Ich Tu Mich Oder Mir Schwer Duden
Viele Deutschlernende stolpern früher oder später über die Wendung "Ich tue mich schwer" oder "Ich tue mir schwer". Während beide Varianten im alltäglichen Sprachgebrauch vorkommen, ist es wichtig zu verstehen, welche Form laut Duden als korrekt gilt und warum diese Schwierigkeiten bereitet.
Der korrekte Gebrauch laut Duden: "Ich tue mich schwer"
Der Duden, als maßgebliche Instanz für die deutsche Sprache, gibt klar vor, dass die reflexive Form "Ich tue mich schwer" die standardsprachlich korrekte Variante ist. Diese Form wird als feststehende Redewendung betrachtet, bei der das Reflexivpronomen "mich" obligatorisch ist.
Beispiel:
Ich tue mich schwer mit der deutschen Grammatik.
Dies bedeutet, dass die Schwierigkeit, die man empfindet, auf einen selbst zurückfällt. Man hat die Schwierigkeit *mit sich selbst*, etwas zu tun oder zu verstehen.
Warum also "Ich tue mir schwer" so häufig vorkommt
Obwohl "Ich tue mir schwer" laut Duden nicht die standardsprachlich korrekte Form ist, ist sie weit verbreitet. Dies liegt an mehreren Faktoren:
- Analogiebildung: Viele Sprecher konstruieren die Wendung in Analogie zu anderen Sätzen, in denen das Dativpronomen "mir" verwendet wird, um einen Vorteil oder Nachteil für die Person auszudrücken. Zum Beispiel: "Ich tue mir etwas Gutes." Oder: "Ich habe mir wehgetan." Hier bezieht sich "mir" auf denjenigen, der die Handlung ausführt und den Vorteil oder Nachteil daraus erfährt. Diese Analogie führt dazu, dass Sprecher fälschlicherweise annehmen, "Ich tue mir schwer" sei ebenfalls korrekt.
- Regionale Unterschiede: In einigen Regionen Deutschlands, insbesondere im Süden, ist die Verwendung von "Ich tue mir schwer" geläufiger und wird toleriert. Dies bedeutet jedoch nicht, dass es standardsprachlich korrekt ist.
- Sprachökonomie: Manche Sprecher empfinden die Form "Ich tue mir schwer" als einfacher und direkter, da sie das Reflexivpronomen "mich" weglassen.
Es ist wichtig zu beachten, dass, obwohl "Ich tue mir schwer" in bestimmten Kontexten verstanden wird und vorkommt, die Verwendung von "Ich tue mich schwer" immer die sicherere und standardsprachlich korrekte Wahl ist.
Die grammatikalische Erklärung
Um die Korrektheit von "Ich tue mich schwer" besser zu verstehen, ist es hilfreich, die grammatikalische Struktur der Wendung zu analysieren. Das Verb "tun" wird hier reflexiv verwendet. Das bedeutet, dass die Handlung auf den Handelnden selbst zurückfällt. Das Reflexivpronomen "mich" ist notwendig, um diese Reflexivität auszudrücken.
Ein hilfreicher Vergleich kann mit anderen reflexiven Verben gezogen werden. Zum Beispiel: "Ich wasche mich." Niemand würde sagen "Ich wasche mir." (obwohl das in anderen Konstruktionen, wie "Ich wasche mir die Hände", wieder korrekt wäre, aber eine andere Bedeutung hätte). Das Reflexivpronomen ist essenziell, um die Bedeutung des Satzes zu vermitteln.
Der Unterschied in der Bedeutung
Obwohl der Bedeutungsunterschied zwischen "Ich tue mich schwer" und "Ich tue mir schwer" oft gering ist, gibt es subtile Nuancen. "Ich tue mich schwer" betont stärker die eigene Unfähigkeit oder den eigenen Kampf mit einer bestimmten Aufgabe. Es impliziert eine innere Auseinandersetzung.
Die Variante "Ich tue mir schwer", obwohl nicht standardmäßig korrekt, könnte, wenn man sie akzeptieren würde, implizieren, dass die Schwierigkeit indirekt einem selbst zugefügt wird, beispielsweise durch eine Situation oder andere Personen. Der Fokus läge dann eher auf den äußeren Umständen, die die Schwierigkeit verursachen. Dies ist aber eine Interpretationssache, da die Wendung eben nicht standardmäßig korrekt ist.
Praktische Tipps für Deutschlernende
Für Deutschlernende, die sich unsicher sind, welche Form sie verwenden sollen, empfiehlt es sich, sich an die standardsprachlich korrekte Variante "Ich tue mich schwer" zu halten. Hier sind einige Tipps, die helfen können:
- Achten Sie auf den Kontext: In formellen Situationen, wie z.B. im Beruf oder in offiziellen Schreiben, ist die Verwendung von "Ich tue mich schwer" ratsam.
- Orientieren Sie sich am Duden: Der Duden ist eine zuverlässige Quelle für die deutsche Sprache. Konsultieren Sie den Duden, um sich über die korrekte Verwendung von Wörtern und Wendungen zu informieren.
- Hören Sie auf Muttersprachler: Achten Sie darauf, wie Muttersprachler die Wendung verwenden. In den meisten Fällen werden Sie feststellen, dass "Ich tue mich schwer" die häufigere und bevorzugte Variante ist.
- Verwenden Sie Eselsbrücken: Um sich die korrekte Form zu merken, können Sie sich eine Eselsbrücke bauen. Zum Beispiel: "Mich schwer, ist richtig!"
Weitere Beispiele für die korrekte Verwendung
Hier sind einige weitere Beispiele, die die korrekte Verwendung von "Ich tue mich schwer" verdeutlichen:
- Ich tue mich schwer damit, früh aufzustehen.
- Ich tue mich schwer damit, lange Texte auf Deutsch zu lesen.
- Ich tue mich schwer damit, Entscheidungen zu treffen.
- Viele Ausländer tun sich schwer mit der deutschen Aussprache. (Hier: "sich" als Reflexivpronomen für "viele Ausländer")
Fazit
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass "Ich tue mich schwer" die standardsprachlich korrekte und vom Duden empfohlene Form ist. Obwohl "Ich tue mir schwer" im alltäglichen Sprachgebrauch vorkommt, ist es ratsam, sich an die korrekte Form zu halten, um Missverständnisse zu vermeiden und einen korrekten Sprachgebrauch zu gewährleisten. Indem Sie die grammatikalische Erklärung verstehen und sich an die oben genannten Tipps halten, können Sie sicherstellen, dass Sie die Wendung "Ich tue mich schwer" korrekt verwenden.
Denken Sie daran: Sprachliche Korrektheit ist ein Zeichen von Sorgfalt und Respekt gegenüber der Sprache. Nutzen Sie die Informationen in diesem Artikel, um Ihr Deutsch zu verbessern und sich sicherer in der deutschen Sprache auszudrücken.
