und machen weiter. Denn wir sind mehr als nur unser Aussehen. Wir sind toll, einzigartig und liebenswert – mit oder ohne vermeintliche Makel!
Denkt immer daran: Schönheit kommt von innen! Und ein bisschen Selbstironie schadet auch nie.
In diesem Sinne: Auf uns! Und auf ein selbstbewusstes Leben! Prost!
