Ich Bin In 2 Jungs Verliebt
Ach du liebe Zeit! Das Chaos in meinem Kopf könnte glatt eine Reality-TV-Show füllen. Wisst ihr, was los ist? Ich bin in zwei Jungs verliebt! Ja, ihr habt richtig gelesen. Nicht nur in einen, sondern gleich in zwei! Und bevor ihr jetzt die Augen verdreht und denkt: „Ach, die typische Teenager-Romanze“, lasst mich euch versichern, das ist alles andere als typisch. Für mich zumindest.
Es begann alles ganz harmlos. Da war Lukas, der Künstler. Er ist total verträumt, immer mit Kopfhörern unterwegs und zeichnet die abgefahrensten Sachen in sein Skizzenbuch. Er sieht die Welt mit anderen Augen, das ist faszinierend. Und dann ist da noch Finn, der Sportler. Er ist laut, extrovertiert und bringt mich ständig zum Lachen. Er ist der Typ, der immer für einen Spaß zu haben ist, egal was passiert.
Am Anfang waren es nur Freundschaften. Ich hing mit Lukas in Cafés ab, wir redeten stundenlang über Kunst und Musik. Er zeigte mir seine neuesten Zeichnungen, und ich fühlte mich irgendwie… gesehen. Verstanden. Mit Finn war alles anders. Wir spielten Volleyball am Strand, gingen klettern und er erzählte mir die dämlichsten Witze. Bei ihm konnte ich einfach ich selbst sein, ohne nachzudenken.
Die Verwirrung beginnt
Irgendwann merkte ich, dass diese Freundschaften mehr wurden. Mehr als nur freundschaftliches „Abhängen“. Ich erwischte mich dabei, wie ich ständig an die beiden dachte. Was würde Lukas jetzt wohl zeichnen? Was würde Finn heute Abend unternehmen? Und dann kam dieser Moment, in dem ich mir eingestehen musste: Mist, ich habe mich verliebt. Und zwar in beide.
Panik! Chaos! Völlige Verwirrung! Das war so ungefähr der Zustand meines Gehirns. Wie soll man sich denn für einen entscheiden, wenn beide so unterschiedlich und gleichzeitig so toll sind? Es ist wie Äpfel mit Birnen vergleichen, aber beide sind so verdammt lecker!
Ich versuchte, die Gefühle zu ignorieren. „Das ist nur eine Phase“, redete ich mir ein. „Du bist doch noch jung, das geht wieder vorbei.“ Aber es ging eben nicht vorbei. Im Gegenteil, es wurde schlimmer. Ich fühlte mich wie in einem romantischen Dreieck, in dem ich die tragische Hauptfigur bin, die sich entscheiden muss. Nur dass ich keine Ahnung hatte, wie.
Die Qual der Wahl (oder auch nicht)
Ich googelte. Ja, ihr lest richtig. Ich suchte im Internet nach Antworten. „Verliebt in zwei – was tun?“ Die Ergebnisse waren wenig hilfreich. Entweder endete alles in einer dramatischen Trennung oder in einer offenen Beziehung, was für mich absolut keine Option ist. Ich wollte keine Gefühle verletzen, und ich wollte vor allem mich selbst nicht verletzen.
Also beschloss ich, mit meinen besten Freundinnen zu reden. Die Reaktion war… gemischt. Einige lachten, andere waren geschockt, wieder andere sagten: „Ach, das hatte ich auch mal!“ Eine meiner Freundinnen, die übrigens Psychologie studiert, meinte: „Vielleicht magst du ja einfach unterschiedliche Aspekte von beiden Jungs. Lukas füllt eine bestimmte emotionale Lücke, Finn eine andere.“
Das klang irgendwie logisch. Aber es löste mein Problem nicht. Denn am Ende des Tages musste ich mich trotzdem entscheiden. Oder vielleicht auch nicht?
Der Aha-Moment (oder so ähnlich)
Eines Tages saß ich wieder mit Lukas in unserem Stammcafé. Wir redeten über ein Bild, das er gerade gemalt hatte. Es war abstrakt, voller Farben und Formen, und ich verstand es einfach nicht. Er erklärte es mir geduldig, und plötzlich machte alles Sinn. In diesem Moment erkannte ich, dass ich Lukas nicht nur mag, weil er ein toller Künstler ist, sondern weil er mir die Welt auf eine neue Art und Weise zeigt.
Am nächsten Tag war ich mit Finn beim Klettern. Ich hatte total Angst, aber er ermutigte mich, immer weiterzumachen. Er gab mir das Gefühl, dass ich alles schaffen kann, wenn ich mich nur traue. Und da wurde mir klar, dass ich Finn nicht nur mag, weil er so lustig ist, sondern weil er mir Selbstvertrauen gibt.
Und dann kam mir die Erleuchtung (vielleicht). Vielleicht muss ich mich ja gar nicht entscheiden! Vielleicht kann ich beide in meinem Leben haben, ohne dass es zu einer romantischen Beziehung kommt. Vielleicht kann ich einfach die Freundschaften genießen, die ich mit beiden habe, und mich darauf konzentrieren, was sie mir geben.
„Vielleicht ist es okay, einfach nur Freundschaft zu haben“, sagte ich zu mir selbst. „Vielleicht ist es okay, sich nicht festlegen zu müssen.“
Natürlich ist das keine endgültige Lösung. Die Gefühle können sich ändern, und vielleicht muss ich irgendwann doch eine Entscheidung treffen. Aber im Moment fühlt es sich richtig an. Im Moment fühle ich mich befreit. Im Moment genieße ich die Zeit mit meinen beiden Freunden, ohne Druck und ohne Erwartungen.
Und wer weiß, vielleicht ist die Liebe ja gar nicht so kompliziert, wie wir immer denken. Vielleicht geht es einfach nur darum, Menschen in unserem Leben zu haben, die uns glücklich machen. Egal ob als Freunde, Partner oder irgendetwas dazwischen.
Also, was lerne wir daraus? Verliebt sein kann ein riesiges Durcheinander sein, besonders wenn man in zwei Jungs gleichzeitig verliebt ist. Aber es kann auch eine Chance sein, sich selbst besser kennenzulernen und herauszufinden, was man wirklich im Leben will. Und manchmal ist die unerwartetste Lösung die beste.
