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Infinitives With Or Without To


Infinitives With Or Without To

Herzlich willkommen in der Welt der deutschen Grammatik! Keine Sorge, es ist nicht so kompliziert, wie es aussieht. Heute beschäftigen wir uns mit einem kleinen, aber feinen Detail: Infinitiven mit und ohne "zu". Gerade für Touristen, Expats oder alle, die einen kurzen Aufenthalt in Deutschland planen, ist es hilfreich zu wissen, wann man das kleine Wörtchen "zu" vor den Infinitiv setzt und wann nicht. Keine Panik, wir machen das Ganze ganz einfach und praxisnah!

Was ist überhaupt ein Infinitiv?

Bevor wir ins Detail gehen, klären wir kurz, was ein Infinitiv ist. Der Infinitiv ist die Grundform eines Verbs, also die Form, wie sie im Wörterbuch steht. Im Deutschen endet der Infinitiv meistens auf "-en" oder "-n". Beispiele sind: essen (essen), trinken (trinken), gehen (gehen), sein (sein), tanzen (tanzen) oder lächeln (lächeln). Denk an sie als die rohe, unverarbeitete Form des Verbs.

Der Infinitiv mit "zu": Die Regel

In den meisten Fällen steht vor dem Infinitiv das Wörtchen "zu". Das ist die Standard-Variante. Hier sind ein paar Beispiele, wie das in Sätzen aussieht:

  • Ich habe vor, Deutsch zu lernen. (Ich habe vor, Deutsch zu lernen.)
  • Es ist wichtig, pünktlich zu sein. (Es ist wichtig, pünktlich zu sein.)
  • Ich versuche, gesund zu essen. (Ich versuche, gesund zu essen.)
  • Sie hat keine Zeit, ins Museum zu gehen. (Sie hat keine Zeit, ins Museum zu gehen.)
  • Es macht Spaß, neue Leute kennenzulernen. (Es macht Spaß, neue Leute kennenzulernen.)

Du siehst, das "zu" trennt den Infinitiv oft von dem Wort, das ihn einleitet. Das ist ganz normal. Es ist wichtig zu beachten, dass das "zu" nicht flektiert wird – es bleibt immer "zu", egal welches Geschlecht oder Zahl das Subjekt hat.

Der Infinitiv ohne "zu": Die Ausnahmen

Jetzt kommt der spannende Teil: Wann lassen wir das "zu" weg? Es gibt bestimmte Situationen, in denen der Infinitiv ohne "zu" verwendet wird. Diese sind zwar Ausnahmen, aber sehr wichtig, um korrektes Deutsch zu sprechen und zu verstehen.

1. Nach Modalverben

Modalverben sind spezielle Verben, die eine Art und Weise oder eine Möglichkeit ausdrücken. Die bekanntesten Modalverben sind:

  • können (können)
  • müssen (müssen)
  • dürfen (dürfen)
  • sollen (sollen)
  • wollen (wollen)
  • mögen (mögen - in der Bedeutung von "möchten")

Nach diesen Verben steht der Infinitiv immer ohne "zu". Beispiele:

  • Ich kann gut schwimmen. (Ich kann gut schwimmen.)
  • Du musst das machen. (Du musst das machen.)
  • Wir dürfen hier nicht parken. (Wir dürfen hier nicht parken.)
  • Sie soll das wissen. (Sie soll das wissen.)
  • Er will ins Kino gehen. (Er will ins Kino gehen.)
  • Ich mag Eis essen. (Ich mag Eis essen. Achtung: Hier ist "mögen" = "möchten")

Achte darauf, dass das Modalverb konjugiert wird (also an das Subjekt angepasst wird), während der Infinitiv in seiner Grundform bleibt.

2. Nach Hilfsverben

Hilfsverben sind Verben, die zusammen mit einem anderen Verb eine Zeitform oder eine andere grammatikalische Konstruktion bilden. Die wichtigsten Hilfsverben sind:

  • haben (haben) - für Perfekt und Plusquamperfekt
  • sein (sein) - für Perfekt und Plusquamperfekt mit Bewegungsverben und Zustandsveränderungen
  • werden (werden) - für Futur I und Futur II sowie Passiv

Auch hier steht der Infinitiv ohne "zu". Beispiele:

  • Ich habe das gesehen. (Ich habe das gesehen.) (Partizip II, kein Infinitiv, aber wichtig zu verstehen)
  • Wir sind nach Berlin gefahren. (Wir sind nach Berlin gefahren.) (Partizip II, kein Infinitiv, aber wichtig zu verstehen)
  • Er wird morgen kommen. (Er wird morgen kommen.)
  • Das Haus wird gebaut. (Das Haus wird gebaut.)

Wie du siehst, handelt es sich bei den ersten beiden Beispielen um das Partizip II (gesehen, gefahren), das zusammen mit "haben" und "sein" die Perfektformen bildet. Beim Futur (mit "werden") steht der Infinitiv ohne "zu".

3. Nach bestimmten Verben der Wahrnehmung und Bewegung

Es gibt einige Verben, die eine Wahrnehmung oder eine Bewegung ausdrücken und nach denen der Infinitiv ebenfalls ohne "zu" steht. Zu diesen Verben gehören unter anderem:

  • sehen (sehen)
  • hören (hören)
  • fühlen (fühlen)
  • gehen (gehen)
  • fahren (fahren)
  • lernen (lernen - in der Bedeutung von "beigebracht bekommen")
  • helfen (helfen)

Beispiele:

  • Ich sehe ihn kommen. (Ich sehe ihn kommen.)
  • Wir hören die Vögel singen. (Wir hören die Vögel singen.)
  • Ich fühle das Gras unter meinen Füßen wachsen. (Ich fühle das Gras unter meinen Füßen wachsen.)
  • Sie geht einkaufen. (Sie geht einkaufen.)
  • Er fährt Ski laufen. (Er fährt Ski laufen.)
  • Meine Mutter lehrt mich kochen. (Meine Mutter lehrt mich kochen.)
  • Kannst du mir helfen, das Gepäck tragen? (Kannst du mir helfen, das Gepäck zu tragen?)

Achtung! Manchmal kann die Bedeutung des Verbs darüber entscheiden, ob "zu" verwendet wird oder nicht. Zum Beispiel:

  • Ich lerne, Deutsch zu sprechen. (Ich lerne, Deutsch zu sprechen – ich übe es aktiv.)
  • Ich lerne Deutsch sprechen. (Mir wird Deutsch sprechen beigebracht.)

4. Nach "bleiben" und "lassen" (in bestimmten Konstruktionen)

Die Verben "bleiben" und "lassen" können ebenfalls Infinitiven ohne "zu" folgen, aber nur in bestimmten Konstruktionen. Es ist wichtig, den Kontext zu beachten.

  • Ich bleibe hier sitzen. (Ich bleibe hier sitzen.)
  • Er lässt mich das machen. (Er lässt mich das machen.)

Bei "lassen" in der Bedeutung von "verlassen" oder "aufgeben" steht der Infinitiv jedoch mit "zu". Beispiel: Ich rate dir, es zu lassen. (Ich rate dir, es zu lassen/aufzugeben.)

Zusammenfassung: Wann "zu" und wann nicht?

Hier eine kurze Zusammenfassung, die du dir merken kannst:

  • Infinitiv mit "zu": In den meisten Fällen! Vor allem, wenn der Infinitiv von einem Substantiv, Adjektiv oder einer Präposition abhängt.
  • Infinitiv ohne "zu":
    • Nach Modalverben (können, müssen, dürfen, sollen, wollen, mögen)
    • Nach Hilfsverben (haben, sein, werden)
    • Nach bestimmten Verben der Wahrnehmung und Bewegung (sehen, hören, fühlen, gehen, fahren, lernen, helfen)
    • Nach "bleiben" und "lassen" (in bestimmten Konstruktionen)

Übung macht den Meister!

Die beste Methode, um ein Gefühl für die Verwendung von Infinitiven mit und ohne "zu" zu bekommen, ist üben, üben, üben! Lies deutsche Texte, achte auf die Konstruktionen und versuche, selbst Sätze zu bilden. Frage Einheimische, wenn du unsicher bist – die meisten freuen sich, wenn du dich für ihre Sprache interessierst. Und keine Angst vor Fehlern! Sie sind ein wichtiger Teil des Lernprozesses. Viel Spaß beim Deutschlernen!

Tipp: Es gibt zahlreiche Online-Übungen und Apps, die dir beim Lernen helfen können. Such einfach mal nach "Infinitiv mit zu ohne zu Übungen".

Wir hoffen, dieser kleine Leitfaden hat dir geholfen, das Thema "Infinitive mit und ohne zu" besser zu verstehen. Genieße deinen Aufenthalt in Deutschland und viel Erfolg beim Deutschlernen!

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