Katze Kuschelt Und Greift Dann An
Hallo, liebe Reisefreunde! Heute nehme ich euch mit auf eine kleine Anekdote, die mir während meiner letzten Reise nach Rom passiert ist. Es geht um Katzen – genauer gesagt, um eine ganz bestimmte Katze, die mein Herz im Sturm erobert, und mich dann… naja, sagen wir mal, *leicht* überrascht hat. Wer Rom kennt, weiß, dass Katzen dort allgegenwärtig sind. Sie streunen durch die Ruinen des Forum Romanum, sonnen sich auf den warmen Steinen des Kolosseums und betteln in den Trastevere-Gassen nach einem kleinen Snack. Ich liebe Katzen, und Rom ist quasi mein persönliches Katzenparadies!
Ich war also unterwegs, bewaffnet mit meiner Kamera und einem unbändigen Entdeckerdrang. Mein Ziel war der Campo de' Fiori, ein quirliger Marktplatz, der tagsüber von Händlern und Touristen bevölkert wird, und abends zu einem beliebten Treffpunkt für Nachtschwärmer mutiert. Auf dem Weg dorthin schlenderte ich durch eine ruhige Seitenstraße, als ich sie sah: Eine kleine, dreifarbige Katze, die sich auf einem alten, moosbewachsenen Brunnen sonnte. Sie war unglaublich süß, mit großen, grünen Augen und einem winzigen, rosafarbenen Näschen. Natürlich musste ich sofort stehenbleiben und sie bewundern.
Ich näherte mich ihr langsam und sprach sie leise an: "Ciao, bella! Na, wer bist denn du?" Die Katze hob den Kopf, blinzelte mich an und streckte sich genüsslich. Sie schien überhaupt keine Angst zu haben. Im Gegenteil, sie sprang vom Brunnen herunter und kam auf mich zugetrippelt. Mein Herz machte einen kleinen Hüpfer. Das war Liebe auf den ersten Blick, zumindest meinerseits.
Ich kniete mich hin und streckte ihr vorsichtig meine Hand entgegen. Sie schnupperte daran, rieb ihren Kopf an meiner Hand und begann zu schnurren. Ein lautes, vibrierendes Schnurren, das direkt ins Herz ging. Ich war hin und weg! Ich begann, sie sanft zu streicheln, erst am Kopf, dann am Rücken. Sie schien es zu genießen, drückte sich an meine Hand und schnurrte noch lauter.
"Oh, du bist ja so eine Süße!", flüsterte ich ihr ins Ohr. Ich verbrachte bestimmt zehn Minuten damit, sie zu kraulen und zu liebkosen. Andere Touristen gingen vorbei und lächelten uns an. Ein paar machten sogar Fotos von uns. Ich fühlte mich wie im Katzenhimmel. Ich dachte schon, ich hätte meinen neuen besten Freund in Rom gefunden.
Und dann… dann passierte es. Völlig unerwartet. Ohne Vorwarnung. *BOOM!*
Ich war gerade dabei, ihr den Bauch zu kraulen (was sie bis dahin anscheinend auch mochte), als sie plötzlich ihre Krallen ausfuhr, mir in die Hand biss und dann… kratzte! Nicht einfach nur so ein bisschen, sondern mit voller Wucht. Autsch! Ich zuckte erschrocken zurück und schrie kurz auf.
Die Katze sprang zurück, fauchte mich an und rannte dann davon, als hätte sie gerade den größten Raub ihres Lebens begangen. Ich stand da, perplex und mit einer blutenden Hand. Was war denn das jetzt gewesen?!
Ich betrachtete meine Hand. Es war nichts wirklich Schlimmes, nur ein paar oberflächliche Kratzer und ein kleiner Biss. Aber der Schock saß tief. Ich hatte doch nichts falsch gemacht! Ich hatte sie doch so lieb gehabt! Warum hatte sie mich angegriffen?
Nachdem ich mich von dem ersten Schrecken erholt hatte, ging ich in eine Apotheke und ließ die Wunde desinfizieren. Der Apotheker, ein älterer Herr mit weisen Augen, lachte milde, als ich ihm die Geschichte erzählte. "Ah, die römischen Katzen", sagte er. "Sie sind wunderschön, aber auch unberechenbar. Manchmal kuscheln sie, und manchmal… greifen sie an. Das ist ihr Naturell."
Er erklärte mir, dass viele der römischen Katzen zwar an Menschen gewöhnt sind, aber dennoch Wildtiere bleiben. Sie haben ihre eigene Persönlichkeit und ihre eigenen Grenzen. Und manchmal, auch wenn es uns schwerfällt zu verstehen, überschreiten wir diese Grenzen unwissentlich.
Diese Begegnung hat mir eine wichtige Lektion gelernt: Auch wenn ein Tier noch so süß und zutraulich wirkt, sollte man immer respektvoll und vorsichtig sein. Man sollte ihre Körpersprache beobachten und ihre Grenzen respektieren. Und man sollte sich niemals zu sicher fühlen, egal wie lange man sie schon streichelt.
Meine Reise nach Rom war trotzdem wunderschön. Ich habe viele tolle Orte gesehen, leckeres Essen gegessen und interessante Menschen kennengelernt. Und ja, ich habe auch noch andere Katzen getroffen, die sich gerne streicheln ließen, ohne mich zu beißen oder zu kratzen.
Meine Empfehlung für euch, liebe Reisefreunde: Wenn ihr nach Rom reist und Katzen treffen möchtet, dann tut das! Sie sind ein fester Bestandteil des Stadtbildes und können eine wunderbare Bereicherung für eure Reise sein. Aber seid vorsichtig, respektvoll und achtet auf eure Hände! Und vergesst nicht: Auch die süßeste Katze kann manchmal ihre Krallen zeigen.
Hier noch ein paar Tipps für den Umgang mit römischen Katzen:
- Nähert euch ihnen langsam und ruhig.
- Sprecht sie leise an.
- Streckt ihnen vorsichtig die Hand entgegen, damit sie daran schnuppern können.
- Streichelt sie nur, wenn sie es offensichtlich genießen.
- Hört auf, sie zu streicheln, wenn sie unruhig werden oder Anzeichen von Aggression zeigen.
- Füttert sie nicht ohne Erlaubnis, da dies zu Problemen mit anderen Katzen und der lokalen Bevölkerung führen kann.
- Wenn ihr gebissen oder gekratzt werdet, sucht einen Arzt auf, um die Wunde desinfizieren zu lassen.
Und zum Schluss noch ein kleiner Hinweis: In Rom gibt es viele Organisationen, die sich um das Wohl der Straßenkatzen kümmern. Wenn ihr helfen möchtet, könnt ihr ihnen eine Spende zukommen lassen oder euch freiwillig engagieren.
Ich hoffe, meine kleine Geschichte hat euch gefallen und euch ein bisschen auf eure nächste Reise nach Rom eingestimmt. Und denkt daran: Kuscheln erlaubt, aber immer mit Vorsicht!
Bis zum nächsten Mal und Buon viaggio!
