Indirekte Rede Und Frage Französisch übungen
Hallo ihr Lieben, eure reiselustige Freundin Clara meldet sich hier! Kennt ihr das, wenn man im Urlaub versucht, sich auf Französisch auszudrücken, und irgendwie landet man immer wieder in holprigen Sätzen? Besonders knifflig wird es, wenn man etwas indirekt wiedergeben oder eine Frage stellen möchte. Da stolpert man schnell über die Konjunktiv-Formen und fragt sich, ob man alles richtig macht. Keine Sorge, ich war auch schon da! Auf meinen Reisen, besonders in Frankreich und der französischsprachigen Schweiz, habe ich so einige amüsante, aber auch lehrreiche Situationen mit der "Indirecte Rede" und den Fragen erlebt. Und heute teile ich mit euch meine Erfahrungen und ein paar praktische Übungen, damit ihr beim nächsten Trip souveräner seid!
Die indirekte Rede: Was wurde wirklich gesagt?
Stellt euch vor, ihr seid in einem kleinen Café in Paris. Ein älterer Herr am Nachbartisch erzählt seiner Begleitung etwas. Ihr versteht nicht alles, aber ihr wollt eurem Reisebegleiter später erzählen, was ihr aufgeschnappt habt. Das ist der Moment für die indirekte Rede! Im Grunde geht es darum, die Aussage einer anderen Person wiederzugeben, ohne sie wörtlich zu zitieren. Im Deutschen machen wir das oft mit "dass", im Französischen mit "que". Klingt einfach, oder? Aber der Teufel steckt im Detail, besonders bei den Zeitformen.
Ein einfaches Beispiel: Der Herr sagte: "Ich liebe Croissants!" ("J'aime les croissants!"). Wenn ich das indirekt wiedergebe, sage ich: "Er sagte, dass er Croissants liebt." ("Il a dit qu'il aime les croissants."). Moment mal! Warum "aime" und nicht "aimait"? Hier kommt die Zeitenfolge ins Spiel, eine kleine Herausforderung, die aber mit ein paar Tricks zu meistern ist.
Die Zeitenfolge: Eine kleine Zeitreise
Die Zeitenfolge in der indirekten Rede richtet sich nach dem Verb des Einleitungssatzes (in unserem Beispiel "Il a dit"). Ist dieses Verb in der Vergangenheit, ändert sich auch die Zeitform im Nebensatz:
- Aussage im Präsens (présent): wird im Nebensatz zum Imparfait.
Beispiel: "Je suis fatigué(e)." -> Il a dit qu'il était fatigué(e).
- Aussage im Futur Simple: wird im Nebensatz zum Conditionnel Présent.
Beispiel: "Je viendrai demain." -> Il a dit qu'il viendrait le lendemain.
- Aussage im Passé Composé: wird im Nebensatz zum Plus-que-parfait.
Beispiel: "J'ai mangé une baguette." -> Il a dit qu'il avait mangé une baguette.
Puh, ganz schön kompliziert, oder? Keine Panik, mit etwas Übung geht das ins Blut über! Und das Schöne ist: Im gesprochenen Französisch wird diese strenge Zeitenfolge oft nicht so genau eingehalten. Aber für formelle Situationen oder schriftliche Texte solltet ihr sie im Hinterkopf behalten.
Übung macht den Meister: Indirekte Rede selbst ausprobieren
Hier ein paar Übungen, die ihr direkt ausprobieren könnt. Stellt euch vor, ihr hört diese Sätze in einem Gespräch mit:
- "Je vais visiter le Louvre demain." (Ich werde morgen den Louvre besuchen.)
- "J'adore le vin français." (Ich liebe französischen Wein.)
- "Nous avons passé de bonnes vacances." (Wir haben schöne Ferien verbracht.)
- "Il pleut aujourd'hui." (Heute regnet es.)
Versucht nun, diese Sätze in die indirekte Rede zu setzen. Beginnt jeweils mit "Il a dit que..." (Er hat gesagt, dass...). Die Lösungen findet ihr weiter unten im Artikel, aber versucht es erst einmal selbst!
Fragen stellen: Die Kunst der präzisen Neugier
Eine andere Situation, in der man im Urlaub oft ins Straucheln gerät, ist das Fragenstellen. Direkte Fragen sind relativ einfach, aber was, wenn man eine Frage indirekt wiedergeben möchte? Stellt euch vor, ihr wollt wissen, ob euer Reisebegleiter den Eiffelturm schon gesehen hat. Anstatt direkt zu fragen "Hast du den Eiffelturm schon gesehen?" ("As-tu déjà vu la Tour Eiffel?"), könnt ihr indirekt fragen: "Ich frage mich, ob du den Eiffelturm schon gesehen hast."
"Si" oder "quand", das ist hier die Frage!
Im Französischen verwenden wir bei indirekten Fragen entweder "si" (ob) oder ein Fragewort (wann, wo, wie, warum). "Si" verwenden wir, wenn die direkte Frage eine Ja/Nein-Frage ist. Ein Beispiel:
Direkte Frage: "Est-ce que tu aimes le fromage?" (Magst du Käse?)
Indirekte Frage: "Je me demande si tu aimes le fromage." (Ich frage mich, ob du Käse magst.)
Wenn die direkte Frage ein Fragewort enthält, übernehmen wir dieses Fragewort auch in die indirekte Frage:
Direkte Frage: "Où est la gare?" (Wo ist der Bahnhof?)
Indirekte Frage: "Je voudrais savoir où est la gare." (Ich möchte wissen, wo der Bahnhof ist.)
Achtung! Die Wortstellung in der indirekten Frage ist immer die normale Aussage-Wortstellung (Subjekt-Verb-Objekt). Wir drehen also die Reihenfolge von Verb und Subjekt nicht um, wie wir es bei direkten Fragen tun würden.
Noch mehr Übung: Indirekte Fragen formulieren
Versucht nun, diese direkten Fragen in indirekte Fragen umzuwandeln. Beginnt jeweils mit "Je voudrais savoir..." (Ich möchte wissen...):
- "Est-ce que vous parlez anglais?" (Sprechen Sie Englisch?)
- "Quand part le prochain train pour Lyon?" (Wann fährt der nächste Zug nach Lyon?)
- "Pourquoi es-tu triste?" (Warum bist du traurig?)
- "Où sont les toilettes?" (Wo sind die Toiletten?)
Auch hier findet ihr die Lösungen weiter unten. Aber versucht es erst einmal ohne Spicken!
Meine persönlichen Anekdoten: Missverständnisse und Aha-Momente
Ich erinnere mich an eine Situation in einem kleinen Restaurant in Lyon. Ich wollte den Kellner fragen, ob das Gericht, das ich bestellt hatte, scharf ist. Anstatt "Est-ce que c'est piquant?" (Ist es scharf?) zu fragen, versuchte ich, es indirekt zu formulieren: "Je me demande si c'est piquant." Leider habe ich die Zeitenfolge nicht beachtet und sagte stattdessen "Je me demandais si c'était piquant", was klang, als hätte ich mich das früher gefragt und jetzt keine Ahnung mehr hätte. Der Kellner war sichtlich verwirrt, und ich musste meine Frage schließlich doch direkt stellen. Peinlich! Aber solche Missgeschicke gehören dazu und machen das Lernen doch erst richtig spannend, oder?
Ein anderer Aha-Moment kam, als ich in der Schweiz mit einer Freundin über ein Konzert diskutierte. Sie hatte mir erzählt, dass sie nicht hingehen könne. Ich wollte meine Reaktion indirekt wiedergeben und sagte: "Je suis surprise qu'elle n'y aille pas." (Ich bin überrascht, dass sie nicht hingeht). Meine Freundin korrigierte mich freundlich: "Tu devrais dire 'Je suis surprise qu'elle n'y aille pas' (Subjonctif!)". Oh, der Subjonctif! Ein weiteres Kapitel der französischen Grammatik, das ich mir noch genauer ansehen musste. Aber dank ihrer Korrektur habe ich wieder etwas gelernt und bin nun noch motivierter, mein Französisch zu verbessern.
Fazit: Übung macht den Meister – und Spaß!
Die indirekte Rede und das indirekte Fragenstellen im Französischen mögen anfangs etwas einschüchternd wirken. Aber mit ein wenig Übung und Geduld werdet ihr feststellen, dass es gar nicht so schwer ist. Lasst euch nicht von Fehlern entmutigen, sondern seht sie als Chance, dazuzulernen. Und das Wichtigste: Habt Spaß dabei! Je mehr ihr euch traut, zu sprechen und zu experimentieren, desto schneller werdet ihr Fortschritte machen. Und wer weiß, vielleicht erlebt ihr ja auch bald eure eigenen lustigen Anekdoten, die ihr dann euren Freunden erzählen könnt.
Meine Tipps für euch:
Hört so viel Französisch wie möglich: Podcasts, Musik, Filme. Achtet dabei auf die Verwendung der indirekten Rede und der indirekten Fragen.
Sprecht so viel wie möglich Französisch: Sucht euch einen Tandempartner, nehmt an einem Sprachkurs teil oder reist einfach nach Frankreich und sprecht mit den Einheimischen.
Übt regelmäßig: Nutzt Online-Übungen, Lehrbücher oder einfach die Übungen aus diesem Artikel.
Ich hoffe, dieser Artikel hat euch geholfen und euch Mut gemacht, euer Französisch weiter zu verbessern. Bon voyage und viel Spaß beim Üben!
Lösungen zu den Übungen:
Indirekte Rede:
- Il a dit qu'il allait visiter le Louvre le lendemain.
- Il a dit qu'il adorait le vin français.
- Ils ont dit qu'ils avaient passé de bonnes vacances.
- Il a dit qu'il pleuvait ce jour-là.
Indirekte Fragen:
- Je voudrais savoir si vous parlez anglais.
- Je voudrais savoir quand part le prochain train pour Lyon.
- Je voudrais savoir pourquoi tu es triste.
- Je voudrais savoir où sont les toilettes.
