Keller Von Außen Abdichten Selber Machen
Feuchtigkeit im Keller ist ein weit verbreitetes Problem. Sie kann nicht nur unangenehm riechen und die Lagerung von Gegenständen erschweren, sondern auch zu ernsthaften Schäden an der Bausubstanz führen. Eine effektive Lösung ist die Außenabdichtung des Kellers. Obwohl dies eine anspruchsvolle Aufgabe ist, kann sie unter bestimmten Voraussetzungen auch in Eigenregie durchgeführt werden. Dieser Artikel erklärt, worauf Sie dabei achten müssen.
Wann ist eine Außenabdichtung sinnvoll?
Eine Außenabdichtung ist besonders dann ratsam, wenn:
- Feuchtigkeit durch die Kellerwände dringt.
- Es sich um einen Altbau ohne oder mit mangelhafter Abdichtung handelt.
- Der Keller zukünftig als Wohnraum genutzt werden soll.
- Schimmelbildung im Keller vorhanden ist.
Achtung: Bei stark beschädigten Kellerwänden, statischen Problemen oder einer sehr hohen Grundwasserbelastung sollte unbedingt ein Fachmann hinzugezogen werden.
Voraussetzungen für die Abdichtung in Eigenregie
Bevor Sie mit der Abdichtung beginnen, sollten Sie sicherstellen, dass folgende Voraussetzungen erfüllt sind:
- Kenntnisse und handwerkliches Geschick: Die Abdichtung erfordert Sorgfalt und handwerkliches Geschick. Sie sollten Erfahrung mit Maurerarbeiten, Abdichtungsarbeiten und dem Umgang mit Baustoffen haben.
- Zugang zur Kelleraußenwand: Die gesamte Kelleraußenwand muss freigelegt werden können. Dies erfordert in der Regel Erdarbeiten.
- Geeignete Witterungsbedingungen: Die Arbeiten sollten bei trockenem und frostfreiem Wetter durchgeführt werden.
- Erlaubnis: Klären Sie im Vorfeld, ob für die Erdarbeiten eine Baugenehmigung erforderlich ist.
Materialien und Werkzeuge
Für die Abdichtung benötigen Sie folgende Materialien und Werkzeuge:
- Spachtel, Kelle und Glättkelle: Zum Auftragen und Glätten der Abdichtungsmaterialien.
- Besen und Bürsten: Zur Reinigung der Kellerwand.
- Eimer und Rührwerk: Zum Anmischen der Abdichtungsmaterialien.
- Spaten und Schaufel: Für die Erdarbeiten.
- Maurerhammer und Meißel: Zum Entfernen von Putz und losen Steinen.
- Wasserwaage und Richtscheit: Zum Überprüfen der Ebenheit.
- Schutzbrille und Handschuhe: Zum Schutz vor Verletzungen und Chemikalien.
- Drainageplatten oder Noppenbahn: Zum Schutz der Abdichtung und zur Ableitung von Wasser.
- Dichtschlämme, Bitumenanstrich oder Dickbeschichtung: Je nach Bodenbeschaffenheit und Belastung durch Feuchtigkeit.
- Evtl. Dichtungsbahn: Für besonders hohe Anforderungen an die Abdichtung.
- Drainagerohr (optional): Zur Ableitung von Sickerwasser.
- Filtervlies (optional): Um das Drainagerohr vor Verstopfung zu schützen.
- Geeigneter Kleber: Zum Fixieren der Drainageplatten oder Noppenbahn.
- Reparaturmörtel: Zum Ausbessern von Beschädigungen an der Kellerwand.
Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Kellerabdichtung von außen
Folgende Schritte sind bei der Abdichtung zu beachten:
1. Freilegung der Kellerwand
Graben Sie die Kellerwand bis zur Fundamentsohle frei. Achten Sie darauf, die freigelegte Wand ausreichend abzustützen, um ein Einstürzen der Baugrube zu verhindern. Bei sehr tiefen Gruben sind ggf. spezielle Stützmaßnahmen erforderlich.
2. Reinigung und Vorbereitung der Wand
Reinigen Sie die freigelegte Kellerwand gründlich mit einem Besen und einer Bürste. Entfernen Sie losen Putz, Schmutz, Algen und sonstige Ablagerungen. Beschädigte Stellen im Mauerwerk sollten mit Reparaturmörtel ausgebessert werden.
3. Wahl des Abdichtungssystems
Die Wahl des geeigneten Abdichtungssystems hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie z.B. der Art des Mauerwerks, der Bodenbeschaffenheit und der Belastung durch Feuchtigkeit. Folgende Systeme sind gängig:
- Dichtschlämme: Geeignet für geringe bis mittlere Feuchtigkeitsbelastung. Sie wird in mehreren Schichten aufgetragen.
- Bitumenanstrich: Geeignet für mittlere bis hohe Feuchtigkeitsbelastung. Er bildet eine wasserundurchlässige Schicht.
- Dickbeschichtung: Geeignet für hohe Feuchtigkeitsbelastung und drückendes Wasser. Sie ist flexibler als Bitumenanstrich und kann Risse im Mauerwerk überbrücken.
- Dichtungsbahnen: Werden eingesetzt, wenn eine besonders hohe Dichtigkeit erforderlich ist. Sie werden auf die vorbereitete Wand geklebt oder geschweißt.
Lassen Sie sich im Fachhandel beraten, welches System für Ihre individuellen Gegebenheiten am besten geeignet ist.
4. Auftragen der Abdichtung
Tragen Sie das gewählte Abdichtungsmaterial gemäß den Herstellerangaben auf die Kellerwand auf. Achten Sie darauf, die empfohlene Schichtstärke einzuhalten und alle Stellen sorgfältig abzudecken. Bei mehreren Schichten ist es wichtig, die Trocknungszeiten einzuhalten.
5. Anbringen der Drainageplatten oder Noppenbahn
Nachdem die Abdichtung getrocknet ist, bringen Sie Drainageplatten oder eine Noppenbahn an. Diese dienen dazu, das Wasser von der Abdichtung abzuleiten und Beschädigungen durch Steine oder Wurzeln zu verhindern. Die Platten oder Bahnen werden mit geeignetem Kleber an der Wand befestigt.
6. Verlegen des Drainagerohrs (optional)
Wenn Sie ein Drainagerohr verlegen möchten, platzieren Sie es an der tiefsten Stelle der Baugrube. Umwickeln Sie das Rohr mit Filtervlies, um es vor Verstopfung zu schützen. Das Drainagerohr leitet das Sickerwasser ab und entlastet die Abdichtung.
7. Verfüllen der Baugrube
Verfüllen Sie die Baugrube schichtweise mit geeignetem Material. Verdichten Sie jede Schicht sorgfältig, um ein späteres Absacken des Bodens zu vermeiden. Achten Sie darauf, die Abdichtung und die Drainageplatten oder Noppenbahn nicht zu beschädigen.
Zusätzliche Tipps
- Sicherheit: Tragen Sie bei allen Arbeiten Schutzkleidung, insbesondere eine Schutzbrille und Handschuhe. Achten Sie auf eine sichere Baugrube und vermeiden Sie das Arbeiten bei schlechtem Wetter.
- Untergrund: Der Untergrund muss tragfähig, sauber und trocken sein, bevor die Abdichtung aufgetragen wird.
- Herstellerangaben: Beachten Sie unbedingt die Herstellerangaben der verwendeten Materialien.
- Trocknungszeiten: Halten Sie die Trocknungszeiten der Abdichtungsmaterialien unbedingt ein.
- Drainage: Eine funktionierende Drainage ist entscheidend für den langfristigen Erfolg der Abdichtung.
- Fachmann: Im Zweifelsfall ziehen Sie einen Fachmann hinzu.
Kosten
Die Kosten für die Kellerabdichtung in Eigenregie hängen von verschiedenen Faktoren ab, wie z.B. der Größe des Kellers, der Art der Abdichtung, den verwendeten Materialien und dem Aufwand für die Erdarbeiten. Rechnen Sie mit Materialkosten von mehreren hundert bis mehreren tausend Euro. Die Arbeitskosten entfallen, da Sie die Arbeiten selbst durchführen.
Wichtig: Unterschätzen Sie den Aufwand und die Kosten nicht. Es ist ratsam, sich im Vorfeld ein detailliertes Angebot von einem Fachmann einzuholen, um die Kosten besser einschätzen zu können.
Fazit
Die Kellerabdichtung von außen in Eigenregie ist eine anspruchsvolle Aufgabe, die sorgfältige Planung und handwerkliches Geschick erfordert. Mit der richtigen Vorbereitung, den passenden Materialien und einer sorgfältigen Ausführung können Sie jedoch Feuchtigkeitsprobleme im Keller dauerhaft beheben. Sollten Sie sich unsicher fühlen oder Zweifel haben, ist es ratsam, einen Fachmann zu beauftragen. Eine fehlerhafte Abdichtung kann zu erheblichen Folgeschäden führen.
Denken Sie daran, dass dieser Artikel eine allgemeine Anleitung darstellt. Die individuellen Gegebenheiten Ihres Kellers können abweichen und zusätzliche Maßnahmen erforderlich machen.
