Ich Will Euch Begrüßen Und Mache Das So
Der Ausdruck "Ich will euch begrüßen und mache das so" ist ein oft zitierter Satz aus dem bekannten deutschen Kinderlied "Hände waschen". Obwohl es sich um ein Kinderlied handelt, spiegelt die Aussage darin eine grundlegende menschliche Interaktion wider: das Begrüßen. Dieser Artikel erklärt die Bedeutung dieser Zeile im Kontext des Liedes und gibt Einblicke in die deutsche Begrüßungskultur, die für Neuankömmlinge und Expats in Deutschland von großem Nutzen sein können.
Der Kontext: "Hände waschen"
Das Lied "Hände waschen" wurde von Volker Rosin komponiert und ist besonders bei Kindern beliebt. Es soll spielerisch die Wichtigkeit der Hygiene, insbesondere des Händewaschens, vermitteln. Die Zeile "Ich will euch begrüßen und mache das so" ist ein Teil des Refrains, in dem verschiedene Arten der Begrüßung mit verschiedenen Körperteilen demonstriert werden. Zum Beispiel wird mit den Händen geklatscht, mit den Füßen gestampft oder mit dem Kopf genickt. Die spielerische Darstellung soll Kinder dazu animieren, Händewaschen als etwas Positives und Interaktives zu erleben.
Die Bedeutung der Zeile
Die Zeile "Ich will euch begrüßen und mache das so" bedeutet im Wesentlichen: "Ich möchte euch begrüßen, und ich mache es auf diese Weise". Es unterstreicht die Absicht der Begrüßung und die Tatsache, dass es verschiedene Möglichkeiten gibt, jemanden zu begrüßen. Es betont die Wichtigkeit der nonverbalen Kommunikation und der sozialen Interaktion, die in der deutschen Kultur, wie in den meisten Kulturen, eine wichtige Rolle spielen.
Begrüßungskultur in Deutschland
Obwohl das Lied auf Kinder zugeschnitten ist, gibt es auch im Erwachsenenalter wichtige Aspekte der deutschen Begrüßungskultur zu beachten. Im Folgenden werden einige wesentliche Punkte erläutert:
Formelle und informelle Begrüßungen
In Deutschland wird zwischen formellen und informellen Begrüßungen unterschieden. Diese Unterscheidung hängt stark vom Kontext und der Beziehung zu der Person ab, die man begrüßt.
Formelle Begrüßungen
In formellen Situationen, wie beispielsweise im Berufsleben oder beim ersten Treffen mit jemandem, sind folgende Begrüßungen üblich:
- "Guten Tag": Dies ist die Standardformel für den Tag.
- "Guten Morgen": Wird bis etwa 11 Uhr oder 12 Uhr verwendet.
- "Guten Abend": Wird ab dem späten Nachmittag oder frühen Abend verwendet.
- "Freut mich, Sie kennenzulernen" oder "Sehr erfreut": Drückt die Freude über das Kennenlernen aus.
Zusätzlich zu den verbalen Begrüßungen ist ein fester Händedruck mit Augenkontakt in formellen Situationen sehr wichtig. Das Weglassen des Händedrucks kann als unhöflich empfunden werden. Es ist wichtig, den vollen Namen der Person zu verwenden, bis man von ihr aufgefordert wird, den Vornamen zu benutzen.
Informelle Begrüßungen
In informellen Situationen, wie beispielsweise unter Freunden, Familie oder Kollegen mit denen man vertraut ist, sind folgende Begrüßungen üblich:
- "Hallo": Dies ist eine allgemeine informelle Begrüßung.
- "Hi": Eine noch informellere Variante von "Hallo", die vor allem unter jüngeren Leuten verbreitet ist.
- "Servus": Regional, vor allem in Süddeutschland und Österreich.
- "Moin": Regional, vor allem in Norddeutschland.
- "Na?" oder "Na, wie geht's?": Eine kurze und informelle Frage nach dem Befinden.
Umarmungen und Wangenküsse sind unter engen Freunden und Familie üblich, sollten aber in formellen Situationen vermieden werden. Ein einfaches Nicken oder ein kurzes Lächeln kann auch eine akzeptable informelle Begrüßung sein.
Kulturelle Nuancen
Neben den formalen und informellen Unterschieden gibt es auch einige kulturelle Nuancen, die man bei der Begrüßung in Deutschland beachten sollte:
- Pünktlichkeit: Pünktlichkeit ist in Deutschland sehr wichtig. Zu spät zu kommen, kann als respektlos angesehen werden, besonders in formellen Situationen.
- Titel: Die Verwendung von Titeln (z.B. Dr., Prof.) ist wichtig, besonders in formellen Kontexten. Man sollte immer den korrekten Titel verwenden, bis man ausdrücklich aufgefordert wird, darauf zu verzichten.
- Augenkontakt: Augenkontakt ist ein Zeichen von Ehrlichkeit und Respekt. Man sollte beim Begrüßen und Sprechen immer Augenkontakt halten.
- Geschenke: Kleine Gastgeschenke, wie Blumen oder Schokolade, sind eine nette Geste, wenn man zum ersten Mal jemanden zu Hause besucht.
- Lautstärke: In der Öffentlichkeit sollte man darauf achten, nicht zu laut zu sprechen. Deutsche legen Wert auf Ruhe und Ordnung.
Regionale Unterschiede
Die Begrüßungskultur kann auch regional variieren. Wie bereits erwähnt, sind Begrüßungen wie "Servus" und "Moin" regional begrenzt. Auch die Häufigkeit von Umarmungen und Wangenküsse kann je nach Region unterschiedlich sein. In südlichen Regionen sind informellere Begrüßungen tendenziell üblicher als in nördlichen Regionen.
Fazit
Die Zeile "Ich will euch begrüßen und mache das so" aus dem Kinderlied "Hände waschen" mag einfach erscheinen, doch sie verweist auf die fundamentale Bedeutung der Begrüßung im menschlichen Miteinander. In Deutschland ist die Begrüßungskultur von einer Unterscheidung zwischen formellen und informellen Situationen geprägt. Die Kenntnis dieser Unterschiede und der kulturellen Nuancen ist entscheidend für eine erfolgreiche Integration und ein respektvolles Miteinander. Indem man die deutschen Begrüßungsformen beachtet, kann man einen positiven ersten Eindruck hinterlassen und die Beziehungen zu anderen Menschen stärken. Die Beachtung von Pünktlichkeit, korrekten Titeln und Augenkontakt sind hierbei von großer Bedeutung.
Merke: Die deutsche Begrüßungskultur legt Wert auf Höflichkeit, Respekt und die Einhaltung sozialer Normen. Eine gute Vorbereitung und Beobachtungsgabe helfen dabei, sich in der neuen Umgebung zurechtzufinden und Missverständnisse zu vermeiden.
