Ist Sonnabend Ein Werktag
Also, was ist denn nun? Diese Frage beschäftigt nicht nur fleißige Bienchen, die sich am liebsten sieben Tage die Woche ins Getümmel stürzen würden, sondern auch ganz normale Menschen, die einfach nur wissen wollen, wann sie ihre Waschmaschine anwerfen dürfen. Die Rede ist natürlich von: Samstag – Werktag oder nicht?
Man könnte meinen, das sei eine simple Frage, die man mit einem Ja oder Nein beantworten kann. Aber, oh-ho, weit gefehlt! In Deutschland, wie so oft, ist die Antwort: Es kommt darauf an! Und dieses "es kommt darauf an" ist so schön deutsch, so herrlich kompliziert und so perfekt geeignet, um stundenlange Diskussionen am Küchentisch anzufachen.
Die Werktagsdefinition – Eine Reise durch Paragraphen
Rein rechtlich gesehen, ist der Samstag ein Werktag. Ja, richtig gelesen! Das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) definiert Werktage nämlich als alle Tage, die nicht Sonn- oder Feiertage sind. Das bedeutet: Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag UND Samstag. Das ist doch mal eine Überraschung, oder? Stell dir vor, du erzählst das deiner Katze, die den Samstag traditionell mit 20 Stunden Schlaf feiert. Sie würde dich wahrscheinlich nur verständnislos anmiauen.
Aber Moment mal, bevor du jetzt jubelnd deinen Rasenmäher aus der Garage holst: Es gibt da noch eine kleine, aber feine Unterscheidung. Zwar ist der Samstag ein Werktag, aber er ist kein Arbeitstag im klassischen Sinne. Viele Menschen haben samstags frei, weil sie eine 5-Tage-Woche haben. Das heißt, auch wenn der Samstag im Kalender rot unterlegt ist, bedeutet das nicht automatisch, dass du ihn auch für alle Tätigkeiten, die unter der Woche erlaubt sind, nutzen kannst.
Samstag und die lieben Nachbarn – Eine Geschichte voller Konfliktpotenzial
Hier wird es nämlich erst richtig spannend. Denn was nützt dir das Wissen, dass der Samstag ein Werktag ist, wenn dein Nachbar dir bei der ersten Umdrehung deines Bohrers droht, die Polizei zu rufen? Stichwort: Ruhezeiten.
Lärmschutzverordnungen sind ein Minenfeld. Jede Gemeinde hat ihre eigenen Regeln, wann du Rasen mähen, hämmern, bohren oder laute Musik hören darfst. Und Überraschung: Die meisten Gemeinden haben samstags gesonderte Ruhezeiten festgelegt. Oftmals darf man zwar tagsüber werkeln, aber nicht vor 7 Uhr oder nach 13 Uhr (oder so ähnlich – wie gesagt, jede Gemeinde tickt anders!).
Das führt regelmäßig zu urkomischen Situationen. Da steht man dann, bewaffnet mit Akkuschrauber und den besten Absichten, vor dem Regal, das dringend an die Wand muss, und schielt nervös auf die Uhr. 12:58 Uhr. Noch zwei Minuten. 12:59 Uhr. Der Bohrer zittert in der Hand. 13:00 Uhr. Mission abgebrochen! Ab zum Kühlschrank und erstmal ein Bier aufgeschraubt. Der Samstag ist ja schließlich ein *Werktag* – da hat man sich das verdient!
Die stille Revolution der Sonnabende
Aber es gibt auch Lichtblicke! In manchen Regionen Deutschlands wird der Samstag liebevoll Sonnabend genannt. Und dieser Name hat etwas Gemütliches, etwas Entspanntes. Er klingt nicht nach Arbeit, sondern nach Wochenende, nach Familie, nach Freizeit.
Und tatsächlich: Immer mehr Geschäfte haben samstags länger geöffnet, es gibt Samstagsmärkte, Konzerte, Veranstaltungen. Der Samstag wird zum Tag der kleinen und großen Freuden, zum Tag, an dem man sich Zeit für die Dinge nimmt, die im stressigen Alltag unter der Woche oft zu kurz kommen. Ob das nun ein ausgiebiges Frühstück mit der Familie ist, ein Besuch im Museum oder einfach nur ein Spaziergang im Park – der Sonnabend ist oft ein kleiner Urlaub vom Alltag.
"Der Sonnabend ist ein Geschenk. Ein Tag, den man bewusst genießen sollte." - Ein weiser Mensch (wahrscheinlich erfunden)
Und selbst wenn du dich am Samstag doch mal dazu entschließt, ein bisschen zu werkeln oder zu putzen: Hauptsache, du machst es mit einem Lächeln auf den Lippen und im Einklang mit deinen Nachbarn. Denn am Ende des Tages ist der Samstag (oder Sonnabend) vor allem eines: Ein Tag, den man gemeinsam mit seinen Liebsten verbringen sollte – egal, ob er nun offiziell ein Werktag ist oder nicht.
Also, was tun mit dem Samstag?
Die Antwort liegt, wie so oft, in der Mitte. Nutze den Samstag, um deine To-Do-Liste abzuarbeiten, aber vergiss dabei nicht, das Leben zu genießen. Sei fleißig, aber nicht zu laut. Sei produktiv, aber nicht verbissen. Und vor allem: Sei nett zu deinen Nachbarn! Denn nur so wird der Samstag zu einem echten Gewinn – für dich und für alle anderen.
Und wenn alles nichts hilft, dann schnapp dir einfach deine Katze, kuschel dich auf die Couch und feiert den Samstag mit 20 Stunden Schlaf. Denn manchmal ist das die beste Art, einen Werktag (oder eben auch nicht) zu verbringen.
