Ill Besuch Der Alten Dame
Hallo liebe Reisefreunde! Euer Weltenbummler ist zurück, frisch aus der Schweiz, genauer gesagt, aus dem beschaulichen Güllen. Nein, ich habe mich nicht verirrt, ich war auf einer ganz besonderen Mission: Ich wollte das Schauspiel "Der Besuch der alten Dame" von Friedrich Dürrenmatt in seinem Geburtsort erleben – und ich kann euch sagen, es war eine Reise, die sich absolut gelohnt hat!
Vielleicht fragt ihr euch jetzt: Güllen? "Der Besuch der alten Dame"? Ist das nicht dieser düstere Stoff, bei dem es um Rache, Moral und das käufliche Gewissen geht? Ja, genau der! Aber lasst euch davon nicht abschrecken. Die Inszenierung, die ich gesehen habe, war nicht nur tiefgründig, sondern auch unglaublich fesselnd und bot einen faszinierenden Einblick in die Schweizer Seele – oder zumindest in Dürrenmatts Interpretation davon.
Meine Reise begann mit der Anreise nach Solothurn, einer wunderschönen Barockstadt, in der Dürrenmatt geboren wurde. Schon der Ort selbst ist einen Besuch wert. Die Altstadt mit ihren verwinkelten Gassen, den prächtigen Brunnen und den historischen Gebäuden versprüht einen ganz besonderen Charme. Ich empfehle euch, euch einfach treiben zu lassen, die Atmosphäre zu genießen und vielleicht in einem der zahlreichen Cafés einen feinen Kaffee zu trinken. Ein Spaziergang entlang der Aare ist ebenfalls sehr empfehlenswert.
Doch mein eigentliches Ziel war ja das Theater. Ich hatte mir im Voraus Tickets für eine Aufführung von "Der Besuch der alten Dame" besorgt. Das war auch gut so, denn die Vorstellungen sind oft ausverkauft! Die Atmosphäre im Theater war schon vor Beginn der Vorstellung elektrisierend. Man spürte die Erwartungshaltung des Publikums, die Vorfreude auf das, was kommen würde. Das Theater selbst war zwar nicht besonders modern oder pompös, aber es hatte einen ganz eigenen Charakter, der perfekt zum Stück passte.
Die Inszenierung war schlichtweg brillant. Die Schauspieler waren allesamt hervorragend und verkörperten ihre Rollen mit einer unglaublichen Intensität. Besonders beeindruckt hat mich die Darstellung der Claire Zachanassian, der alten Dame, die nach Güllen zurückkehrt, um Rache zu nehmen. Sie war gleichzeitig faszinierend und abstoßend, eine Frau voller Widersprüche, die man einfach nicht greifen konnte. Aber auch Alfred Ill, ihr ehemaliger Geliebter, wurde von dem Schauspieler auf eine Art und Weise dargestellt, die einem das Herz brach. Man konnte seine Verzweiflung, seine Angst und seine innere Zerrissenheit förmlich spüren.
Die Bühne war minimalistisch gehalten, was die Aufmerksamkeit des Zuschauers ganz auf die Handlung und die Dialoge lenkte. Die Kostüme waren einfach, aber passend und trugen zur Atmosphäre des Stücks bei. Besonders beeindruckend war die Musik, die die Stimmung der einzelnen Szenen perfekt unterstrich. Sie war mal düster und bedrohlich, mal sanft und melancholisch und trug so maßgeblich zur emotionalen Wirkung des Stücks bei.
Das Stück selbst ist natürlich kein leichter Stoff. Es behandelt Themen wie Rache, Gerechtigkeit, Moral und die Macht des Geldes. Es zeigt auf, wie schnell Menschen bereit sind, ihre Prinzipien zu verraten, wenn es um ihren eigenen Vorteil geht. Es ist ein Stück, das zum Nachdenken anregt und das einen noch lange nach dem Ende der Vorstellung beschäftigt.
Nach der Vorstellung hatte ich das Bedürfnis, meine Eindrücke zu verarbeiten. Ich ging in eine kleine Bar in der Nähe des Theaters und bestellte mir ein Glas Schweizer Wein. Dort saß ich dann und ließ die Vorstellung Revue passieren. Ich dachte über die Charaktere nach, über ihre Motive und über die Botschaft des Stücks. Es war ein Abend, den ich so schnell nicht vergessen werde.
Tipps für eure Reise nach Güllen (Solothurn):
Unterkünfte:
Solothurn bietet eine Vielzahl an Hotels und Pensionen in verschiedenen Preisklassen. Ich habe in einem kleinen, familiengeführten Hotel in der Altstadt übernachtet, das ich sehr empfehlen kann. Es war gemütlich, sauber und die Besitzer waren sehr freundlich und hilfsbereit.
Restaurants:
In Solothurn gibt es zahlreiche Restaurants, die Schweizer Spezialitäten und internationale Küche anbieten. Ich habe besonders das Restaurant "Baseltor" genossen, das für seine traditionellen Schweizer Gerichte bekannt ist. Probiert unbedingt die Rösti oder das Zürcher Geschnetzelte!
Sehenswürdigkeiten:
Neben dem Theater gibt es in Solothurn noch viele weitere Sehenswürdigkeiten zu entdecken. Besucht zum Beispiel die St. Ursen Kathedrale, das Kunstmuseum oder das Historische Museum. Auch ein Spaziergang entlang der Aare ist sehr empfehlenswert.
Anreise:
Solothurn ist gut mit der Bahn oder dem Auto erreichbar. Von Zürich aus dauert die Fahrt mit dem Zug etwa eine Stunde. Auch mit dem Auto ist Solothurn gut zu erreichen, allerdings sind die Parkplätze in der Altstadt begrenzt.
Fazit:
Ein Besuch der Aufführung von "Der Besuch der alten Dame" in Solothurn ist ein absolutes Muss für alle Theaterliebhaber und Kulturinteressierten. Es ist eine einzigartige Gelegenheit, ein Meisterwerk der deutschen Literatur an dem Ort zu erleben, an dem sein Schöpfer geboren wurde. Aber auch unabhängig von dem Theaterstück ist Solothurn eine wunderschöne Stadt, die einen Besuch wert ist. Die Altstadt mit ihren historischen Gebäuden, den verwinkelten Gassen und den zahlreichen Cafés und Restaurants versprüht einen ganz besonderen Charme. Ich kann euch eine Reise nach Solothurn nur wärmstens empfehlen! Ihr werdet es nicht bereuen.
Denkt daran, dass es sich lohnt, die Tickets frühzeitig zu buchen, besonders wenn ihr während der Hauptsaison reist. Und vergesst nicht, euch warm anzuziehen, denn auch im Sommer kann es in der Schweiz abends kühl werden.
Ich hoffe, mein Bericht hat euch gefallen und euch inspiriert, selbst einmal nach Solothurn zu reisen. Bis zum nächsten Abenteuer! Euer Weltenbummler.
