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Intertrigo Maßnahmen In Der Pflege


Intertrigo Maßnahmen In Der Pflege

Intertrigo, auch bekannt als Hautwolf oder Wundreiben, ist eine häufige Hauterkrankung, die in Hautfalten auftritt. Sie entsteht durch eine Kombination aus Wärme, Feuchtigkeit, Reibung und mangelnder Luftzirkulation. Besonders betroffen sind Bereiche wie Achselhöhlen, Leistenbeugen, unter der Brust, zwischen den Fingern und Zehen sowie in Bauchfalten. In der Pflege älterer oder immobiler Menschen ist Intertrigo ein relevantes Problem, da diese Personengruppen oft anfälliger sind. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über Maßnahmen zur Vorbeugung und Behandlung von Intertrigo in der Pflege.

Ursachen und Risikofaktoren

Um Intertrigo effektiv zu behandeln und vorzubeugen, ist es wichtig, die Ursachen und Risikofaktoren zu verstehen. Die wichtigsten Faktoren sind:

  • Feuchtigkeit: Schweiß, Urin, Stuhlinkontinenz oder Wundsekret in Hautfalten schaffen ein ideales Milieu für das Wachstum von Bakterien und Pilzen.
  • Wärme: Erhöhte Körpertemperatur oder warme Umgebungstemperaturen fördern die Schweißbildung.
  • Reibung: Haut-auf-Haut-Reibung, insbesondere bei Bewegung oder Lagerung, kann die Hautbarriere schädigen.
  • Mangelnde Luftzirkulation: Enge Kleidung oder mangelnde Lagerungswechsel verhindern die Verdunstung von Feuchtigkeit.
  • Übergewicht und Adipositas: Tiefe Hautfalten bieten ideale Bedingungen für die Entstehung von Intertrigo.
  • Diabetes mellitus: Erhöhte Blutzuckerwerte können das Wachstum von Pilzen fördern und die Wundheilung beeinträchtigen.
  • Inkontinenz: Urin- oder Stuhlinkontinenz erhöht die Feuchtigkeit in den Leistenbeugen und im Analbereich.
  • Immunsuppression: Ein geschwächtes Immunsystem kann das Wachstum von Bakterien und Pilzen begünstigen.
  • Mangelernährung: Eine unzureichende Ernährung kann die Hautgesundheit beeinträchtigen und die Hautbarriere schwächen.

Präventive Maßnahmen in der Pflege

Die Prävention von Intertrigo ist der Schlüssel zur Vermeidung von Beschwerden und Komplikationen. Folgende Maßnahmen sind besonders wichtig:

Hautpflege

Eine sorgfältige und regelmäßige Hautpflege ist essentiell.

  • Reinigung: Reinigen Sie die gefährdeten Hautbereiche täglich mit lauwarmem Wasser und einer milden, pH-neutralen Waschlotion oder einem Waschöl. Vermeiden Sie aggressive Seifen, die die Haut austrocknen und reizen können.
  • Trocknung: Tupfen Sie die Hautfalten nach der Reinigung vorsichtig trocken. Verwenden Sie ein weiches Handtuch oder einen Föhn auf niedrigster Stufe mit kühler Luft, um sicherzustellen, dass keine Feuchtigkeit zurückbleibt.
  • Hautschutz: Tragen Sie nach dem Trocknen eine Hautschutzcreme oder -salbe auf, die die Hautbarriere stärkt und vor Feuchtigkeit schützt. Geeignete Produkte enthalten Zinkoxid, Dexpanthenol oder andere feuchtigkeitsabweisende Inhaltsstoffe. Achten Sie darauf, dass die Creme nicht zu dick aufgetragen wird, um die Luftzirkulation nicht zu behindern.
  • Hautinspektion: Überprüfen Sie die Hautfalten regelmäßig auf Rötungen, Reizungen oder Anzeichen einer Infektion. Frühe Erkennung ermöglicht eine rasche Behandlung.

Kleidung und Lagerung

Die richtige Kleidung und Lagerung können die Entstehung von Intertrigo deutlich reduzieren.

  • Atmungsaktive Kleidung: Tragen Sie lockere, atmungsaktive Kleidung aus Baumwolle oder anderen natürlichen Materialien. Vermeiden Sie synthetische Stoffe, die die Schweißbildung fördern.
  • Regelmäßiger Wechsel: Wechseln Sie die Kleidung täglich oder öfter, wenn sie feucht oder verschwitzt ist.
  • Lagerung: Lagern Sie bettlägerige Patienten regelmäßig um, um den Druck auf die Hautfalten zu reduzieren und die Luftzirkulation zu fördern. Verwenden Sie Kissen oder Rollen, um die Hautfalten auseinander zu halten und die Belüftung zu verbessern.

Feuchtigkeitsmanagement

Ein effektives Feuchtigkeitsmanagement ist entscheidend.

  • Schweißabsorption: Verwenden Sie absorbierende Materialien wie Mullbinden oder spezielle Intertrigo-Pads, um Schweiß in den Hautfalten aufzunehmen. Wechseln Sie diese regelmäßig, wenn sie feucht sind.
  • Puder: In einigen Fällen kann die Verwendung von Puder (z.B. Talkum oder Maisstärke) helfen, die Haut trocken zu halten. Achtung: Puder kann bei übermäßiger Anwendung verkleben und die Situation verschlimmern. Verwenden Sie Puder sparsam und vermeiden Sie das Einatmen. Bei bestehenden Hautirritationen sollte Puder vermieden werden.
  • Inkontinenzmanagement: Bei Inkontinenz ist eine sorgfältige Reinigung und Trocknung des Genitalbereichs nach jedem Toilettengang unerlässlich. Verwenden Sie Inkontinenzprodukte, die die Feuchtigkeit von der Haut ableiten.

Ernährung und Flüssigkeitszufuhr

Eine ausgewogene Ernährung und ausreichende Flüssigkeitszufuhr tragen zur Hautgesundheit bei.

  • Ausgewogene Ernährung: Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Vitaminen und Mineralstoffen. Eine ausreichende Zufuhr von Vitamin A, C und E sowie Zink ist wichtig für die Hautgesundheit.
  • Flüssigkeitszufuhr: Sorgen Sie für eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, um die Haut von innen heraus zu hydratisieren. Empfohlen werden mindestens 1,5 bis 2 Liter Flüssigkeit pro Tag, sofern keine medizinischen Kontraindikationen vorliegen.

Behandlung von Intertrigo

Wenn Intertrigo bereits entstanden ist, ist eine gezielte Behandlung erforderlich. Die Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad der Erkrankung und den verursachenden Faktoren.

Milde Intertrigo

Bei leichter Intertrigo können folgende Maßnahmen helfen:

  • Konsequente Hautpflege: Setzen Sie die oben beschriebenen präventiven Maßnahmen konsequent fort.
  • Entzündungshemmende Cremes: Tragen Sie eine entzündungshemmende Creme oder Salbe auf, die Corticosteroide in geringer Dosierung enthält. Achtung: Corticosteroide sollten nur kurzfristig und nach Rücksprache mit einem Arzt angewendet werden, da sie bei längerer Anwendung Nebenwirkungen haben können.
  • Antimykotische Cremes: Bei Verdacht auf eine Pilzinfektion kann eine antimykotische Creme helfen. Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker nach geeigneten Produkten.

Schwere Intertrigo

Bei schwerer Intertrigo mit ausgeprägten Entzündungen oder Infektionen ist eine ärztliche Behandlung erforderlich.

  • Antibiotika: Bei bakterieller Infektion können Antibiotika erforderlich sein.
  • Systemische Antimykotika: Bei schwerer Pilzinfektion können systemische Antimykotika (Tabletten oder Infusionen) notwendig sein.
  • Wundversorgung: Bei offenen Wunden ist eine professionelle Wundversorgung erforderlich.
  • Schmerzlinderung: Bei starken Schmerzen können Schmerzmittel eingesetzt werden.

Zusätzliche Maßnahmen

  • Gewichtsreduktion: Bei Übergewicht oder Adipositas kann eine Gewichtsreduktion helfen, die Hautfalten zu reduzieren und die Belüftung zu verbessern.
  • Blutzuckerkontrolle: Bei Diabetes mellitus ist eine gute Blutzuckerkontrolle wichtig, um das Wachstum von Pilzen zu hemmen.
  • Behandlung von Grunderkrankungen: Die Behandlung von Grunderkrankungen wie Inkontinenz oder Immunsuppression ist entscheidend für die Vorbeugung und Behandlung von Intertrigo.

Wichtige Hinweise für die Pflege

In der Pflege von Menschen mit Intertrigo sind folgende Punkte besonders wichtig:

  • Dokumentation: Dokumentieren Sie alle Maßnahmen und Beobachtungen im Pflegebericht. So kann der Verlauf der Erkrankung verfolgt und die Behandlung angepasst werden.
  • Schulung: Schulen Sie sich und andere Pflegekräfte regelmäßig über die Ursachen, Prävention und Behandlung von Intertrigo.
  • Kommunikation: Kommunizieren Sie offen mit dem Arzt oder Apotheker über die Erkrankung und die Behandlungsmöglichkeiten.
  • Individuelle Anpassung: Passen Sie die Maßnahmen individuell an die Bedürfnisse und den Zustand des Patienten an.
  • Respektvolle Pflege: Führen Sie die Pflege respektvoll und einfühlsam durch. Intertrigo kann für die Betroffenen sehr unangenehm sein.

Fazit: Intertrigo ist eine häufige und oft schmerzhafte Hauterkrankung, die in der Pflege besondere Aufmerksamkeit erfordert. Durch konsequente Präventivmaßnahmen und eine gezielte Behandlung können die Beschwerden gelindert und Komplikationen vermieden werden. Eine sorgfältige Hautpflege, atmungsaktive Kleidung, ein effektives Feuchtigkeitsmanagement und eine ausgewogene Ernährung sind die wichtigsten Säulen der Prävention. Bei bereits bestehender Intertrigo ist eine ärztliche Behandlung oft unerlässlich. Durch eine gute Zusammenarbeit zwischen Pflegekräften, Ärzten und Betroffenen kann Intertrigo erfolgreich behandelt und die Lebensqualität der Patienten verbessert werden.

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