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Johann Wolfgang Von Goethe Beeinflusst Von


Johann Wolfgang Von Goethe Beeinflusst Von

Johann Wolfgang von Goethe, eine der bedeutendsten Figuren der deutschen Literaturgeschichte, hat ein Œuvre hinterlassen, das von Lyrik über Dramen bis hin zu naturwissenschaftlichen Schriften reicht. Seine Werke prägen bis heute die deutsche Sprache und Kultur. Doch wer oder was beeinflusste den Dichterfürsten selbst? Die Antwort ist vielschichtig und erfordert eine Betrachtung seiner Lebensabschnitte, seiner intellektuellen Interessen und der historischen Kontexte, in denen er wirkte.

Frühe Einflüsse: Familie, Bildung und das Pietismus

Goethes frühe Jahre waren entscheidend für seine intellektuelle Entwicklung. Geboren 1749 in Frankfurt am Main, genoss er eine privilegierte Ausbildung. Sein Vater, ein promovierter Jurist, legte grossen Wert auf eine umfassende Bildung. Goethe lernte Latein, Griechisch, Französisch, Italienisch und Hebräisch. Diese Sprachkenntnisse ermöglichten ihm den Zugang zu einer breiten Palette an literarischen und philosophischen Werken der Antike und der Renaissance.

Ein weiterer wichtiger Einfluss in seiner Kindheit war der Pietismus. Seine Mutter, Elisabeth Textor, war tief religiös und pflegte eine persönliche, gefühlsbetonte Frömmigkeit. Diese religiöse Prägung manifestierte sich in Goethes frühen Werken und beeinflusste seine Auseinandersetzung mit Fragen nach Sinn, Moral und dem Verhältnis des Menschen zu Gott.

Seine juristische Ausbildung in Leipzig und später in Strassburg brachte ihn mit neuen Ideen und Denkern in Berührung. Besonders prägend war die Begegnung mit Johann Gottfried Herder in Strassburg. Herder, ein wichtiger Vertreter des Sturm und Drang, weckte in Goethe das Interesse an der Volkspoesie, der Geschichte und der Bedeutung des Gefühls und der Intuition.

Der Sturm und Drang: Natur, Gefühl und Rebellion

Die Sturm-und-Drang-Periode markierte einen Wendepunkt in Goethes Schaffen. Unter dem Einfluss Herders wandte er sich von den rationalistischen Idealen der Aufklärung ab und widmete sich der Kraft der Natur, dem Ausdruck leidenschaftlicher Gefühle und der individuellen Freiheit. Diese Einflüsse spiegeln sich deutlich in Werken wie "Götz von Berlichingen" (1773) wider, einem Drama, das den Freiheitsdrang eines Ritters im 16. Jahrhundert thematisiert.

Auch die Auseinandersetzung mit Jean-Jacques Rousseaus Philosophie, insbesondere mit dessen Kritik an der Zivilisation und seiner Betonung der natürlichen Güte des Menschen, prägte Goethes Denken in dieser Zeit. Die Idee des "zurück zur Natur" fand ihren Ausdruck in Goethes Naturlyrik und in seinem Ideal des "Genies", das sich nicht an Konventionen und Regeln hält.

Goethes persönliches Leben in dieser Zeit, insbesondere seine unglückliche Liebe zu Friederike Brion in Sesenheim, trug ebenfalls dazu bei, dass seine Werke von starken Emotionen und einer gewissen Melancholie geprägt waren. Diese Erfahrung verarbeitete er in Gedichten und in dem Drama "Clavigo" (1774).

Die Weimarer Klassik: Antike, Harmonie und Humanität

Der Ruf nach Weimar im Jahr 1775 und seine anschliessende Tätigkeit als Geheimer Rat am Hofe Carl Augusts markierten den Beginn einer neuen Schaffensperiode, der sogenannten Weimarer Klassik. In Weimar fand Goethe nicht nur einen Wirkungsort, sondern auch wichtige intellektuelle Partner, insbesondere Friedrich Schiller. Die Zusammenarbeit mit Schiller sollte Goethes Denken und Schaffen massgeblich beeinflussen.

In der Weimarer Klassik wandte sich Goethe von den stürmischen Idealen seiner Jugend ab und suchte nach Harmonie, Mass und Ordnung. Er intensivierte seine Auseinandersetzung mit der Antike und orientierte sich an den Idealen der griechischen Klassik. Diese Hinwendung zur Antike manifestierte sich in Werken wie "Iphigenie auf Tauris" (1787) und "Römische Elegien" (1790), die von antiken Stoffen und Formen inspiriert sind.

Die intensive Auseinandersetzung mit der Philosophie Immanuel Kants und der Ästhetik Johann Joachim Winckelmanns trug ebenfalls dazu bei, Goethes klassische Ideale zu formen. Er strebte nach einer synthetischen Weltsicht, die Vernunft und Gefühl, Natur und Geist in Einklang bringt. Dieser Gedanke spiegelt sich in seinen Werken wie "Wilhelm Meisters Lehrjahre" (1795/96) und "Faust" (Teil I 1808, Teil II 1832) wider, die als zentrale Werke der Weimarer Klassik gelten.

Schillers Einfluss auf Goethe sollte nicht unterschätzt werden. Obwohl die beiden Dichter unterschiedliche Temperamente und Ansichten hatten, entwickelten sie eine fruchtbare Freundschaft, die ihr beider Schaffen bereicherte. Schiller regte Goethe zur theoretischen Reflexion über die Kunst und die Ästhetik an und ermutigte ihn, seine dramatischen Werke zu überarbeiten. Ihre Korrespondenz ist ein wertvolles Zeugnis ihrer intellektuellen Auseinandersetzung und ihrer gemeinsamen Suche nach dem idealen Kunstwerk.

Naturwissenschaftliche Studien: Farbe, Morphologie und die Einheit der Natur

Neben seiner literarischen Tätigkeit widmete sich Goethe intensiv den Naturwissenschaften. Er beschäftigte sich mit Botanik, Zoologie, Geologie und Optik. Seine naturwissenschaftlichen Studien waren nicht nur ein Hobby, sondern ein integraler Bestandteil seines Weltbildes. Goethe war überzeugt, dass die Naturgesetze die Grundlage aller Erscheinungen bilden und dass es eine tiefe Verbindung zwischen Natur und Geist gibt.

Seine "Farbenlehre" (1810) ist ein Beispiel für Goethes Versuch, die Natur ganzheitlich zu verstehen. Er kritisierte Newtons reduktionistische Auffassung des Lichts und entwickelte eine eigene Theorie, die die subjektive Erfahrung des Betrachters und die Wechselwirkung von Licht und Dunkelheit berücksichtigt. Obwohl seine Farbenlehre von der modernen Physik widerlegt wurde, ist sie dennoch ein wichtiges Zeugnis für Goethes wissenschaftliches Denken und seine Suche nach einer Einheit von Natur und Geist.

Auch seine morphologischen Studien, insbesondere seine Untersuchungen zur Metamorphose der Pflanzen, zeugen von Goethes Interesse an der Formbildung in der Natur. Er entwickelte die Idee des "Urpflanze", einer idealen Pflanzenform, die als Modell für alle anderen Pflanzen dienen sollte. Diese Idee spiegelt Goethes Suche nach den grundlegenden Prinzipien wider, die die Vielfalt der Natur bestimmen.

Späte Jahre: "Faust II", Weltliteratur und die Reflexion des Lebens

In seinen späten Jahren kehrte Goethe zu seinem Lebenswerk "Faust" zurück und vollendete den zweiten Teil der Tragödie. "Faust II" ist ein komplexes und vielschichtiges Werk, das Goethes gesamte Lebenserfahrung und sein philosophisches Denken widerspiegelt. In diesem Werk setzt er sich mit Fragen nach Sinn, Schuld, Erlösung und der Bedeutung des menschlichen Handelns auseinander.

Goethe interessierte sich auch intensiv für die Weltliteratur. Er las Werke aus verschiedenen Kulturen und Epochen und erkannte die Bedeutung des interkulturellen Dialogs. Er prägte den Begriff der "Weltliteratur" und forderte eine offene und tolerante Auseinandersetzung mit anderen Kulturen.

Bis zu seinem Tod im Jahr 1832 blieb Goethe ein wacher und neugieriger Geist. Er reflektierte über sein Leben, seine Werke und die Zukunft der Menschheit. Sein Lebenswerk ist ein beeindruckendes Zeugnis seiner intellektuellen Neugier, seiner künstlerischen Kreativität und seiner humanistischen Überzeugung. Die Einflüsse, die ihn prägten, waren vielfältig und reichten von der Antike über die Aufklärung und den Sturm und Drang bis hin zur Weimarer Klassik und den Naturwissenschaften. Diese Einflüsse formten einen der bedeutendsten Dichter und Denker der deutschen Geschichte.

Zusammenfassung der wichtigsten Einflüsse:

  • Familie und Bildung: Privilegierte Ausbildung, Sprachkenntnisse, religiöse Prägung durch den Pietismus.
  • Johann Gottfried Herder und der Sturm und Drang: Volkspoesie, Geschichte, Gefühl, Intuition, Rousseau.
  • Weimarer Klassik und Friedrich Schiller: Antike, Harmonie, Mass, Ordnung, Humanität, Kant, Winckelmann.
  • Naturwissenschaften: Botanik, Zoologie, Geologie, Optik, Farbenlehre, Morphologie.
  • Weltliteratur: Interkultureller Dialog, offene und tolerante Auseinandersetzung mit anderen Kulturen.
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