Kann Mir Nicht Mehr Vorstellen Mit Meinem Mann Zu Schlafen
Hallo ihr Lieben, eure reiselustige Freundin hier. Ich weiß, normalerweise teile ich mit euch die schönsten Strände, die leckersten Restaurants und die aufregendsten Wanderwege rund um die Welt. Aber heute wird es ein bisschen persönlicher. Ich möchte euch etwas erzählen, was mich in den letzten Monaten sehr beschäftigt hat, etwas, das mich innerlich auf eine ganz eigene, unerwartete Reise geschickt hat. Es geht um etwas sehr Intimes, etwas, das ich lange mit mir selbst ausgemacht habe, bevor ich mich entschlossen habe, es mit euch zu teilen.
Es geht darum, dass ich... mir einfach nicht mehr vorstellen kann, mit meinem Mann zu schlafen.
Ja, ihr habt richtig gelesen. Und ich weiß, das ist ein starkes Statement. Vielleicht sitzt die ein oder andere von euch gerade mit hochgezogenen Augenbrauen vor dem Bildschirm. Oder denkt: "Das geht mich doch nichts an!" Aber ich glaube, dass viele von euch ähnliche Erfahrungen gemacht haben, oder vielleicht gerade machen, und sich einfach nicht trauen, darüber zu sprechen. Und genau deshalb schreibe ich diesen Artikel.
Wie kam es dazu? Tja, das ist eine lange Geschichte, die – wie so viele Geschichten – mit Liebe, Freude und dem Versprechen eines gemeinsamen Lebens begann. Ich und Markus, mein Mann, wir sind seit fast 15 Jahren zusammen. Wir haben uns auf einer Rucksackreise durch Thailand kennengelernt. Klingt kitschig, ich weiß, aber es war unglaublich romantisch. Unter Palmen, mit dem Rauschen des Meeres im Ohr, haben wir uns Hals über Kopf verliebt. Wir haben die Welt gemeinsam entdeckt, Abenteuer erlebt, uns gegenseitig unterstützt und eine tiefe Verbindung aufgebaut. Unsere sexuelle Beziehung war anfangs unglaublich leidenschaftlich und erfüllend. Wir haben uns auf allen Ebenen verstanden und geliebt.
Aber dann kam der Alltag. Und mit dem Alltag kamen die Routinen, die Verpflichtungen, der Stress. Markus hat sich beruflich stark verändert, wurde immer ehrgeiziger und arbeitete bis spät in die Nacht. Ich habe mich mehr und mehr um unser Zuhause gekümmert, den Haushalt geschmissen und versucht, alles am Laufen zu halten. Wir haben uns auseinandergelebt, ohne es wirklich zu merken. Unsere Gespräche wurden kürzer, unsere Berührungen seltener, unsere Leidenschaft kühlte ab.
Irgendwann merkte ich, dass ich mich bei dem Gedanken an Sex mit Markus unwohl fühlte. Es war nicht so, dass ich ihn nicht mehr attraktiv fand. Er ist immer noch ein gutaussehender Mann, intelligent und humorvoll. Aber irgendetwas war verloren gegangen. Die Verbindung. Die Leidenschaft. Die Intimität.
Ich versuchte, das Problem anzusprechen. Aber jedes Mal, wenn ich das Thema anschnitt, blockte Markus ab. Er sagte, er sei müde, gestresst, oder einfach nicht in der Stimmung. Ich fühlte mich abgelehnt, unverstanden und einsam. Ich begann, mich von ihm zu distanzieren, innerlich wie äußerlich. Ich vermied es, ihn zu berühren, ihm in die Augen zu schauen, mit ihm über meine Gefühle zu sprechen.
Ich suchte die Schuld bei mir. War ich nicht mehr attraktiv genug? War ich zu anstrengend? War ich einfach nur einfallslos im Bett? Ich las Ratgeber, recherchierte im Internet, sprach mit Freundinnen. Einige rieten mir, einen Therapeuten aufzusuchen. Andere sagten, es sei normal, dass die sexuelle Lust in einer langen Beziehung nachlässt. Wieder andere meinten, ich solle mich einfach zusammenreißen und meinem Mann zuliebe darüber hinwegsehen.
Aber ich konnte es nicht. Ich konnte nicht einfach so tun, als wäre alles in Ordnung. Ich konnte nicht mehr mit Markus schlafen, ohne mich dabei leer und unverbunden zu fühlen. Es war, als würde ich eine Rolle spielen, eine Maske tragen. Und das fühlte sich falsch an. So unglaublich falsch.
Eine Zeit lang habe ich sogar überlegt, Markus zu verlassen. Ich dachte, dass es für uns beide besser wäre, wenn wir getrennte Wege gehen würden. Aber dann dachte ich an all die schönen Jahre, die wir zusammen verbracht hatten. An all die Erinnerungen, die wir teilten. An all die Schwierigkeiten, die wir gemeinsam gemeistert hatten. Ich wollte unsere Ehe nicht einfach so aufgeben.
Also beschloss ich, einen anderen Weg zu gehen. Ich beschloss, ehrlich zu sein. Ehrlich zu mir selbst, ehrlich zu Markus. Ich setzte mich mit ihm zusammen und erzählte ihm alles. Alles, was ich fühlte, alles, was ich dachte, alles, was mich belastete.
Es war ein langes und schwieriges Gespräch. Es gab Tränen, Vorwürfe, Missverständnisse. Aber am Ende verstanden wir uns. Markus erkannte, dass er mich vernachlässigt hatte, dass er sich zu sehr auf seine Karriere konzentriert hatte. Er gestand, dass er auch unglücklich war, aber nicht wusste, wie er das Problem ansprechen sollte.
Wir beschlossen, gemeinsam an unserer Beziehung zu arbeiten. Wir gingen zu einer Paartherapie, sprachen offen und ehrlich miteinander, versuchten, wieder eine Verbindung zueinander aufzubauen. Es war ein langer und steiniger Weg, aber wir haben es geschafft.
Was ich daraus gelernt habe
Ich bin noch nicht am Ziel. Unsere sexuelle Beziehung ist immer noch nicht so, wie sie einmal war. Aber wir sind auf dem richtigen Weg. Wir haben gelernt, einander wieder zuzuhören, einander zu respektieren, einander zu lieben.
Und was habe ich aus all dem gelernt? Eine ganze Menge:
Ehrlichkeit ist das A und O
Sprecht offen und ehrlich miteinander. Verschweigt eure Gefühle nicht. Auch wenn es schwerfällt. Nur so könnt ihr Probleme erkennen und gemeinsam lösen.
Nehmt euch Zeit füreinander
Vergesst im Alltag nicht, euch Zeit füreinander zu nehmen. Plant gemeinsame Unternehmungen, redet miteinander, kuschelt miteinander. Zeigt eurem Partner, dass ihr ihn liebt und schätzt.
Scheut euch nicht vor professioneller Hilfe
Wenn ihr nicht weiterkommt, scheut euch nicht, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Eine Paartherapie kann euch helfen, eure Probleme zu erkennen und neue Lösungsansätze zu finden.
Seid geduldig miteinander
Eine Beziehung ist ein Marathon, kein Sprint. Es wird Höhen und Tiefen geben. Seid geduldig miteinander, gebt nicht auf, kämpft für eure Liebe.
Und zu guter Letzt: Vergesst nicht, euch selbst zu lieben und zu respektieren. Achtet auf eure Bedürfnisse und Wünsche. Nur wenn ihr selbst glücklich seid, könnt ihr auch eurem Partner Glück bringen.
Ich hoffe, meine Geschichte hat euch Mut gemacht, über eure eigenen Erfahrungen zu sprechen. Denn nur wenn wir offen über unsere Probleme reden, können wir sie auch gemeinsam lösen. Und denkt daran: Ihr seid nicht allein. Viele von uns kennen ähnliche Situationen. Und wir können voneinander lernen.
Jetzt bin ich aber gespannt: Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht? Wie seid ihr damit umgegangen? Teilt eure Geschichten in den Kommentaren! Ich freue mich darauf, von euch zu lesen.
Und natürlich werde ich euch auch weiterhin mit Reisetipps und Inspirationen versorgen. Denn das Reisen ist und bleibt meine große Leidenschaft. Aber ich wollte euch heute einfach mal ein Stück von mir zeigen, ein Stück von meinem Leben. Denn auch das gehört dazu, oder?
Bis bald, eure reiselustige Freundin!
