Ich Habe Schluss Gemacht Und Vermisse Ihn
Hallo meine Lieben, Fernweh-Geplagten und Abenteuerlustigen! Heute ist ein bisschen anders. Normalerweise teile ich hier meine neuesten Reiseentdeckungen, die versteckten Gassen von Rom, die atemberaubenden Wanderwege in Patagonien oder die köstlichen Streetfood-Märkte in Bangkok. Aber heute… heute teile ich etwas Persönliches. Etwas, das mich in letzter Zeit sehr beschäftigt hat und, ehrlich gesagt, ein bisschen ablenkt von der Planung meiner nächsten großen Reise. Ich habe Schluss gemacht.
Ja, ihr habt richtig gelesen. Mit "ihm". Mit dem Mann, mit dem ich so viele Sonnenuntergänge am Strand geteilt habe, mit dem ich mich stundenlang über die seltsamsten Museen gestritten und mit dem ich mich in fremden Städten verloren habe. Mit dem Mann, der mein Reisegefährte war, mein Fels in der Brandung, mein Kompass in der Welt. Und jetzt… ist er weg.
Die Entscheidung war nicht leicht. Glaubt mir, ich habe lange damit gerungen. Es gab viele lange Gespräche, viele Tränen und noch mehr schlaflose Nächte. Ich will hier nicht ins Detail gehen, aber es war eine Entscheidung, die ich treffen musste, für mich selbst. Und obwohl ich weiß, dass es das Richtige war (oder zumindest das weniger falsche), vermisse ich ihn. Sehr.
Und das ist, wo es kompliziert wird. Vermissen ist ja schon schlimm genug, aber Vermissen, wenn man ein Leben führt, das ständig in Bewegung ist, das voller neuer Eindrücke und Abenteuer sein sollte, ist… überwältigend. Ich stehe da, vor dem Kolosseum, einem der beeindruckendsten Bauwerke der Welt, und denke: "Das wäre jetzt schön, mit ihm zu erleben." Ich sitze in einem kleinen Café in Buenos Aires, nippe an meinem Cortado und denke: "Er hätte diese Empanadas geliebt." Jedes wunderschöne Panorama, jeder herzliche Moment, jede neue Entdeckung wird getrübt von diesem leisen Flüstern des Vermissens.
Vielleicht fragt ihr euch jetzt: "Was hat das alles mit Reisen zu tun?" Nun, ich glaube, Reisen ist nicht nur das Abhaken von Sehenswürdigkeiten oder das Posten perfekter Fotos auf Instagram. Reisen ist eine Erfahrung, die uns formt, uns verändert und uns die Möglichkeit gibt, uns selbst besser kennenzulernen. Und Teil dieser Erfahrung ist es, mit Herausforderungen umzugehen, mit Veränderungen, mit Schmerz. Und eben auch mit dem Vermissen.
Wie man mit Vermissen auf Reisen umgeht – meine persönlichen Tipps
Ich bin noch lange kein Experte, aber ich habe in den letzten Wochen ein paar Dinge gelernt, die mir geholfen haben, mit dem Vermissen umzugehen. Vielleicht helfen sie ja auch euch:
1. Akzeptanz ist der erste Schritt
Ich weiß, das klingt abgedroschen, aber es ist wahr. Versuche, das Vermissen nicht zu unterdrücken oder zu ignorieren. Akzeptiere, dass es da ist. Es ist okay, traurig zu sein. Es ist okay, ihn zu vermissen. Es ist ein Zeichen dafür, dass er dir etwas bedeutet hat.
2. Erlaube dir, zu trauern
Trauer ist ein Prozess, und er braucht Zeit. Lass deine Gefühle zu. Weine, wenn du weinen musst. Schreibe in dein Reisetagebuch. Sprich mit Freunden oder Familie. Verdränge deine Emotionen nicht, denn sie werden dich irgendwann einholen.
3. Ablenkung ist nicht immer schlecht
Klar, man sollte seine Gefühle nicht unterdrücken, aber manchmal braucht man einfach eine Pause. Tu etwas, das dir Spaß macht. Gehe wandern, besuche ein Konzert, lerne einen neuen Tanz, probiere ein unbekanntes Gericht. Gib dir selbst die Erlaubnis, für einen Moment an etwas anderes zu denken.
4. Konzentriere dich auf dich selbst
Eine Trennung ist eine gute Gelegenheit, sich wieder auf sich selbst zu konzentrieren. Was macht dich glücklich? Was sind deine Ziele? Was möchtest du im Leben erreichen? Nutze die Zeit, um dich selbst besser kennenzulernen und deine eigenen Bedürfnisse in den Vordergrund zu stellen. Mach etwas nur für dich!
5. Sei offen für neue Begegnungen
Ich sage nicht, dass du sofort eine neue Beziehung eingehen sollst. Aber sei offen für neue Kontakte. Triff neue Leute, knüpfe Freundschaften, tausche dich aus. Manchmal hilft es schon, einfach nur mit jemandem zu reden, der einem zuhört.
6. Entdecke deine Umgebung bewusst
Konzentriere dich auf die Schönheit und die Einzigartigkeit des Ortes, an dem du dich befindest. Nimm dir Zeit, die kleinen Details zu entdecken. Beobachte die Menschen, die Tiere, die Natur. Lass dich von der Umgebung inspirieren und berühren.
7. Dokumentiere deine Reise
Schreibe in dein Reisetagebuch, mache Fotos, filme Videos. Halte deine Erlebnisse fest. So kannst du deine Reise später noch einmal Revue passieren lassen und dich an all die schönen Momente erinnern. Und vielleicht hilft es dir auch, deine Gefühle zu verarbeiten.
8. Sei geduldig mit dir selbst
Es braucht Zeit, um über eine Trennung hinwegzukommen. Sei nicht zu hart zu dir selbst. Erlaube dir, Fehler zu machen. Sei geduldig und gib dir die Zeit, die du brauchst, um zu heilen. Das ist kein Sprint, sondern ein Marathon.
Meine Reise geht weiter
Ich weiß, dieser Artikel ist vielleicht nicht das, was ihr erwartet habt. Aber ich wollte ehrlich sein. Ich wollte euch zeigen, dass Reisen nicht immer nur Sonnenschein und Glückseligkeit ist. Es gibt auch Schattenseiten. Aber es gibt auch Möglichkeiten, mit diesen Schattenseiten umzugehen. Und ich glaube, dass Reisen uns dabei helfen kann, stärker und widerstandsfähiger zu werden.
Ich werde meine Reise fortsetzen. Ich werde neue Orte entdecken, neue Menschen kennenlernen und neue Abenteuer erleben. Ich werde versuchen, das Vermissen zu akzeptieren und daraus zu lernen. Und ich werde euch weiterhin an meinen Erlebnissen teilhaben lassen. Denn auch wenn ich im Moment ein bisschen traurig bin, weiß ich, dass die Welt da draußen voller Schönheit und Möglichkeiten ist. Und ich freue mich darauf, sie zu erkunden.
Also, haltet die Augen offen, plant eure nächste Reise und vergesst nicht: Das Leben ist ein Abenteuer. Nehmt es an, mit all seinen Höhen und Tiefen.
Bis bald und alles Liebe,
Eure (etwas nachdenkliche) Reisebloggerin.
