Jemand Der Zu Einem Thema Gut Bescheid Weiss
Wir alle kennen sie. Diese eine Person. Die, die *alles* weiß. Über *alles*. Okay, vielleicht nicht *alles*, aber gefühlt schon.
Der allwissende Freund: Fluch oder Segen?
Manchmal ist es super praktisch. Du stehst im Supermarkt vor einer Wand voller Olivenöle und bist komplett überfordert? Zack, dein allwissender Freund weiß genau, welches das beste ist und warum. Oder du diskutierst mit deinem Partner über das genaue Gründungsdatum des Bauhauses? Kein Problem, Google-Freund... äh... allwissender Freund ist zur Stelle!
Aber Hand aufs Herz: manchmal nervt es auch ein bisschen, oder?
Unpopuläre Meinung: Die Besserwisser-Falle
Ich wage es zu sagen: Ich mag Leute, die zugenäht sind. Nicht unbedingt im wörtlichen Sinne (das wäre etwas gruselig), aber ich mag Menschen, die sich auch mal irren dürfen. Die nicht immer den Drang verspüren, Recht zu haben. Die vielleicht sogar zugeben: "Hey, da bin ich mir grad nicht sicher."
Denn, und das ist meine unpopuläre Meinung: Ich glaube, dass Leute, die immer alles besser wissen, oft in eine Besserwisser-Falle tappen. Sie wollen so gerne klug wirken, dass sie manchmal… naja… ein bisschen anstrengend werden.
"Es ist besser, zu schweigen und als Narr gehalten zu werden, als zu sprechen und alle Zweifel zu beseitigen." – Mark Twain (Wahrscheinlich wusste mein allwissender Freund das schon…)
Oder kennst du das, wenn du versuchst, etwas zu erzählen, und dein Freund/Kollege/Familienmitglied unterbricht dich ständig, um Details zu korrigieren? "Nein, der Regisseur hieß nicht Spielberg, sondern Spielberg! Und es war nicht 1982, sondern 1981!" Jaaa, danke. Die Geschichte war trotzdem gut, oder?
Die Kunst des Nicht-Besserwissens
Ich glaube, die wahre Kunst liegt darin, Wissen dosiert einzusetzen. Nicht, um andere klein zu machen, sondern um Gespräche zu bereichern. Um wirklich zu helfen, wenn jemand eine Frage hat. Und vor allem: Um auch mal zuzuhören und von anderen zu lernen.
Denn mal ehrlich: Niemand weiß alles. Nicht einmal Google. (Okay, fast niemand.)
Und was ist mit den Leuten, die so tun, als ob sie alles wissen? Die Pseudo-Intellektuellen? Ach, die sind doch am lustigsten! Manchmal ertappe ich mich dabei, wie ich innerlich eine Challenge starte: "Wie lange kann ich ihn/sie reden lassen, bevor ich merke, dass er/sie eigentlich keine Ahnung hat?"
Ein Plädoyer für die Unwissenheit
Vielleicht sollten wir alle ein bisschen mehr Unwissenheit zelebrieren. Ein bisschen mehr "Ich weiß es nicht" sagen. Ein bisschen mehr Fragen stellen. Ein bisschen mehr von anderen lernen.
Stell dir vor, wie entspannt das wäre! Keine Angst mehr, dumm dazustehen. Keine Notwendigkeit mehr, immer Recht zu haben. Einfach nur neugierig sein und die Welt entdecken.
Ich persönlich finde ja, dass ein guter Diskussionsabend mit Freunden, bei dem keiner so richtig Bescheid weiß und alle wild spekulieren, viel unterhaltsamer ist als ein Vortrag von Professor Allwissend.
Also, das nächste Mal, wenn du jemanden triffst, der dir ungefragt sein gesamtes Wissen über Quantenphysik (oder die korrekte Zubereitung von Sushi) mitteilen will, atme tief durch. Lächle freundlich. Und denk dir: "Vielleicht ist er/sie einfach nur ein bisschen unsicher und braucht ein bisschen Bestätigung."
Oder: "Vielleicht sollte ich ihm/ihr mal ein 'Ich weiß es nicht'-T-Shirt schenken."
Und denk daran: Unwissenheit ist nicht dumm. Unwissenheit ist eine Einladung zum Lernen. Und Lernen macht Spaß!
