Jobangebot Ablehnen Zu Wenig Gehalt
Herzlich willkommen! Du hast ein Jobangebot in Deutschland bekommen, aber das Gehalt stimmt nicht? Keine Panik! Es ist absolut üblich und akzeptabel, ein Jobangebot abzulehnen, wenn das Gehalt nicht deinen Erwartungen oder Bedürfnissen entspricht. Dieser Leitfaden hilft dir, die Situation professionell zu meistern und vielleicht sogar eine Gehaltsverhandlung zu starten.
Warum das Gehalt zu niedrig sein kann
Bevor du das Angebot sofort ablehnst, ist es wichtig zu verstehen, warum das Gehalt möglicherweise niedriger ist, als du erwartet hast. Es gibt verschiedene Gründe:
- Deine Erfahrung: Dein Erfahrungslevel, besonders wenn du neu in Deutschland bist, könnte anders bewertet werden als in deinem Heimatland.
- Branche und Unternehmensgröße: Bestimmte Branchen zahlen traditionell weniger als andere. Auch die Größe des Unternehmens spielt eine Rolle; kleinere Unternehmen haben oft weniger Spielraum.
- Standort: Das Gehaltsniveau variiert stark zwischen den Regionen. In Städten wie München oder Frankfurt sind die Lebenshaltungskosten und damit auch die Gehälter tendenziell höher als in ländlichen Gebieten.
- Unternehmensbudget: Manchmal ist es einfach so, dass das Unternehmen nicht mehr Budget zur Verfügung hat.
- Fehler in der Kommunikation: Vielleicht gab es ein Missverständnis bezüglich deiner Gehaltsvorstellungen während des Bewerbungsprozesses.
Bevor du ablehnst: Eine Gehaltsverhandlung in Betracht ziehen
Bevor du das Angebot endgültig ablehnst, solltest du eine Gehaltsverhandlung in Erwägung ziehen. Es ist ein normaler Teil des Einstellungsprozesses und zeigt dem Unternehmen, dass du deinen Wert kennst.
Wie du eine Gehaltsverhandlung angehst:
- Sei vorbereitet: Recherchiere realistische Gehälter für deine Position, deine Erfahrung und deinen Standort. Nutze Online-Gehaltsvergleichsportale wie StepStone, Glassdoor oder Gehaltsreporter.de.
- Formuliere deine Gegenargumente: Bereite überzeugende Argumente vor, warum du ein höheres Gehalt verdienst. Betone deine Stärken, deine Erfolge und deinen Mehrwert für das Unternehmen.
- Sei selbstbewusst, aber respektvoll: Trage deine Argumente selbstbewusst vor, bleibe aber stets freundlich und respektvoll. Vermeide es, Forderungen zu stellen oder unnachgiebig zu sein.
- Bleibe flexibel: Sei bereit, Kompromisse einzugehen. Vielleicht ist eine Gehaltserhöhung nicht möglich, aber du könntest über andere Benefits verhandeln, wie z.B. mehr Urlaubstage, ein Firmenwagen, Weiterbildungsmöglichkeiten oder flexible Arbeitszeiten.
- Schriftliche Bestätigung: Wenn du dich mit dem Unternehmen einigst, stelle sicher, dass die Vereinbarung schriftlich festgehalten wird.
Beispiel für eine Formulierung:
"Vielen Dank für das Jobangebot. Ich freue mich sehr über die Möglichkeit, Teil Ihres Teams zu werden. Nach sorgfältiger Überlegung und basierend auf meiner Erfahrung und meinen Recherchen über das Gehaltsniveau für diese Position, würde ich mich freuen, wenn wir das Gehalt noch einmal besprechen könnten. Meine Gehaltsvorstellung liegt bei [dein Wunschgehalt], da ich der Meinung bin, dass meine Fähigkeiten und Erfahrungen einen erheblichen Mehrwert für Ihr Unternehmen darstellen. Ich bin gerne bereit, über alternative Benefits zu sprechen, falls eine Gehaltsanpassung nicht möglich ist."
Die Ablehnung eines Jobangebots formulieren
Wenn du nach der Gehaltsverhandlung immer noch nicht mit dem Angebot zufrieden bist oder das Unternehmen nicht bereit ist, dein Gehaltsvorstellung zu erfüllen, ist es legitim, das Angebot abzulehnen. Es ist wichtig, dies professionell und respektvoll zu tun, um eine positive Beziehung zum Unternehmen zu bewahren. Wer weiß, vielleicht gibt es in Zukunft andere Möglichkeiten.
So lehnst du ein Jobangebot professionell ab:
- Bedanke dich: Beginne damit, dich für das Jobangebot und die Zeit zu bedanken, die das Unternehmen in dich investiert hat.
- Sei ehrlich und präzise: Erkläre kurz und bündig, warum du das Angebot ablehnst. Es ist in Ordnung, zu sagen, dass das Gehalt nicht deinen Erwartungen entspricht. Vermeide es jedoch, zu detailliert oder negativ zu sein.
- Betone positive Aspekte: Hebe positive Aspekte des Bewerbungsprozesses oder des Unternehmens hervor. Zeige Wertschätzung für die Zeit und Mühe, die in dich investiert wurde.
- Wünsche viel Erfolg: Beende dein Schreiben mit guten Wünschen für die Zukunft des Unternehmens.
- Form der Ablehnung: Wenn das Angebot per E-Mail kam, antworte ebenfalls per E-Mail. Wenn du das Angebot mündlich erhalten hast, ist ein Anruf angemessen.
Beispiele für eine Ablehnung per E-Mail:
Beispiel 1: "Sehr geehrte/r Frau/Herr [Name des Ansprechpartners],
vielen Dank für das Jobangebot als [Positionsbezeichnung] bei [Name des Unternehmens]. Ich habe mich sehr über Ihr Interesse gefreut und die Gespräche mit Ihrem Team waren sehr angenehm und informativ. Nach reiflicher Überlegung habe ich mich jedoch entschieden, das Angebot nicht anzunehmen. Das angebotene Gehalt entspricht leider nicht meinen Gehaltsvorstellungen für diese Position und meine Erfahrung.
Ich möchte mich nochmals herzlich für die Möglichkeit bedanken und wünsche Ihnen viel Erfolg bei der Suche nach einem geeigneten Kandidaten.
Mit freundlichen Grüßen,
[Dein Name]"
Beispiel 2: "Sehr geehrte/r Frau/Herr [Name des Ansprechpartners],
herzlichen Dank für das Jobangebot als [Positionsbezeichnung] bei [Name des Unternehmens]. Ich schätze die Zeit und Mühe, die Sie in den Bewerbungsprozess investiert haben, sehr. Nach sorgfältiger Überlegung habe ich mich jedoch entschieden, das Angebot abzulehnen, da die Gehaltsvorstellung leider nicht mit meinen Erwartungen übereinstimmt.
Ich bedanke mich nochmals für die Möglichkeit und wünsche Ihnen und dem gesamten Team alles Gute für die Zukunft.
Mit freundlichen Grüßen,
[Dein Name]"
Beispiel 3 (wenn du ein Gegenangebot hast): "Sehr geehrte/r Frau/Herr [Name des Ansprechpartners],
vielen Dank für das Jobangebot als [Positionsbezeichnung] bei [Name des Unternehmens]. Ich habe mich sehr über Ihr Angebot gefreut und die Gespräche mit Ihrem Team waren sehr angenehm. Nachdem ich nun die Möglichkeit hatte, die verschiedenen Aspekte der Position abzuwägen, habe ich mich entschieden, das Angebot nicht anzunehmen, da ich mich für eine andere berufliche Chance entschieden habe.
Ich möchte mich nochmals herzlich für Ihre Zeit und Mühe bedanken und wünsche Ihnen viel Erfolg bei der Suche nach dem passenden Kandidaten.
Mit freundlichen Grüßen,
[Dein Name]"
Wichtige Tipps für Expats und Touristen
Wenn du als Expat oder Tourist in Deutschland bist, gibt es ein paar zusätzliche Dinge zu beachten:
- Informiere dich über Lebenshaltungskosten: Die Lebenshaltungskosten können je nach Stadt oder Region stark variieren. Rechne aus, wie viel du zum Leben benötigst, bevor du eine Gehaltsforderung stellst oder ein Angebot annimmst.
- Verstehe das deutsche Steuersystem: Das deutsche Steuersystem ist komplex. Informiere dich über die verschiedenen Steuerklassen und Abzüge, um dein Nettoeinkommen realistisch einschätzen zu können.
- Nutze dein Netzwerk: Sprich mit anderen Expats oder Deutschen, die in deiner Branche arbeiten, um Einblicke in das Gehaltsniveau zu bekommen.
- Sprachkenntnisse: Deine Deutschkenntnisse können sich auf dein Gehalt auswirken. Investiere in Sprachkurse, um deine Chancen zu verbessern.
Fazit
Ein Jobangebot abzulehnen, weil das Gehalt nicht stimmt, ist völlig legitim. Wichtig ist, dass du es professionell und respektvoll tust. Nutze die Chance zur Gehaltsverhandlung, sei vorbereitet und argumentiere selbstbewusst. Wenn du dich letztendlich für eine Ablehnung entscheidest, bedanke dich und wünsche dem Unternehmen viel Erfolg. Mit der richtigen Vorbereitung und Kommunikation kannst du sicherstellen, dass du eine positive Beziehung zum Unternehmen aufrechterhältst und deine Karriereziele in Deutschland erreichst. Viel Erfolg!
