Katze Macht Großes Geschäft Nicht Ins Klo
Hallo ihr Lieben, eure reiselustige Freundin, Anja, meldet sich wieder! Diesmal habe ich keine atemberaubenden Berggipfel erklommen oder mich in die Tiefen eines tropischen Regenwaldes gewagt. Nein, meine letzte Reise war... sagen wir mal, etwas weniger glamourös, aber dafür umso lehrreicher. Es geht um ein kleines Missgeschick in Berlin, das mich nicht nur zum Lachen, sondern auch zum Nachdenken gebracht hat.
Stellt euch vor: Ich, voller Vorfreude auf ein Wochenende in der pulsierenden Hauptstadt. Tickets gebucht, Hotelzimmer reserviert, die Kamera gesattelt – alles perfekt geplant. Ich wollte die Museen erkunden, durch die hippen Viertel schlendern und natürlich die berühmte Berliner Currywurst probieren. Was ich nicht eingeplant hatte, war eine Begegnung der etwas anderen Art – und zwar mit einem flauschigen, aber ziemlich eigensinnigen Mitbewohner auf Zeit.
Ich hatte über Airbnb ein schnuckeliges Apartment in Prenzlauer Berg gefunden. Die Bilder versprachen Gemütlichkeit pur: Helle Räume, bunte Kissen, eine kleine Dachterrasse mit Blick über die Dächer. In der Beschreibung stand außerdem, dass eine Katze namens Mimi im Apartment wohnt. "Kein Problem", dachte ich, "ich liebe Katzen!".
Mimi war eine Perserkatze mit einem unglaublich dicken, cremefarbenen Fell und stechend blauen Augen. Sie begrüßte mich mit einem gelangweilten Blick und einer einzigen, desinteressierten Miauen. Kein Schnurren, kein Köpfchenreiben – Mimi war definitiv keine Schmusekatze. Aber das war okay, ich wollte sie ja nicht adoptieren. Ich füllte ihren Napf mit Futter, gab ihr frisches Wasser und dachte, damit wäre die Sache erledigt.
Der erste Tag verlief wunderbar. Ich besuchte die Museumsinsel, aß ein köstliches Abendessen in einem türkischen Restaurant und genoss das bunte Treiben auf dem Hackeschen Markt. Zurück im Apartment wurde ich von Mimi mit demselben gelangweilten Blick empfangen. Sie fraß ihr Futter, putzte sich ausgiebig und verschwand dann auf dem Sofa. Ich las noch ein Buch und schlief dann tief und fest ein.
Der Schock am Morgen
Am nächsten Morgen wachte ich mit einem leichten Husten auf. Irgendwie roch es komisch im Raum. Ich stand auf, öffnete das Fenster und... BOOM! Da war es. Mitten im Wohnzimmer, auf dem Perserteppich, der das Herzstück des Raumes war: ein riesiger, dampfender Haufen. Mimis Werk.
Ich war sprachlos. Mein erster Gedanke: "Nein, das darf nicht wahr sein!". Mein zweiter Gedanke: "Wie soll ich das dem Vermieter erklären?". Mein dritter Gedanke: "Wo sind verdammte Putzhandschuhe?".
Panik stieg in mir auf. Ich war schließlich Touristin, Gast in dieser Wohnung. Und jetzt hatte diese Katze, diese kleine Terroristin, ein echtes Problem geschaffen. Ich inspizierte den Tatort genauer. Der Teppich war eindeutig in Mitleidenschaft gezogen worden. Der Geruch war... überwältigend.
Ich suchte verzweifelt nach einem Katzenklo. Ich fand es schließlich im Badezimmer, sauber und leer. Mimi hatte es offensichtlich ignoriert. Komplett ignoriert.
Reinigungseinsatz
Bewaffnet mit Putzhandschuhen, Küchentüchern und Sagrotan machte ich mich an die Arbeit. Es war keine angenehme Aufgabe, das kann ich euch sagen. Ich versuchte, so viel wie möglich vom Teppich zu entfernen und ihn anschließend gründlich zu reinigen. Der Geruch blieb hartnäckig. Ich sprühte den Teppich mit Raumspray ein und öffnete alle Fenster. Das half zumindest ein bisschen.
Nach einer gefühlten Ewigkeit war ich fertig. Der Teppich sah halbwegs sauber aus, aber der Geruch... der Geruch hing immer noch in der Luft. Ich beschloss, den Vermieter zu kontaktieren.
Die Beichte
Ich schrieb dem Vermieter eine Nachricht über Airbnb und erklärte ihm die Situation. Ich entschuldigte mich tausendmal und bot an, die Reinigungskosten zu übernehmen. Ich hatte wirklich Angst, dass er sauer sein würde.
Zu meiner Überraschung antwortete er sehr freundlich. Er meinte, das sei schon öfter vorgekommen. Mimi sei eben eine Diva mit eigenen Vorstellungen. Er bedankte sich für meine Ehrlichkeit und bot an, dass er sich um die professionelle Reinigung des Teppichs kümmern würde. Er meinte sogar, ich solle mir keine Sorgen machen, das sei sein Problem. Erstaunlich!
Ich war unglaublich erleichtert. Ich hatte erwartet, dass er mir die Hölle heiß machen würde, aber er war total entspannt. Er meinte, Mimi sei bekannt für ihre kleinen "Unfälle" und er hätte schon gelernt, damit umzugehen.
Die Lehre aus dem Chaos
Was habe ich aus dieser Erfahrung gelernt? Erstens: Reisen ist nicht immer glamourös. Manchmal passieren eben auch unangenehme Dinge, die man nicht beeinflussen kann. Zweitens: Katzen sind unberechenbar. Man kann sie nicht zwingen, das zu tun, was man von ihnen erwartet. Und drittens: Manchmal ist es besser, einfach ehrlich zu sein und die Dinge zu erklären, anstatt zu versuchen, sie zu vertuschen.
Ich habe den Rest meines Wochenendes in Berlin trotzdem genossen. Ich besuchte noch den Tiergarten, aß eine weitere Currywurst und trank ein leckeres Bier in einem Biergarten. Und Mimi? Die ignorierte mich weiterhin gekonnt.
Mein Tipp für euch: Wenn ihr über Airbnb eine Unterkunft mit Katze bucht, fragt vorher nach, ob es irgendwelche Besonderheiten gibt. Vielleicht hat die Katze ja auch eine kleine Macke, von der ihr wissen solltet. Und nehmt am besten immer ein paar Putzhandschuhe mit, man weiß ja nie!
Ich hoffe, meine kleine Anekdote hat euch ein wenig zum Schmunzeln gebracht. Und vielleicht hilft sie euch ja auch bei euren nächsten Reiseplanungen. Bleibt reiselustig und lasst euch nicht von kleinen Missgeschicken die Laune verderben! Bis bald!
P.S. Ich habe den Vermieter gefragt, warum Mimi das Katzenklo ignoriert. Er meinte, sie sei verwöhnt und würde nur auf frisches Streu gehen. Tja, so sind sie eben, die kleinen Diven!
