Ich Hasse Es Wenn Google Meine Sätze Beendet
Ach, das Reisen! Die Welt entdecken, neue Kulturen aufsaugen, den Horizont erweitern… Hach, ich liebe es! Aber es gibt da eine Sache, die mir auf meinen Abenteuern regelmäßig auf die Nerven geht – etwas, das so allgegenwärtig ist wie der Geruch von frisch gebrühtem Kaffee am Morgen oder das sanfte Rauschen des Meeres. Und was das ist? Google. Genauer gesagt: Ich hasse es, wenn Google meine Sätze beendet!
Ja, ich weiß, ich weiß. Google ist unser aller Freund. Google Maps bringt uns von A nach B, Google Translate hilft uns, uns in fremden Sprachen zu verständigen, und Google Search beantwortet quasi jede Frage, die uns in den Sinn kommt. Aber diese Vorfreude, diese Allwissenheit, die Google beim Vervollständigen meiner Sätze an den Tag legt, die macht mich wahnsinnig! Es ist wie ein allgegenwärtiger Besserwisser, der ständig dazwischenfunkt, bevor ich überhaupt die Chance habe, meine Gedanken zu Ende zu denken.
Stellt euch vor: Ihr steht in einem kleinen, versteckten Gässchen in Rom, die Sonne scheint, der Duft von Pizza liegt in der Luft, und ihr wollt euren Freunden eine Nachricht schicken: "Dieser kleine Laden hier…" Zack! Schon schlägt Google vor: "...serviert die beste Pizza der Welt!". Danke, Google, aber vielleicht wollte ich ja schreiben: "...ist so charmant und authentisch!". Vielleicht wollte ich ja meine ganz persönliche, individuelle Erfahrung teilen, und nicht irgendeine allgemeine Floskel, die Google für mich parat hat.
Oder ein anderes Beispiel: Ihr seid in Tokio und versucht, den Weg zu einem bestimmten Tempel zu finden. Ihr tippt in Google Maps: "Nächster Tempel…" und Google schlägt sofort vor: "...mit den Kirschblüten". Natürlich, der Tempel mit den Kirschblüten! Jeder will zum Tempel mit den Kirschblüten! Aber was, wenn ich einen weniger bekannten, ruhigeren Tempel besuchen möchte, der vielleicht nicht so touristisch überlaufen ist? Google nimmt mir die Möglichkeit, diesen Tempel selbst zu entdecken, meine eigene Recherche zu betreiben, mich abseits der ausgetretenen Pfade zu bewegen.
Das Schlimmste ist, dass Google mich oft in eine bestimmte Richtung lenkt, die ich gar nicht einschlagen wollte. Nehmen wir an, ich bin auf der Suche nach einem guten Restaurant in Barcelona. Ich tippe: "Restaurant mit…" und Google schlägt sofort vor: "...Paella". Paella ist natürlich ein Klassiker, aber vielleicht habe ich gerade Lust auf Tapas, Meeresfrüchte oder etwas ganz anderes! Durch Googles Vorschläge werde ich ständig daran erinnert, was "typisch" für eine bestimmte Region ist, anstatt mich von meinen eigenen Gelüsten und meiner Intuition leiten zu lassen.
Ich erinnere mich an eine Reise nach Marrakesch. Ich wollte einen traditionellen Hammam besuchen, aber einen, der nicht nur auf Touristen ausgerichtet ist. Ich begann zu tippen: "Authentischer Hammam in…" und Google schlug vor: "...der Medina". Natürlich! Die Medina ist voller Hammams! Aber die meisten davon sind überteuert und bieten keine wirklich authentische Erfahrung. Ich wollte einen Hammam finden, den die Einheimischen besuchen, einen, wo ich wirklich in die marokkanische Kultur eintauchen konnte. Ich musste meine Suche komplett ändern, um Googles Vorschläge zu umgehen und etwas wirklich Besonderes zu finden.
Ich weiß, dass Google es nicht böse meint. Die Autovervollständigungsfunktion soll uns das Leben erleichtern und uns Zeit sparen. Aber für mich ist sie oft eher eine Belästigung als eine Hilfe. Sie nimmt mir die Freude am Entdecken, am Experimentieren, am Selbst-Denken. Auf Reisen möchte ich mich von meinen Instinkten leiten lassen, neue Dinge ausprobieren, Fehler machen und daraus lernen. Ich möchte mich nicht von Algorithmen und vorgefertigten Meinungen beeinflussen lassen.
Deshalb versuche ich, Google so gut es geht zu vermeiden, wenn ich unterwegs bin. Ich kaufe mir lieber einen physischen Reiseführer, in dem ich in Ruhe blättern und mich inspirieren lassen kann. Ich frage Einheimische nach ihren Geheimtipps und Empfehlungen. Ich gehe einfach drauflos und lasse mich treiben, ohne mich von Google leiten zu lassen.
Manchmal ist das natürlich nicht möglich. Google Maps ist einfach zu praktisch, um darauf zu verzichten. Aber ich versuche, mich bewusst zu machen, dass Google nur ein Werkzeug ist und nicht mein Reiseführer. Ich versuche, Googles Vorschläge zu ignorieren und meine eigene Intuition zu nutzen. Ich versuche, die Welt mit meinen eigenen Augen zu sehen und meine eigenen Erfahrungen zu machen, ohne mich von Googles Algorithmen beeinflussen zu lassen.
Und wisst ihr was? Es funktioniert! Ich habe schon so viele tolle Orte und Erlebnisse entdeckt, die ich nie gefunden hätte, wenn ich mich blind auf Google verlassen hätte. Ich habe kleine, charmante Cafés entdeckt, in denen es den besten Kaffee der Welt gibt. Ich habe versteckte Tempel gefunden, in denen ich in Ruhe meditieren konnte. Ich habe freundliche Menschen kennengelernt, die mir ihre Stadt gezeigt und mir von ihrer Kultur erzählt haben. All diese Erfahrungen wären mir entgangen, wenn ich mich von Google hätte vorschreiben lassen, was ich zu tun habe.
Deshalb rate ich euch: Lasst euch nicht von Google die Reisepläne diktieren! Nutzt Google als Werkzeug, aber vergesst nicht, euren eigenen Kopf zu benutzen. Seid neugierig, seid abenteuerlustig, seid offen für Neues. Geht abseits der ausgetretenen Pfade und entdeckt die Welt auf eure eigene Weise. Und vor allem: Habt Spaß!
Denn das ist es, worum es beim Reisen wirklich geht: Um die Freiheit, neue Dinge zu entdecken, um die Begegnung mit anderen Kulturen, um die Erfahrungen, die uns prägen und uns zu dem machen, was wir sind. Und das kann uns Google nicht nehmen – solange wir uns nicht von ihm einschränken lassen.
Also, lasst uns Google ignorieren (zumindest manchmal) und die Welt selbst erkunden!
Und jetzt, entschuldigt mich, ich muss los. Ich habe gerade ein kleines, verstecktes Restaurant entdeckt, das ich unbedingt ausprobieren muss. Und ich werde ganz sicher nicht googeln, was ich dort bestellen soll!
